1
Ach! kont ich meine stim dem dunder gleich erheben,
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daß sie die weite welt erschreckend möcht erbeben!
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wolt ich ersteigend bald, zugleich trost- und ruhlos,
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den aller höchsten berg, zu alles geists verwundern
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mit überlauter macht aus meiner brust ausdundern:
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der groß Gustav ist todt! todt ist Gustav der groß!
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Wan also meine red und klag zu aller frommen
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gehör und herz, mit kraft durchdringend, solten kommen,
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möcht ihrer seufzen wind und ihrer thränen meer
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ein solche ungestüm bald durchaus verursachen
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und durch ein zweite flut den umkreis sinken machen,
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erdränkend auf einmal uns und der feinden heer.
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Das aber kan nicht sein: auch ist es nicht von nöten;
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dan dieser held nicht todt; kein mensch kont ihn ja tödten;
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die götter sterben nicht. wir, wir selbs seind schier todt,
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wir seind die ursach selbs, daß wir, nicht er, verblichen,
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daß er, unwürsch, von uns unwürdigen gewichen,
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verlassend uns trostlos in wolverdienter not.
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In wolverdienter not und tödtlichem verzagen;
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wan diesen abschied wir schon ewiglich beklagen,
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so ist doch unsre klag so schlecht, als sie gerecht:
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dan als den feind er vor und dan den tod bezwungen,
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hat er sich wider stracks dem himmel zu geschwungen,
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von dannen er nur kam, zu schützen unser recht.
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Ach! wär ich dieses leids empfindlichkeit zu singen
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und aller welt gehör gebührlich fürzubringen,
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als jetzund ich gunstarm, nicht weniger kunstreich!
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so solt der schwere schmerz sich nicht in mir verschweigen,
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sondern so zierlich sich durch mein gesang bezeugen
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daß unser leid, verlust und klag einander gleich.
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Ach! aber ach! wie schwer! wie schwer und unergründlich
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ist unser schmerz! ein schmerz, ihm gleich unüberwindlich!
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ein schmerz verstummend uns, erwürgend unsre klag!
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ein schmerz, erweisend sich nicht minder unerträglich,
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dan unser verlust selbs ist kläglich und unsäglich,
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daß, wie groß schon das leid, noch größer doch die plag.
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Ein schlechtes leid kan sich mit schönen worten zieren
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und seine klag mit kunst und lieblichkeit ausführen,
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indem ein herzleid uns verstummet ganz und gar:
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der folter pein niemals des menschen mund bereichet,
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je größer ja sein schmerz, je mehr die red ihm weichet,
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je schöner seine wort, je weniger sie wahr.
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Dises erfahr ich wol und mach es gnug erscheinen,
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wan mein herz, dises leid mit der welt zu beweinen
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sich sehnend, dichten will ein wertes traurgesang,
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so findet meine seel den mund alsbald verstummen,
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und seufzen für die stim, für die wort thränen kommen,
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und wird des leids ursprung des klagens untergang.
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Bring aber ich was für von unserm schweren leiden,
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so scheinet es allein entworfen mit der kreiden
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und ist nicht unsrer lieb und seines namens wert;
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zwar kan kein kiel der welt so eigentlich beschreiben
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sein allbekantes lob, das so wehrhaft mög bleiben
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als was geschriben er mit seinem eignen schwert.
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Sein schwert, das ihm der höchst zugleich mit seinem leben
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und dan hernach die kron und scepter auch gegeben,
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gebrauchet er stets recht für die gerechtigkeit,
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bezeugend alsobald in seiner frischen jugend
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daß er der lastern straf, daß er der lohn der tugend,
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der tyrannei abbruch, der schirm der redlichkeit.
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Dan als der himmel nun der christenheit unwesen,
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der frommen not und angst, der zorn und zwang der bösen
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und der abgötterei stolz und gewalt erkant:
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hat er, freiheit und recht uns wider zu verleihen,
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des höchsten wort und volk vom untergang zu freien
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und der tyrannen wut zu zäumen ihn gesandt.
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Daher alsbald Gustav, ganz göttlich und vollkommen
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von der erretter blut zu uns herabgekommen,
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hat er gelehret die, die ihren stutz und trutz,
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daß größer sie dadurch, mit falschem ruhm anstreichen,
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man müß dem größern nicht, sondern dem bessern weichen,
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weil der groß, welcher gut und aller guten schutz.
