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Das prächtige Gewächs, die seltne
Aloe,
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Schlingt sich bewunderns-werth,
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Als keine Pflanze thut, und ihre rare Blüte,
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Zeigt manches Sinnenbild, dem forschenden Ge-
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Sie wächset eigentlich in einem fremden Land
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Jm heissen Africa, allwo der Sonnenbrand
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Viel feuriger als hie in unsrer Gegend glühet,
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Der eine Aloe zu seiner Höhe ziehet.
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Man findet sie auch da, in jener neuen Welt,
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Die man vors reichste Theil des Erden-Kreises
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Allwo sie nuzbar ist; wo sie zum frohen Leben,
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Kan Kleidung, Nahrung, Haus, und was man
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Der dikke Stamm reicht Holz zu einer Hütte dar.
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Die Blätter geben Scheu, die Fädgen geben gar,
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Wie Woll und Flachs bei uns, die allerschönsten
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Worin die Mohren sich, als in ein Kleid verstek-
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Die Stacheln die daran, sind denen Nageln gleich:
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Es ist die Aloe von schönen Säften reich
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Daraus entsteht ein Wein; aus dessen Süßigkeiten,
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Auch wenn sie klebricht hart, ein Zukker herzulei-
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Der Saft wird durch die Sonn, zum Eßig-Trank
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Da aus der Süßigkeit ein Saur herfürgebracht.
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Die Wurzeln dienen da mit ihren langen Strän-
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Wie Strikke die man braucht, zum Binden, zum
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Und andern Dingen mehr. Der hart und dikker
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Der in den Blättern liegt, in ihr Geweb gefaßt,
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Giebt eine süsse Kost, durch ein gekochtes Gähren,
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Womit die Mohren sich als einer Speise nähren.
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Wie Wundernswürdig ist wenn man erwegt, be-
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Daß jene Wilden gnug, zur Kleidung, sich zu la-
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Und mit der Aloe des Lebens Nothdurft haben!
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Der schöne Wunderbau, die wollgeorndte Pracht,
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Die diese Pflanze schmükt, den Augen herrlich
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Hat die Begierd erregt, daß sie in unsrer Erde,
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Als eine Seltenheit mit Kunst verpflanzet werde.
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Es ist der Kunst geglükt. Man stellet ihre Zier,
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In Fürsten Gärten auf; allwo die Neubegier,
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Nach ihrer Blüthe hoft, die sie in langen Jahren,
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Wenn sie auch wol gepflegt, mit kurzer Lust erfah-
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Des Stammes Untertheil ist schön und Blätter-
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Die Blätter sind sehr dik und lang als wie ein Zweig
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Und hängen um den Stam, bis an die Erde nieder,
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Der Stam geht in die Höh woran nur hin und
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Die zarten Spröslein gehn, bis daß der Kranz sich
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Da aus der jeden Seit ein schönes Zweiglein steigt,
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Woraus die Blüte komt, die grünlich gelbe Blu-
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Es sieht die Aloe fast wie im Heiligthume,
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Der güldne Leuchter aus, woran die Zweige stehn
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So wie ans Leuchters Schaft, die güldnen Ampeln
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Dies Wunder-voll Gewächs, komt selten zu der
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Und darin sezzet man desselben Preis und Güte;
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Es trägt hie keine Frucht, und wenn es herrlich
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Und so viel Augen lokt, und gleichsam an sich zieht.
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So pflegen unteu erst, die Floren sich zu zeigen,
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Die denn so immer fort, bis zu der Spizze steigen.
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Und wenn sie ausgeblüht, so falln die Blätter ab,
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Wenn sie am schönsten prangt; ist das Verwesungs-
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Der Aloe bald da; die Stengel die vergehen,
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Die Herrlichkeit verfleugt die man zuvor gesehen.
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Was zeigt uns diese Frucht vor gute Lehren an,
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Wovon die Aloe ein Sinnbild geben kan?
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Mir deucht man kan daran dies zu der Lehre wäh-
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So gehts wenn im Gemüt, durch viele Müh und
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Sich in dem Stand begiebt, an einen Ort hin-
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Dazu man ungeschikt: Alda wird man geplagt:
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So wie die Aloe die Blüten zu erzwingen,
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Sie kommen endlich woll: Alleine Frucht zu brin-
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Das geht gar selten an. In einem fremden Land,
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Allwo ihr Boden ist, ist ihre Blüt bekandt.
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Von Früchten weis man nicht in unsern kalten
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Wo sie mit Kunst und Fleis sind hin versezzet wor-
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Die bringt sie an dem Ort, wo sie ist hinbestimmt,
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Jm Reiche der Natur. Wenn man dies Bildnis
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So ist denselben gleich der sich so muß bequemen,
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In einer fremden Luft, Bedienung anzunehmen,
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Dazu er nicht geschikt, und von Natur geneigt:
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Es währet lang genug, eh sich die Blüte zeigt,
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Die gute Hofnung giebt. Der Aloe ihr Prangen,
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Ist herrlich; ob daran gleich keine Früchte hangen.
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Jhr gleicht ein solcher Mensch der in dem Christen-
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Nach dem Erkenntnis schön: allein desselben Ruhm
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Wenn man die Früchte sucht, in seinen ganzen Le-
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Gewislich nicht verdient, ihn herrlich zu erheben.
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Die Aloe die blüht, wenn sie des Gärtners Fleis,
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Mit vieler Sorgfalt, Müh, bei seinem sauren
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Beständig wartet, pflegt: Ein Sünder giebt im-
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Nach einer langen Zeit, vielleicht noch Beßrungs-
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Der Heiland ist bemüht um seinen Gnadenstand,
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So wie ein Gärtner thut; Er sezt in gutes Land
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Den unfruchtbahren Baum, er suchet ihn mit See-
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Zu seiner Fruchtbringung aufs Beste zu verpflegen.
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Doch wie die Aloe nach vielen Jahren blüht,
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In ihrer Blüte welkt; so ist ein solch Gemüth,
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Es zeigt die Beßrung erst bei seinen hohen Jahren,
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Es will erst fruchtbahr seyn, bei seinen grauen
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Da scheint es endlich noch, er wolle sich bekehrn,
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Er wolle noch zulezt den wahren Schöpfer ehrn:
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Dem Nächsten seine Pflicht wie sichs gebührt, er-
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Und seines Gärtners Fleis in guten Früchten prei-
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Er fänget an zu blühn! allein nur kurze Zeit,
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Wenn sich die Welt bei ihm auf gute Früchte frent:
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So muß er plözlich drauf, im Blühen untergehen,
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Wie eine Aloe; so ists mit ihm geschehen.
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Ein jeder der hier noch im Reich der Gnaden lebt,
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Den des Erlösers Treu, wie einen Baum um-
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Bedünget, fruchtbahr macht, der bring bei Zeiten
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Sonst fällt er noch zulezt, ins schwere Zorn-Ge-