Chevy-Chase

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Theodor Fontane: Chevy-Chase (1848)

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Gott schütz' den König, unsren Herrn,
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Und unser aller Leben;
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Im Chevy-Walde hat sich einst
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Wehvolle Jagd begeben.

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Graf Percy von Northumberland,
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Vor Taue noch und Tage
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Zog aus er heut, mit Hund und Horn,
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Daß er den Hirsch erjage.

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Er schwur es jüngst an heil'ger Stätt'
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– Sorglos um Groll und Knirschen –,
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Er woll' drei Sommertage lang
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Auf schott'schem Boden pirschen.

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Er woll', was lebt im Chevy-Forst,
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Mit Speer und Pfeil erlegen.
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»lord Douglas schütze, wenn er kann,
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Den Hirsch in den Gehegen.«

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Lord Douglas, der in Schottland lag,
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Als er das Wort vernommen,
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Dem Percy-Grafen schwur er da
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Ein blutiges Willkommen;

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Mit fünfzehnhundert Mannen,
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Wohlausgesucht und wohlerprobt,
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Den Bogen straff zu spannen.

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Schon, von der Meute aufgeschreckt,
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Flieht, was die Schlucht geborgen;
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Ein Montag war's, noch halbe Nacht,
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Es graute just im Morgen.

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Und eh' der Mittag kam, da lag
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Haufweis das Wild erschlagen,
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Doch rastlos, nach getanem Schmaus,
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Begann ein neues Jagen.

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Aufs neu durch Schlucht und Dickicht hin
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Stob Huf und Hund nach Beute,
34
Und neuer Angstschrei mischte sich
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Dem Lustgeheul der Meute.

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Graf Percy nun war satt des Spiels
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Mit Hirschen und mit Hinden,
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Er sprach: »Lord Douglas gab sein Wort,
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Hier soll' ich heut ihn finden.

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Bei Gott, nicht länger harrt' ich sein,
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Dächt' ich, er könn' es brechen.«
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Da tät alsbald ein Ritter jung
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Also zum Grafen sprechen:

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»schau, Herr, dort blitzt es durch den Wald,
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Das ist er mit den Seinen,
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Schau, wie im Mittagssonnenglühn
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Die blanken Speere scheinen.

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Zweitausend sind's vom Lauf des Tweed,
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Aus Tälern und aus Glennen,
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Und der vorauf ist Douglas selbst,
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An Roß und Helm zu kennen.«

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» ... Nun denn, wohlan!« rief Percy da,
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»dies Feld sei unsre Schranke,
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Noch schlüpfte keiner mir hindurch,
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Sei's Schotte oder Franke.

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Nun lohnt es sich, zu jagen,
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Es brennt mein Herz, Mann gegen Mann
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Die Schlacht mit ihm zu schlagen.«

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Lord Douglas hört's und ruft ihm zu:
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»da soll mich Gott verderben,
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So wahr ein Lord ich bin wie du,
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Du oder ich muß sterben.

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Doch hör' mich, Percy, Schande wär's
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Und Schimpf an unsrem Leben,
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So vieler Mannen schuldlos Blut
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Mit in den Kauf zu geben.

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Es sei all' unser Streit gelegt
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In unsre beiden Speere ...«
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»verdammt sei der«, rief Percy da,
70
»der andren Sinnes wäre ...«

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Da trat ein Rittersmann herfür,
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Withrington hieß der Degen,
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Der sprach: »Hier müßig zuzuschaun,
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Dran ist uns nicht gelegen.

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Wir wollen nicht, dieweil ihr kämpft,
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Hier Psalm und Lieder singen,
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Und unsrem König Heinrich dann
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In London Botschaft bringen.

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Wohl seid ihr Lords und edle Herrn,
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Und wir nur Knapp' und Ritter,
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Doch dächt' ich traun, auch unser Schwert
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Macht Wunden oder Splitter.«

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Da tat alsbald all' englisch Volk
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Den Eschenbogen biegen,
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Und achtzig Schotten sanken hin
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Von ihrer Pfeile Fliegen.