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Hat schon ein stolzer feind, ihm ganz jung vorzukommen
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geflissen, eine stadt betrüglich weggenommen,
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bracht ihm doch ihr gewin vil mehr verlust und schand;
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dan dieser held dem feind den küfer bald zuschmissen
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und so herzhaft als jung die werte beut gerissen
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mit mächtigerer faust aus des feinds starken hand.
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Dan ja in seinem Ost befand man ihn so reichlich
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gezieret und sein wert so hoch und unvergleichlich
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daß ihm an herz und hand kein könig jemals gleich,
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und must ein jeder, ihn nur sehend, bald gestehen
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daß ihm an geists, leibs, glücks verehrungen vorgehen
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kont weder held noch got, wie immer weis, stark, reich.
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Gestehen? ja gar gern, und ihn doch nicht anschauen,
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dan vil monarchen ja nicht adler, sonder pfauen,
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und er, der tugend sonn, verblindet ihr gesicht;
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ab seiner weisheit blitz, ab seinen dunderstreichen
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sah man die fürsten selbs (zwar weit ab, doch) verbleichen,
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weil von der erden sie, er von der erden nicht.
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Auch machten bald sein lob die stolze Moscowiter
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(mit ihrer höchsten schand und schaden schlechte hüter,
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zu zeugnus seines werts) dem weiten umkreis kund;
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hat seine dapferkeit sie schon gemacht verstummen
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und ihnen der höchst selbs die sprach und stim benommen,
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verstopfend ihnen gar den rachen, hals und mund.
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Kont schon die kalte kost nicht ihrem schwachen magen,
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der dises must, doch nichts verdäuen wolt, behagen,
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so blieb ihr ekel doch und ihr unlust lang schwer,
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bis sie nach langer müh, nach ungesundem dehnen,
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nach schwächendem durchlauf, nach schläferigem gähnen
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vermehrten ihren fehl und seiner thaten ehr.
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Die Danziger hernach, durch den stolz ihrer schiffen
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verblindet, haben sich auch wider ihn vergriffen
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und, greifend ihn nicht an, die finger doch verbrant;
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daher bald weiser sie (ein großer ruhm auf erden,
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mit schaden zwar, doch bald, gewitziget zu werden)
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ihn als des höchsten knecht erkant und stets bekant.
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Gleichwie nu seine macht mit ihrer reu die Reußen,
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also empfunden auch zu ihrem preis die Preußen
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die wirkung seiner gnad und seinen schutz zumal;
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dan allzeit sein gebrauch, der demut zu verschonen
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und mit gerechter straf den hochmut zu belohnen,
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als jener sonnenglanz und diser dunderstral.
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Und dises helden prob und lob zu widerholen
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befinden billich sich mit uns vereint die Polen,
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als die gelehret er, daß nur ihr
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der seinig in der faust; daß mehr dan alle alten
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er kont jung, weis und stark mit rat und that verwalten,
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und daß nichts seinem geist unmöglich und unkund.
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Nu wolt er sich schon gern mit so vil lorberkränzen,
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mit seines alten reichs erweitert neuen gränzen,
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mit seiner feinden forcht, mit seiner freinden lieb,
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mit aller frommen lob (ganz weis und groß) vernügen
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und sig- und lobreich sich den himmeln zu verfügen,
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wär nicht um und umher der himmel noch sehr trüb.
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Dan indem diser held sein volk in ruh zu setzen,
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mit reichtum, lehr, gesatz und ordnung zu ergetzen,
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und was sunst noch zu thun, sorgfaltiglich bedacht;
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ihm, der wol schreiben kont, was andre walten solten,
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ihm, der verwaltet stets, was andre schreiben wolten,
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ward viler freinden klag bald zu gehör gebracht.
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»eh die zeitlose kron dir noch zu theil kan werden,
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muß dein haupt, herz und schwert dein ganzes ampt auf erden
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vollenden, großer held!« ruf ihm der himmel zu;
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daher (dan sich ja nicht die tugend kan verweilen)
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wolt er mit aller macht den freinden zu hilf eilen,
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erwartend anderstwa (hie nichts, dan unruh) ruh.
