31. An Herrn Hartman Grahmannen, Fürstl. Holstein. Gesandten nacher Moskow und Persien u.s.w., Leibarzt, als derselbe, nachdem er Großfürstl. Bestallung in Reußen überkommen, sich nach Deutschland umb Doctor zu werden begabe

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Paul Fleming: 31. An Herrn Hartman Grahmannen, Fürstl. Holstein. Gesandten nacher Moskow und Persien u.s.w., Leibarzt, als derselbe, nachdem er Großfürstl. Bestallung in Reußen überkommen, sich nach Deutschland umb Doctor zu werden begabe (1624)

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Ich werde förderhin auf nichts nicht sein bedacht,
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als wie dein großes Lob werd' unter Leute bracht,
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du mehr als mein Achat! Ich will den Menschen weisen,
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die noch nicht Menschen sind, wie sie dich sollen preisen
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für deine weise Kunst, die dir noch nie gefehlt.
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Erfahrung und Vernunft, die sind mit ihr vermählt,
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die Beine der Arznei. Ich habe wol erfahren,
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daß dein berühmtes Haus von mehr als hundert Jahren
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die Medizin geübt, die durch die Glieder dringt,
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eh' man sie hat gebraucht, die die Gesundheit bringt
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bald, sicher und mit Lust. Wir sind nun überhoben
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der alten Phantasei. Wer will den Arzt doch loben,
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der einen Zettel schreibt fast einer Ellen lang,
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umb daß er nur verdient des Apothekers Dank,
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der doch setzt diß vor das? Soll man die armen Schwachen
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durch einen starken Trunk noch duppelt schwächer machen,
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der oft, vom Schmacke nicht geredt, so lieblich reucht,
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daß sich der Arzt wol selbst für seiner Luft entzeucht
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und hält die Nase zu? Doch wer will jene Blöden,
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die Klugen auf den Schein, ein Bessers überreden?
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Sie bleiben, wie sie sein. Ihr, Kinder der Natur,
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geht einen weisern Weg! Salz, Schwefel und Merkur
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sind euer fester Grund, die, wie sie alle Sachen
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zu diesem, was sie sein, und eignen Dingen machen,
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und so ihr Ursprung sind, so auch ihr Ende sein.
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Aus was vor etwas kam, da geht es wieder nein.
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Die, wie sie dreie sind die Brunnen alles Bösen,
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so müssen sie auch uns hinwieder zu erlösen
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drei süße Ströme sein. Ein kluger Arzt, der nimpt
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da seine Hülfe her, worvon der Schade kömpt,
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löst Salzsucht auf durch Salz, löscht Feuer aus mit Flammen,
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das mancher nicht begreift. Ihr zieht die Kunst zusammen,
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macht wenig aus so viel, lehrt gründlich, wahr und frei,
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wie daß die große Welt ganz in der kleinen sei,
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und was sie beide sein. Bald weist ihr auf die Sternen,
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wie man von dannen soll der Krankheit Ausschlag lernen.
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Bald zieht ihr auf das Feld und tragt die Kräuter ein,
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die für so manchen Gift der Schmerzen dienlich sein.
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Ihr laßt die Blüten ab, grabt zu gewissen Zeiten
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die starken Wurzeln aus, wißt künstlich zu bereiten
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aus diesem das und das, erzwingt aus allerlei
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den Geist und Seele selbst, darmit es stärker sei.
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Bald lasset ihr euch ab in die verborgnen Schlünde,
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die Pluto selbst kaum weiß, durchsucht die finstern Gründe,
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haut die Metallen aus, legt eure Kunst daran
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durch Handgriff' und die Glut. Da wird erst kund getan,
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was die Natur vermag. Die Steine müssen schwitzen,
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das Erz entfärbet sich und schmelzt für euren Hitzen,
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das harte Gold wird Flut, der flüchtige Merkur
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hält Fuß und führet euch auf eine schöne Spur,
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die güldner ist als Gold. Kein Spießglas, kein Arsenik,
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das muß euch giftig sein. Ihr wirket viel durch wenig.
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Von euch tut ein Gran mehr als Jenes langer Trank,
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daran ein Frischer wol sich möchte heben krank.
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Vom Trinken sag' ich nicht. Die ersten Wundertäter,
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die Säulen unsers Heils, der Arzeneien Väter
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kennst du so wol als dich. Der weise Podalir,
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der stirbt nicht, weil du lebst; Machaon wohnt in dir,
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und die man itzt kaum nennt. Was Hermes hat geschrieben,
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der dreimal große Man, Herophilus getrieben,
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Diokles ausgelegt, was Asklepiades
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die Prusier gelehrt, und was Archigenes
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von Guten aufgesetzt, das hast du wol durchlesen,
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bist umb Hippokrates zu Tag und Nacht gewesen.
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Galenus ist dein Freund, wie denn der Celsus auch,
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der Ärzte Tullius. Du weißt den rechten Brauch
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von Beider Medizin, verstehst die dunkeln Sachen,
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die manchen in der Schrift der Weisen irre machen
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und lange halten auf. Der hohe Theophrast,
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der mehr als billig ist von vielen wird gehaßt,
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der ist dir ganz bekant. Was Lullius verstecket,
