[o Gott, wan ich all wolthat dein]

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Friedrich Spee: [o Gott, wan ich all wolthat dein] (1613)

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O Gott, wan ich all wolthat dein
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Mit reiffem sinn betrachte,
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Da spritzen mir beid augen mein,
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Für wunder schier verschmachte.

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Mich rühret ein gar stille brunst,
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Gekült in frewdenzähren,
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Weil krönest vns mit gnad, vnd gunst,
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Noch mehr dan wir begeren!

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Gleich wie von süssem Sonnenschein
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Gar sittiglich thut schmeltzen,
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Der Schnee, wan er Crystallenrein
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Fleust ab von stoltzen feltzen:

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Also wan deine gnaden straal
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Auf vns so lieblich scheinen,
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Da rinnen mir die zähr ohn zahl,
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Gar süßlich ich muß weinen.

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Mir hertz vnd augen schmeltzen gar,
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All adren sich erwarmen,
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Vnd strecken mir die Feuchte dar,
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An zähr mag nie verarmen.

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Wan ich schon wölt auffhören ger,
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Vnd meine brünnlein schließen;
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Doch nie sie wöllen scheinen lähr,
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Starck wöllen sie noch fliessen:

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Im lauff noch immer wöllen sein
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Die wasserbächlein kleine,
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Vnd mir albeide wangen mein
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Noch wäschen also reine.

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Ey was soll ich nun widerumb,
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Ey was dem Herren geben?
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Allweil wir ob so großer Summ
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In lauter wolthat schweben.

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Vmbzinglet seind wir vberall,
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Seind vmb, vnd vmb bezogen
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Mit lauter gnad auff allen fall:
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Gott, Gott ist vns gewogen.

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Sein milte gnad, vnd gütigkeit
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Walt vber vns mit hauffen
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Ein Meer ist seine miltigkeit:
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Da müßen wir ersauffen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Spee
(15911635)

* 25.02.1591 in Düsseldorf, † 09.08.1635 in Trier

männlich, geb. Spee

| Pest

deutscher Jesuit, Moraltheologe, Lyriker und geistlicher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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