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Vil werk und wenig zeit ihm nu zugleich obligen,
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dazu er fertig auch. ankommen, sehen, sigen
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ist nur ein ding mit ihm, mit ihm, des höchsten knecht,
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und was sunst kein mensch kont, das muß er stracks vollenden,
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der welt ehr kan nicht ihn als andre von got wenden,
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sie kriegend nur für ihr, er für des höchsten recht.
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Wer aber hat die kunst, gebührlich zu bezeugen,
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wer aber, wer kan doch undankbarlich verschweigen
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so viler tugenden, so viler thaten wert?
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die unnachthunlich man in ihm allzeit ereuget,
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die unbegreiflich er der welt allein erzeiget
150
in seinem kurzen lauf mit seinem rat und schwert.
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Zwar die nachkommenschaft, lesend was er verrichtet,
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mag uns bezüchtigen, als ob wir es erdichtet,
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wan schon zugleich sein lob, als ihr glaub, vil zu klim,
154
dan seine werk und müh, die niemand sunst erfündlich,
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seind zahllos, übergroß, nicht säglich, nicht ergründlich
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gleich der gotlosen list und unsrer feinden grim.
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Mir, nein, dem besten kopf zu schreiben und zu lesen,
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der jemal in der welt wird sein und schon gewesen,
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ist zu kurz alle kunst der federn und des munds.
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je mehr man seinem thun und wesen recht nachdenket,
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je mehr ruhm findet man und je mehr reichtum schenket
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die tiefin seines leibs und geists goldreichen grunds.
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Sein angesicht allein erwies mehr süßer wunder,
164
mehr gnad und mayestet, dan des gots, dem der dunder
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längst zugeeignet war, und sein lehrreiche stirn
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war einer tafel gleich, die uns gab zu verstehen,
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wie man die dapferkeit und weisheit selbs möcht sehen
168
in seines adlersaugs klardoppeltem gestirn.
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Sein haupt, der tugend thron, da sie stets triumfieret,
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mit seinem reichen haar hat Phoebus selbs gezieret,
171
so hat sein antlitz mehr dan menschliche gewalt:
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auch höher bei dem haupt war er, dan die soldaten,
173
er übertraf an mut all andre potentaten,
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kurz: götlich war sein gang, stand, red, statur, gestalt.
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Zwar seinen heldenleib und wolgestalte glider,
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daß man sein controfet nach seinem hintritt wider
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mit wunder sehen möcht, vermöcht des malers kunst
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vil ähnlicher villeicht, als eine schrift, verfassen
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und der nachkommenschaft, als ein kunststück, verlassen,
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thät er, wie allen gut, zu sitzen, ihm die gunst.
181
Er aber, gottes volk zu retten und zu schützen,
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allein zu uns gesandt, hat nicht mehr zeit, zu sitzen,
183
mehr nicht zu seiner speis, mehr nicht zu seinem schlaf,
184
dan ein getreuer knecht auf der schiltwacht zu stehen,
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ein steurman in dem sturm den sternen nachzusehen,
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ein hirt von wölfen stets zu freien seine schaf.
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Und dan den bessern theil, mit dem nichts von der erden
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jemal vermischet war; als seinen geist, geberden,
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gotsforcht, leutseligkeit, sinnreichen mut, verstand,
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fleiß, fertigkeit und müh, die aller sprachen lehren
191
und künsten wissenschaft ihn leichtlich kont gewehren,
192
scharfsinniges gericht und niemals müde hand.
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All solche seelenzier muß unbeschriben bleiben,
194
dan sie kein mensch der welt kan malen und beschreiben,
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so daß allhie umsunst malkunst und poetrei
196
des leibs form mit der farb kan jene nicht befehlen,
197
des geists form mit der schrift kan dise nicht vermählen,
198
daher dan solcher müh und ruhm sie beede frei.
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Nichts desto weniger, ob sich schon nirgend findet
200
ein pensel so subtil, ein kiel so wolgegründet,
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daß seiner farben zier, daß seiner dinten lehr
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möcht dises helden form und thun für augen legen,
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soll pensel, feder, mund und herz all ihr vermögen
204
anwenden dankbarlich zu seiner steten ehr.