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Lord Douglas aber, unbewegt,
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Sitzt fest im Eisenbügel
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Und kehrt zu seinen Mannen jetzt
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Hoch auf des Waldes Hügel.

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Schon stehn sie da, nach Kriegesart
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Geteilt zu dreien Rotten,
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Und nieder wie ein Hagel jetzt
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Fährt Douglas mit den Schotten.

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Das gab ein Stechen und ein Hau'n,
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Manch breite Wunde klaffte,
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Längst unser englisch Bogenvolk
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Nicht mehr den Bogen straffte.

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O Christ, es war für Herz und Sinn
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Ein Leid, nicht auszusagen,
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Wie stöhnend da in Sand und Blut
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Die Menschenknäule lagen.

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Und immer schwankte noch die Schlacht,
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Da endlich – mit Gestampfe –
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Ansprangen wie zwei Löwen jetzt
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Die Führer selbst zum Kampfe.

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Sie kämpften, bis vernehmbar fast
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Ihr Herz im Busen klopfte,
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Bis Blut und Schweiß von Brust und Stirn
110
Wie Regen niedertropfte.

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»ergib dich, Percy!« Douglas rief's,
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»ganz Schottland soll dich preisen,
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Und König Jakob Ehr' und Gunst
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Am Throne dir erweisen.«

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Doch Percy stolz: »Da wollt' ich eh'
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Wie Kraut am Sumpf verrotten,
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Mein Wort ist nein und dreimal nein
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Genüber jedem Schotten.«

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Da kam ein Pfeil aus unsern Reihn
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Verrätrisch durch die Lüfte
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Und bohrte tief in Douglas' Herz
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Durch Rippe sich und Hüfte.

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Er sank vom Roß, ein stiller Mann,
124
Graf Percy sah ihn enden
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Und faßte dann des Toten Hand
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Mit seinen beiden Händen.

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»o Douglas«, rief er, »solchen Siegs,
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Des hat mein Herz nicht Labe,
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Hin gäb' ich für dein Leben jetzt
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Mein Land und meine Habe.«

131
Er sprach es kaum, da kam's wie Sturm
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Durch Freund und Feind gestoben,
133
Den Leib zum Stoß weit vorgebeugt
134
Und hoch den Schild gehoben.

135
Wer ist's? Sir Ralph Montgommery.
136
Er sah den Douglas sinken,
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Nun soll auch Percys Helmbuschzier
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Nicht länger drohn und winken.

139
Und schleudernd jetzt den wucht'gen Schaft
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Mit Hasses Kraft und Schnelle,
141
Durchfuhr die Lanze Percys Leib
142
Um eine Weber-Elle.

143
Hin sank der ritterlichste Held
144
Auf hufgestampfte Tenne,
145
Schon aber griff ein Bogenschütz
146
Nach Köcher und nach Senne.

147
Er spannte straff des Bogens Seil,
148
So straff, wie nie er's spannte,
149
Und drückte seinen längsten Pfeil
150
Scharf an die Eschenkante.

151
Lang zielt' er so, daß sichren Flugs
152
Der Pfeil zum Herzen dringe,
153
Und feucht vom Blut des Schotten jetzt
154
Bebt' in der Brust die Schwinge.

155
So fiel Sir Ralph Montgommery,
156
Und mit ihm sind gefallen
157
Auf beiden Seiten männiglich
158
Die Ritter und Vasallen.

159
Von zwanzighundert schott'schen Volks,
160
Die Schild und Speer genommen,
161
Kaum fünfundfünfzig, weh und wund,
162
Sind norderwärts entkommen.

163
Und unser Volk, nicht siegesfroh
164
Trug es den Sieg von dannen,
165
Nur dreiundfünfzig kehrten heim
166
Von fünfzehnhundert Mannen.

167
Die andern schliefen fest im Wald
168
Nach heißem Kampfgewühle,
169
Und Nachtwind nur und Mondenlicht
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Glitt über ihre Pfühle.

171
Das war die Jagd im Chevy-Forst,
172
Wo Herr und Hirsch gefallen.
173
Gott schütz' den König, unsren Herrn,
174
Und sei uns gnädig allen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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