[nit straff mich Herr, in eyfermut]

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Friedrich Spee: [nit straff mich Herr, in eyfermut] (1613)

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Nit straff mich Herr, in eyfermut
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Wan thust in zorn erbrinnen.
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Nit stürtze mich zur hellenglut,
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Was wolt ich sonst beginnen?
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Kom nur mit eil: mein wunden heil,
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Da wirst mich bald erfrewen:
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Sie stincken sehr; vnd faulen mehr:
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Mein thorheit mich thut rewen.

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Groß wollthat hast erzeiget mir,
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Mit gnad hast mich gekrönet:
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Als ich war vntergangen schier,
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Hast mich mit dir versöhnet.
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Ey was mögt dan: mich kommen an,
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(: O wee muß ich nun klagen:)
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Das meinen Gott: hab gleich verspott,
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Vnd mich zur sünd geschlagen?

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Weiß nit, was ich nun sagen soll,
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Als nur das gnad begere:
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Mein angesicht ist schanden voll,
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Ich wol in warheit schwere.
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Mach mich, O Herr, von sünden lär,
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Laß ab das alt geblüte,
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Von sünden mein: mich wasche rein.
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Es zimet deiner güte.

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Wie scharlach, vnd wie rotes blut
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Von sünden bin geferbet:
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Nun spreng mich Herr mit Ysop gut,
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So wird all sünd verderbet.
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Schneeweiß vnd rein: als helffenbein,
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Wird ich dan wider werden,
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Ja, wie Crystall: klar vberall,
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Wunsch anders nichts auff Erden.

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Laß glantzen mir dein angesicht,
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Laß mir dein augen scheinen:
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Die stralen von mir wende nicht,
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So bleib ich fast auff beinen.
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Solst wenden dich: müst fallen ich,
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Noch ietzt zu diser stunde;
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Ohn deine gunst: es wär vmbsonst;
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Gar müst ich gehn zu grunde.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Spee
(15911635)

* 25.02.1591 in Düsseldorf, † 09.08.1635 in Trier

männlich, geb. Spee

| Pest

deutscher Jesuit, Moraltheologe, Lyriker und geistlicher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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