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Er soll und muß allein (er allein ganz vollkommen)
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uns allzeit aus dem mund, aus dem mut niemal kommen;
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endlos soll sein in uns sein lob und unser leid.
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leid? nein. dan wolt ihn schon der himmel uns nur weisen,
209
so weiset er uns auch, daß er nicht gnug zu preisen,
210
und daß nach got allein er unser trost, hilf, freud.
211
Indem nu post auf post ihm fürbracht schwere klagen
212
von grober schinderei, beschwerungen, auflagen
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gotslästerung, notzucht, schandthaten, marter, qual,
214
einäschern, mörden, spot (schmerz über alle schmerzen!)
215
gieng solches alles ihm, wie billich, tief zu herzen,
216
als ob er und sein reich in selbiger drangsal.
217
Die not der nachbarschaft in Mechelburg und Pommern
218
erlaubet ihm nicht mehr zu schlafen, noch zu schlummern,
219
und er erkennet selbs, daß nunmehr seine zeit,
220
des adlers krummen flug und raub nicht mehr zu leiden,
221
sondern die flügel ihm und klauen zu beschneiden,
222
die er, voll stolz, geiz, wut, ausstrecket vil zu weit.
223
Als nu sein ohr und mut, ganz mild, das werk erfassen,
224
hat er, als der sich stets auf got allein verlassen,
225
mit wahrem löwenmut, from, forchtfrei, stark und klug,
226
zu strafen alle die, die das Teutschland beflecket,
227
in unerhörter eil das meer und land bedecket
228
mit sigendem kriegsheer und fliegendem meerzug.
229
Das meer sah man da bald mit Schwedens schatz beladen,
230
und zugleich still und glat, dem meerzug nicht zu schaden,
231
als welchem lieb und wert des königs gegenwart:
232
der wind enthielt sich auch von allem sturm und rasen,
233
erfreuend sich allein die segel aufzublasen,
234
begünstigend nach wunsch des helden überfahrt.
235
Das wasser war schier ganz von dem meerzeug verborgen,
236
als auf dem hauptschif hoch der held voll treu und sorgen
237
betrachtend hin und her des teutschen reichs zwietracht,
238
sah, als es ihm fürkam, drei beltische Sirenen,
239
die mit augsteinen reich die haar und arm beschönen
240
und die ihr lieb und leid ihm also fürgebracht:
241
»demnach, o großer held, der höchst dich nunmehr schicket,
242
daß Teutschland werd durch dich errettet und erquicket,
243
so fahr nu glücklich fort ohn forcht, leid und verdruß,
244
und wiß, daß du darzu geboren und erkoren,
245
zu widertrösten die, die sunst ohn dich verloren,
246
ob dir zuwider schon vil not, list, hindernus.
247
Durch vil müh und gefahr must du den krieg forttreiben,
248
doch soll kein feind für dir sighaft noch standhaft bleiben,
249
zu deinem dienst und lob wird alles sein bereit.
250
so fahr nu fort mit got und mit sigreichen wafen,
251
deinem beruf gemäß die tyrannei zu strafen,
252
vertrauend, wie du thust, auf gottes hilf und gleit.
253
Wie der verruchte feind ist aller guten spötter,
254
also, du gottes volks gesegneter erretter,
255
zeuh fort und greif frisch an mit lust das große werk!
256
schon förchten sich des volks verkehrer und bethörer,
257
schon zittert selbs des reichs vermehrer, nein verstörer,
258
für deines eifers kraft, fleiß, dapferkeit und sterk.
259
Fahr fort, o großer held, die frommen zu ergetzen,
260
die schon ihr aug aus freud, wie wir für leid es netzen,
261
ach! daß sie, wie wir dir, wie beeden du, getreu!
262
dan du, wie Herkules, nachdem dein lauf vollendet,
263
solt werden dieser welt, die dein nicht wert, entwendet,
264
so hoch wird sein das werk zu machen Teutschland frei.«
265
Hiemit der morgenröt gold- und leibfarbe flügel
266
entdeckten die mastbäum und nahenden lands hügel,
267
und der wind, legend sich, bracht das schif an das land,
268
aus welchem, als der held auf das gestad gesprungen,
269
hat knüend er zu dank mit eiferiger zungen
270
erhaben sein gebet, sein herz, gesicht und hand:
271
»o höchster got! o herr des himmels, meers und erden,
272
dem unser sin und herz nicht kan verborgen werden,
273
herr, dessen eigen ist der Nord, Sud, West und Ost!
