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Wer diese Welt ansieht, das Haupt
Geschöpf erweget,
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Den Menschen und sein Thun sich
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Der findet alsobald, wie wahr der
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Der ihre Eitelkeit in seiner Schrift beklagt.
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Der Erden Wunderbau ist herrlich ausgezieret,
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Den eine ewge Macht nach weisen Rath regieret,
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Zur Wohnung und zur Lust ist er bequem gemacht,
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Und zur Ergözlichkeit für uns recht ausgedacht.
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Die Sinnen finden hier die allerschönste Weide,
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Die Augen sehen stets Gelegenheit zur Freude,
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Das Ohr das wird erquikt durch manchen Zauber-
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Durch einen lieblichen vermischten Lustgesang,
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Wenn in der Frühlings-Zeit, im Sommer ganze
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Von Vögeln in der Luft mit hellen Stimmen fah-
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Der süsse Blumen-Duft, der in den Lüften fliegt,
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Vergnüget das Gehirn, wenn man denselben
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Die Zunge labet sich an saftig süssen Früchten,
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Und büssen ihre Lust an mancherlei Gerichten.
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Allein so reizend schön, dies unsern Sinnen ist;
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So bleibet dennoch wahr, was man im Worte liest.
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An jeder Kreatur, an jedem Dinge lesen.
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Es ist die Welt ein Land das voller Eitelkeit,
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Warum? es fehlt uns hier Ruh und Zufriedenheit.
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Das Aug ist nimmer satt, es will in seinem Se-
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Jemehr es immer sieht, doch immer weiter gehen.
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So gehts mit jedem Sinn, wenn er Vergnügen
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So wird er nicht gestillt, vielmehr dadurch erwekt
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Und gleichsam angeflammt, dasjenige zu haben,
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Das da vermögend ist die Seele recht zu laben.
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Ein jeder Mensche merkt im irdischen Gewühl,
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Er komme in der Welt nicht zum erwünschten Ziel,
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Er müsse immerfort, bei allen seinen Trachten,
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Dennoch in dem Genus nach höhern Gute schmach-
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Dies lehrt uns deutlich schon, es sey ohn allen
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Die Aendrungs-volle Welt ein Land der Eitelkeit.
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Dies wird noch deutlicher, wenn man bedachtsam
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Der Menschen ihr Geschäft, wornach man sich be-
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Der eine wühlet stets in einem Element,
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Das die Vernunft mit Recht der Unruh Nahrung
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Er trachtet immerfort daß er mit blanker Erde,
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Mit einem gelben Koth ganz überhäuffet werde.
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Er sammlet immer mehr, und wird doch nimmer
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Er wünschet immer mehr, wenn er genug schon
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So wie der Hauffe wächst; so wächset das Verlan-
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Mit einem eitlen Koth, in dieser Welt zu prangen,
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Ist das nicht Eitelkeit? Jemehr der Geiz besizt,
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Jeweniger wird es zu seinem Wol genüzt,
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Er suchet seine Ruh, den Kummer zu besiegen,
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Und sammlet dennoch nur zu seinem Misvergnü-
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Die Armuth häuffet sich wenn sich sein Gut ver-
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Weil man in Ueberflus ihn immer klagen hört:
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Ein solcher Erdenwurm, muß Koth mit Müh er-
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Und plagt sich Lebenslang um misvergnügt zu ster-
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Ein andrer sieht die Welt, als einen Schauplaz
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Allwo der glüklich ist, der nur hoch sitzen kan,
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Er rennt mit Angst und Schweis, mit Kummer
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Nach einem Ehrenziel um nur geplagt zu werden.
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Ee greift nach eitlen Dunst, und merket in der
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Er habe Woll gesucht, gefunden Angst und Weh,
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Er jagt den Schatten nach, der ihm in Glanz be-
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Und wenn er ihn erlangt; so ist der Schein verflo-
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Er klimmet in die Höh die er sich vorgestellt,
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Da merkt er, erst zu spät, wie eitel diese Welt,
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Der Schwindel nimt ihn ein, er fänget an zu sin-
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Und muß zu seinem Spott, oft als ein Krüppel
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Der dritte glaubt er sei vollkommen erst beglükt,
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Wenn ihn der Wollust Nez ins Labirinth gestrikt,
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Er rennet Tag und Nacht, ein Paradies zu fin-
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Er rennet immer zu nach Art der armen Blinden,
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Da ihn die Einbildung, als wie ein Jrrlicht
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Dem er so lange folgt, bis daß er sich verliehrt.
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Er kommt ins Paradies, geniesset seine Freude:
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Doch wenn ers recht besieht; so ist er auf der
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Worauf das Vieh sich nährt, das da vergnügt und
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Allwo der Mensche nichts, zu seiner Nahrung hat.
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Er schmekt den Bitter-Klee und lernet auch erken-
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Die Welt die müsse man kein Paradies mehr nen-
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Wer hie auf Erden lebt, der muß sich stets be-
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Von aller Eitelkeit sein Herze abzuziehn,
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Die Dinge dieser Welt nach ihrer Ordnung brau-
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Bei der Erinnerung, daß sie wie Dunst verrau-
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Des Schöpfers weiser Zwek, will das wir glük-
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Drum führt er uns allhie ins Land der Prüfung
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Da wir nebst Süßigkeit auch manches Bittre
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In uns den regen Trieb zum Himmel zu erwek-
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Wer diese Unterwelt, so wie man soll, beschaut.
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Der merkt, wie weislich sie, zu unsern Woll er-
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Wir sollen was vergnügt, und uns gefällt empfin-
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Und dadurch die Begier zum Ewigen entzünden.
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Drum muß bei Freude Leid, bei Lust auch Schmer-
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Bisweilen trübe Nacht, nach heitren Sonnenschein:
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Der Wechsel dienet uns, damit wir daraus lernen,
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In dieser Welt zu seyn, und sich der Welt entfer-