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was Crollius verbirgt, das ist dir ganz entdecket.
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Was Bruder Valentin für ein Geheimniß hält,
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das hast du an das Licht der Sonnen längst gestellt,
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glückseliger als er. Die Elbe, Saal' und Pleiße,
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die schrein einander zu von deinem hohen Fleiße,
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den du sie ließest sehn. Was Wittenberg gelehrt,
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was Jena weitberühmt und Leipzig macht geehrt,
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das hast du ganz bei dir. Des Sachsens Zier, dein Halle,
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die Sittenmeisterin, ruft noch mit lautem Schalle
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dein erstes Lob weit aus, wie du so glücklich hast
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dein Tun allda vollführt, zwar ihr gar kurzer Gast,
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doch langer Freund und Preis. Von dannen bist du gangen
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in ander' Länder aus, hast da auch angefangen
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dein Lob zu machen groß. Hamburg, das kennt dich wol,
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gleich als wie Lübeck auch. Ganz Riga, das ist voll
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des Ruhmes, der dich ehrt. Dörpt und die Narve wissen,
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wie du dich auf ihr Heil so emsig hast beflissen.
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Für diesen allen liebt das schöne Revel dich,
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das nun ganz traurig steht, weil es beraubet sich
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soll wissen deines Trosts. Und was gedenk' ich dessen,
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das ohne mich für sich wol bleibet unvergessen?
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Doch kann ich nicht vorbei. Ich muß auch zeigen an,
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was du bei unsrer Schaar, den Reisenden, getan.
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Wir zogen mit dir aus und kamen mit dir wieder,
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nichts fehlet an der Zahl. Es sind noch alle Glieder
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des langen Weges frisch. Und war schon der und der
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wie vor uns Andern tot, doch strichstu sein Beschwer
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als mit dem Finger weg. Die edlen Abgesandten
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die waren froh auf dich, die Fremden und Bekanten
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begehrten deines Rats. Das große Moskow lief
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und wartete dir auf, wenn etwan dich berief
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der oder jener Herr. Das Volk, zwar ohne Künste,
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doch keiner Kunst nicht feind, nahm dich in seine Günste
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und ehrte deinen Witz. Der weise Knes
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des Reichs Aug' und Pitschir, nahm Unterredung an,
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besprach sich viel mit dir.
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weiß, was du ihm gefrommt, wie du ihn wie aufs Neue
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ins Leben wiederbracht. Der kluge
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war dir von Herzen hold, lud dich auf seinen Hof,
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nahm Arzenei von dir, die er vor dir genommen
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von keinem, wie man sagt. Dein großer Preis ist kommen
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bis vor den Kaiser selbst. Wie wenn bei schwarzer Nacht,
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wenn Phöbe sich verkehrt und ganz kein Stern nicht wacht,
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ein lichter Strahl scheußt hin, der aus den finstern Klüften
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sich nach und nach zog auf und in den warmen Lüften
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in sich entzündet wird, sein großer Schein bricht aus
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und macht, gleich wie die Stadt, so auch des Königs Haus
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mit seinem Lichte voll, - so hast du, Glanz der Ärzte,
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ganz Moskow auch bestrahlt; du hießest der bewährtste.
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Die Krankheit, die zog, aus, wo du nur gingest ein.
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Du ließest keinen nicht in Furcht des Elends sein.
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Des Todes Tod warst du. Nun schreibt man über Schreiben,
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daß du so lange doch nicht wollest außen bleiben.
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Ein ieder denkt nach dir, begehret dich bei sich.
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Wie dich der Kranke hofft, so wündscht der Frische dich.
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Der Zar, der große Herr, der Reußen Selbsterhalter,
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vertraut sein edles Haupt noch deinem jungen Alter,
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versichert sich durch dich.
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besiegelt schon den Brief, der dich ruft in ihr Land,
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der dein hier warten soll. Gott gebe seine Gnade,
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daß durch den langen Weg dich rühre ganz kein Schade!
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Er sei stets selbst umb dich, und seiner Wächter Hut!
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Wind, Wetter, See und Land, die sein dir fromm und gut!
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Diß nimm mit auf den Weg und zeig' es deinen Freunden,
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wie denn den meinen auch, die ich mir fast zu Feinden
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durch den Verzug gemacht! Zeuch hin, zeig' ihnen an,
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daß ich auf dieses Jahr noch schwerlich kommen kan!
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Das wird ein Zeuge sein der angenehmen Stunden,
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die durch drei halbe Jahr' ich hab' umb dich empfunden,
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o du mehr als mein Freund! Was förder wird geschehn,
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das hat der höchste Gott von uns schon ausersehn.
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Immittels zeuch wol hin und komme glücklich wieder
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und mache, daß alsdenn der Vorrat meiner Lieder,
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den dir mein Amor singt und Venus schreibet ein,
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auf der Minerven Dank nicht mag vergeblich sein!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

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