[siehst du die dunkelen Flecken im Monde?]

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Georg Friedrich Daumer: [siehst du die dunkelen Flecken im Monde?] (1837)

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Siehst du die dunkelen Flecken im Monde?
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Kennst du sie, jene von unseren Vätern
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Lauter und ächt abstammende Mähre,
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Welche Bedeutung enthüllet und Ursprung?
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Kannst du sie nicht? ich ertheile Belehr. –

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Waren einmal zwei pfiffige Diebe,
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Denen, indem sie die nächtlichen Pfade
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Walleten, allzu beleuchtet die Erde
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Durch des Mondes annoch vollständiges,
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Ohne Befleckung erscheinendes Licht war.
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Rathe, was thaten die ganz heillosen?
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Stiegen empor mit klebrigem Topfe
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Und bestrichen den Mond mit Theer.
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Düster und lichtlos wurde der Arme,
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All sein freundliches Lachen und Laben
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Unter die widrige Masse begraben,
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Und es erschrack über seine Verwüstung
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Alles auf Erden und trauerte schwer.
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Tapferen aber und mächtigen Ringens
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Brach mit der Zeit sein Strahl die Verhüllung,
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Und es erschien der erquickliche wieder,
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Grüßte der alte, der liebliche Glanz
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Doch nicht ganz.
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Jene, die Frechen –
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Allzu verrucht entartetem Wesen
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Ein allwarnendes, ewiges Beispiel –
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Hangen geblieben mit ihrem Topfe
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Waren sie beid' am bestrichenen Monde,
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Hangen – es sieht's dein Auge – noch immer,
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Trüben dem Monde den heiteren Schimmer,
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Bilden die dunklen Figuren in ihm.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Friedrich Daumer
(18001875)

* 05.03.1800 in Nürnberg, † 13.12.1875 in Würzburg

männlich

deutscher Religionsphilosoph und Lehrer von Kaspar Hauser (1800-1875)

(Aus: Wikidata.org)

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