274
gib, daß mit deiner hilf, wa ich mich hin zu wenden,
275
ich mög all meine werk anfangen und vollenden
276
zu deines namens ehr und deiner kirchen trost!«
277
Hernach hat ohn verzug er alles angerichtet
278
was immer zu dem krieg des menschen witz erdichtet,
279
ja was zuvor noch nicht erfunden, noch erkant;
280
in allem seine weis war andern unerdenklich,
281
sein fleiß, fürsorg und müh war andern unerschwenklich,
282
auch bleibet ewiglich, der ihm gleich, ungenant.
283
Die art, fürsichtigkeit, belägrung, ordnung, wachten,
284
verschanzung, zug, anfall, scharmützel, stürm und schlachten,
285
besatzung, kundschaft, rat, gehorsam, lohn und ehr,
286
der füchs und löwen kunst, die allein diesem helden
287
verständlich und bewust, alhie allein zu melden
288
ist über alle werk ein werk zu hoch und schwer.
289
Zwar weiß die weite welt, zwar wissen die soldaten
290
die unnachthunlich groß, ungläublich weise thaten,
291
die übermenschlich er so bald und schnell verbracht:
292
du, ganzes teutsche reich, kanst nimmermehr vergessen,
293
wie er, stets sigreich, dich, dir zu trost, durchgemessen,
294
wie überwindlich stracks dein feind für seiner macht.
295
Das machen offenbar vil fremd und welsche krieger,
296
des adlers zorns geschmeiß, verherger und betrüger,
297
die (sterbend) für dein gold gebissen deinen grund:
298
was schuß Perusi hat, was Capua für kappen,
299
was Savelli für stöß von Schweden, Finnen, Lappen,
300
mit ihnen machet es der Quade Knud selbs kund.
301
In Wolgast, Stargart, Garz, Loitz, Colberg, Greifenhagen,
302
Rubnitz und anderstwa den feind zu finden, schlagen,
303
ja zu verjagen gar, war nur ein werk mit ihm:
304
zu Stralsund als ein stral, zu Landsberg und zu Werben
305
bezwang sein schwert den feind zu fliehen oder sterben,
306
wan seine bit um gnad nicht stillet seinen grim.
307
Zu Frankfurt kont der feind die Oder nicht aussaufen,
308
darum erdrank ein theil; ein theil in großem haufen
309
das wasser färbte ganz mit seinem groben blut.
310
Gripswald, Dammin, Landsberg, Schwerin wird eingenommen,
311
mit vilen stätten mehr, die all, glückselig! kommen
312
unwillig oder gern in dises helden hut.
313
Was aber solt ich hie vil stät und schlößer nennen,
314
wan ganze länder ihn erkennen und bekennen,
315
daß er, nach got, ihr heil, erlöser und patron,
316
dan gar bald hat sein rat und that (die stets gedeihet)
317
ganz Rügen, Pommerland, Mark, Mechelburg gefreiet
318
von mehrer tyrannei, gewalt, not, jammer, hohn.
319
Jedoch muß ewiglich in der gedächtnus bleiben
320
was kein mund, keine hand kan sagen, kan beschreiben
321
die grausamkeit des feinds zu Penkum und Paßwalk,
322
wie auch der alte fuchs, der Tilly, wolt vertilgen
323
die edle Jungfrauburg und ihre ros und gilgen,
324
dafür er nunmehr doch bezahlet mit dem balg.
325
Dan obwol unser held ihn oft zuvor geschlagen,
326
wolt doch der fuchs die schanz noch einmal wieder wagen,
327
da dan bei Leipzig er empfieng ein solchen streich,
328
daß er darauf mehr nicht (weil seiner harten schwarten
329
der streich kam vil zu tief) wolt eines andern warten,
330
sondern floh stets für ihm, ganz zittrend, schwach und bleich.
331
Doch kont des fuchsen volk so leichtlich nicht wegfliehen,
332
weil ihnen des solds rest gebührlich einzuziehen
333
in eigner hand gebracht des höchsten held und knecht;
334
sondern sie, die nur schnell zu rauben, schwören, balgen
335
empfiengen ihren lohn an, under, um den galgen,
336
daß also noch der galg nicht gar verlor sein recht.
