[o Venus Kind, du blinder knab]

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Friedrich Spee: [o Venus Kind, du blinder knab] (1613)

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O Venus Kind, du blinder knab,
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Leg hin die pfeil, vnd bogen.
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Ich nichts mit dir zu schaffen hab,
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Dem strick bin längst entflogen:
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Dein kocher gut: dein stral, vnd glut,
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Dein flüttig zart beyneben,
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Solt du nun schwind: Marien kind
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Gantz erblich vbergeben.

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Zwar deiner pfeil vergiffte spitz
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Mit lust, vnd frewd vmbwunden
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Entzünd daß hertz mit süsser hitz,
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Gar lieblich thuts verwunden;
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Bald aber drauff, ehe man verschnauff,
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Der tod kompt heimlich bucken.
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Dein süsse Stral: bricht er zumahl,
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Vnd reisst all frewd in stucken.

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O Jesu mein, du schöner knab,
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Nim hin Cupidons waffen:
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Reiß ihm die pfeil vnd kocher ab,
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Vnd leg ihn ewig schlaffen.
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Nur du bitt ich: du zihl auff mich;
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Von dir will sein getroffen:
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O reines gifft: wan Jesus trifft!
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Alßdan ist heil zu hoffen.

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Wen Jesu lieb wird machen wund,
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Ein Creutzlein zwar muß tragen:
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Doch meidet er der höllen schlund,
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Wird ewiglich nit klagen.
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O sünder schwach: nit mich verlach,
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Mit dir ichs trewlich meine.
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Was hilfft doch ie, man lach allhie,
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Vnd nachmahls ewig weine?

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O Ewigkeit! O Ewigkeit!
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Wer dich zu sinn wolt fassen,
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Wurd bald von hertzen sein bereit
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All vppigkeit zu lassen.
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Die Sünd vergeht: die straff besteht:
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Wer wolt nun lust begeren?
39
Ein langes leid: für kurtze freid
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In Ewigkeit muß wehren.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Spee
(15911635)

* 25.02.1591 in Düsseldorf, † 09.08.1635 in Trier

männlich, geb. Spee

| Pest

deutscher Jesuit, Moraltheologe, Lyriker und geistlicher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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