34. Im Namen dreier Schwestern auf ihres Vatern (Heinrich Niehusen) Namenstag

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Paul Fleming: 34. Im Namen dreier Schwestern auf ihres Vatern (Heinrich Niehusen) Namenstag (1624)

1
Zwar es gebührt die Zier der angenehmen Tage,
2
daß man von lauter Lust und schönem Wesen sage,
3
itzt, da das reiche Feld in voller Rose steht,
4
und mit so mancher Frucht und Güte schwanger geht.
5
Der Feldman hat schon itzt die Scheuren ausgeräumet,
6
davon ihm Nacht und Tag und alle Stunden träumet,
7
wie er die Sense schon hab' an das Korn gelegt,
8
wie ers schon eingeführt. Der treue Gärtner hegt,
9
was Baum und Erde giebt. Der Meier geht zur Auen,
10
der Fischer in die See, die klugen Jäger schauen
11
sich nach dem Wildwerk um. Das Dorf, das ist erfreut,
12
die Stadt vertreibt mit Lust die angenehme Zeit.
13
Diß alles gibt uns Fug und Anlaß gnung zu freuen:
14
mehr aber eines noch, daß uns geliebten Dreien
15
der fromme Himmel diß zur Gunst hat angetan,
16
daß er in Fröligkeit uns lässet schauen an
17
des lieben Vatern Tag. Was kan uns doch geschehen
18
mehr Liebers als diß eins, daß wir den können sehen
19
itzt seinen Tag begehn, der unsers Lebens Quell
20
und Glückes Ursprung ist? Der Himmel ist ihm hell'
21
und legt die Wolken hin. Kein Sturm, kein Blitz, kein Regen
22
und was uns mehr betrübt, der ist ihm heut' entgegen.
23
Der Höchste giebet selbst auch seinen Willen drein
24
und heißet unsern Wundsch an ihm erfüllet sein.
25
Seht, Vater, diesen Tag zu zehnmal zehen Malen
26
so frölich, als wir itzt! Gott gieße seine Strahlen
27
des Glückes auf euch aus! Weil Wasser in der See,
28
weil Sternen in der Luft, in Wiesen süßer Klee,
29
in Wäldern Bäume sind, so lange lebt vergnüget
30
und seht, wie alles sich zu unserm Besten füget!
31
So viel zieh' förderhin des Glückes bei euch ein,
32
so viel der Schlingen hier an unserm Bande sein!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.