337
Wie vil raubvögel doch, durch Teutschlands Aas betrogen,
338
die nach dem raub zu lang hin und her umgeflogen,
339
erdappet da zumal des schwerts und des tods schlag!
340
und wie vil wilde thier, die teufelisch gehauset,
341
hat der löw von dem Nord bezwungen und zerzauset
342
in dieser schnellen jagd und schweren niderlag!
343
Doch seind, wie auch der fuchs, zu diesem mal entrunnen,
344
die eine galgenfrist, und nicht vil mehr, gewunnen,
345
dan wie ihr leben stets ohn alle menschlichkeit:
346
also verfolget er sie über berg und schrofen,
347
und Erfurt, Wittemberg, Würzburg und Königshofen
348
bezeugen ewiglich des helden dapferkeit.
349
Vil vestungen und stät, ja ein land nach dem andern
350
begehren ihr gesatz von disem Alexandern;
351
er aber tröstet sie mit freiheit, fried und freud;
352
ganz Meissen, Thüringen, ganz Sachsen, Hessen, Franken,
353
Pfalz, Schwaben, Schlesien und Elsaß ihm all danken,
354
daß sie durch ihn nun frei von dienstbarkeit und leid.
355
Daher, weil sein gesicht kont alle welt enttrüben,
356
sah man ihn alle welt hochachten, ehren, lieben,
357
als welchem an verdienst kein held, kein Caesar gleich;
358
dan kein mensch in der welt kont lust und wollust meiden,
359
noch hunger, durst, unruh und unglück standhaft leiden,
360
wie der gleichlose held an aller tugend reich.
361
Mit frisch forchtfreiem mut zu allem sich bereiten,
362
im höchsten glück und sig die segel nicht ausspreiten,
363
nicht ändern sein gesicht, noch brechen seine wort,
364
dem wollust wie dem leid beharrlich widerstehen,
365
sich stets ohn falsch, ohn fehl, ja got gleich lassen sehen,
366
als der gotlosen feind und aller guten hort;
367
Mit schlechtem brot und drank gesättiget zu werden,
368
für sein drinkglas den helm, für sein ruhbet die erden,
369
für pfulen einen stein, ja auch wol schnee und eis,
370
für sein bad einen fluß, zaglos, zu brauchen pflegen,
371
und sein werk setzen fort in hitz, frost oder regen
372
und ihm selbs stets geleich, war allzeit seine weis.
373
Er, aller tugend schutz und aller laster hasser,
374
empfieng nu billich hilf von dem luft, land und wasser,
375
die zumal ihm zu lieb und seinem feind zu haß,
376
daß seinem heer und zeug kein berg, kein weg beschwerlich,
377
daß seinem zug und troß kein wasser werd gefährlich,
378
ihm ebnen nu den weg und öfnen ihm den paß.
379
Das wird allzeit die Elb, Sprew, Weser, Embs bezeugen,
380
das wird niemal die Saal, noch die Donau verschweigen,
381
die sich entsatzten all ab seinem mut und glück;
382
die Mosel, Maas und Nid ein solches auch klar machen,
383
auch wird der feind nicht mehr ab und bei dem Lech lachen,
384
alda mit wunder er vollbracht ein heldenstück.
385
Dan er, der helden held und aller keisern könig,
386
gedenkend an gar nichts, das schlecht, leicht oder wenig,
387
vollendet solches werk ganz unvermehrlich groß:
388
kein unfall und gefahr kan ihm das herz bewegen,
389
kein feind kan ihm den paß versperren, noch verlegen,
390
je größer ist sein mut, je größer der anstoß.
391
Da hat der alte fuchs, der noch einmal wolt prangen,
392
mit seiner Bayernheerd nu seinen rest empfangen,
393
mit seines lobs verlust und seines spots gewin;
394
villeicht hät sein glückrad sich nicht so bald geneiget,
395
hät er dem löwen nicht mit flucht den weg gezeiget
396
und in das Bayerland schnurstracks geführet ihn.
397
Kanst du wol, Herkules, nicht sein in schweren sorgen,
398
wan so vil kot und mist in disem stall verborgen
399
und wan die hirten selbs ohn glauben, wahrheit, treu?
