Es war der Helicon der Teutschen düsterm Land

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Johann Klaj: Es war der Helicon der Teutschen düsterm Land Titel entspricht 1. Vers(1636)

1
Es war der Helicon der Teutschen düsterm Land
2
Und aller Musenkunst vor Jahren unbekant.
3
Der finsterrauhe Wald hat nur das Wild geheget/
4
Es hatte noch die Hand an keinen Pflug geleget
5
Das halbverwildte Volk/ das damals eingehüllt/
6
In Fell' und Bärenhaut'/ ihr Hunger ward gestillt
7
Von Ceres roher Furcht/ die helle Quell' am rangen
8
Gab ihnen Trank genug/ sie hatten kein Verlangen/
9
Als/ mit freykühner Hand/ zu würgen ihren Feind.
10
Wie sind sie heut zu Tag der Weißheit werthe Freund?
11
Jetzt steht Parnassus hier/ ist doppelt aufgespitzet/
12
Um welchen Phöbus selbst mit seinen Schwestern sitzet/
13
Der Redner Mutterschos/ der Dichter Vaterland/
14
Da Kunst und Wissenschaft steigt in den höchsten Stand/
15
Die Lehrer Gottes Worts/ der Recht und Aertzte Scharen
16
So manche Künstler Zunfft (daß Schande zu befahren
17
Archytas/ Dädalus/ und auch Lysippus Ruhm/ )
18
Umzirket dieses Land/ der Tugend Eigenthum.
19
Rom schämet sich und fragt/ aus altverfaulten Stützen/
20
Ist diß der Thiere Höl/ die wüste Wildnißpfützen?
21
Wie prachtet ihr Gewand? so süsse Schleckerkost
22
Erwehlt Apitius/ Philoxenus den Most.
23
Das fehlet ihnen noch: Ihr Sprache wolt versiegen/
24
Vnd durch das Wortgemeng des Fremdlings fast erliegen.
25
Die wird empor gebracht zur letzten Threnenzeit/
26
Und unsre Helden Sprach wird Hofgemäß bereit.
27
Wie rein- und scheinlich prangt sie aus dem Grund gezieret/
28
Wie Majestätisch klingt/ was unsre Zunge rühret?
29
Der lüstrend Römer weicht/ der Griech der Trunkenpold/
30
Der grosse Spanier/ der Frantzmann Neurungshold/
31
Erblasset neben uns. Wie sie nunmehr genesen/
32
Mit Wunderart-zart-pracht- und mächtiglichem Wesen/
33
Redt unser Klajus aus/ der alles zierlich weist/
34
Wann morgenfrüh der Hirt die Seelen abgespeist.
35
Ihr Kunstbeförderer/ beliebet das Beginnen/
36
Verlieret kurtze Zeit/ last eure Gunst gewinnen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Johann Klaj
(16161656)

* 01.01.1616 in Meißen, † 01.01.1656 in Kitzingen

männlich

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.