400
allein kan Regenspurg, Ulm, Hanau, Augsburg, Schwaben
401
ab deiner nachbarschaft und ankunft sich erlaben,
402
befindend sich durch dich von ihrem drangsal frei.
403
Was Ginßburg, Lauingen, Kirchberg und Gundelfingen,
404
Rain, Höchstat, Dillingen und München dir fürbringen,
405
ist lauter gleißnerei und falscher pfaffen fund;
406
auch dich seind sie nicht wert zu sehen noch zu hören,
407
weil sie nicht gottes worts, noch seines trosts begehren
408
der sie doch stürzen wird, wan es zeit, in den grund.
409
Wolan, held, sih dich um! dein tag ist schier verflossen,
410
und die, die deiner hilf, unwürdig zwar, genossen
411
vergessen wider got ihr eigen heil und schuld;
412
sie seind nicht mehr stark gnug dein und ihr glück zu tragen
413
sie därfen (torrecht) schon sich wider klagend fragen:
414
»wie? müssen wir dan nu geleben seiner huld?«
415
O stolze pfaffenlehr! o ihr gotlose thoren!
416
wan euch noch nicht bekant, verzaubert und verloren,
417
wie gleichlos sein verstand, wie sigreich stets sein schwert!
418
und ihr, die anderwerts des höchsten auch vergesset
419
und dises helden macht mehr, dan got selbs, zumesset,
420
seid beederseits zugleich noch mehrer straf wol wert.
421
Entzwischen thust du recht der freinden leid zu steuren,
422
den flug der wilden gäns, nachtraben, weiren, geiren
423
aus Lothringen, Welschland und Spanien auf raub
424
um den Rhein, Neckar, Main zu fliegen angereizet
425
und mit des adlers gunst dem land zu leid gebeizet,
426
verkürzend, sie für aaß zu sättigen mit staub.
427
Von solchem vogelfang kont frölich mit den Schweden
428
Meinz, Manheim, Creuzenach, Speyr, Bacharach wol reden:
429
doch alle länder, stät und plätz von des feinds schmach
430
errettet und die stürm, belägrungen und schlachten,
431
die er, sigreich, gewan, mag man allein betrachten,
432
doch kaum verkündigen durch die schrift oder sprach.
433
Wolan dan, held, bedenk, du hast noch nicht vernichtet
434
des adlers tyrannei, der wider dich aufrichtet
435
noch einen starken zug und schreckliche heersmacht:
436
er sendet einen man, krieg wider dich zu führen,
437
der alles wissen will und will, got gleich, regieren,
438
unwissend, daß sein fall sehr nah bei seinem pracht.
439
Nu dieser neu abgot, verhoffend seinen willen,
440
ernstlistig, wider dich und Teutschland zu erfüllen,
441
erfüllet schon das land durch seinen zug mit leid;
442
dan wa er immer kan land und leut nur anblicken,
443
da kan kein ruh, noch fried, land und leut mehr erquicken,
444
weil für ihm fliehen stets glaub, hofnung, lieb und freud.
445
Wie kühn sich nu der held von Münchenstat gewendet,
446
wie schnell er dieses mans sig und triumf geendet
447
das machen Donauwert und Nürnberg offenbar
448
und andre länder mehr, die ihn, die er geliebet,
449
daher er, ihren feind betrübend, sie enttrübet
450
und sie erlöset bald von forcht, angst und gefahr.
451
Freistätlin kan uns hier insonderheit vil sagen,
452
wie mutig dieser held den albern feind zu jagen,
453
bis endlich er mit zwang ihn zu dem stand gebracht:
454
da weil der feind nicht kont, daß ihm nicht möcht mislingen,
455
für seinen großen wahl stein gnug zusamen bringen
456
ward er genötiget zu einer offnen schlacht.
457
Da nam der held sein pferd, das er vor oft beschritten
458
und auf dem er sigreich in mancher schlacht gestritten,
459
ein pferd, recht kühn und stolz, daß der gotgleiche held
460
sein herr und herscher ist, der einig wert auf erden,
461
das nur von seiner hand solt geregieret werden,
462
wär sie nur seiner wert, wie ihrer er, die welt.
463
Der hengst mit dem gewicht des helden hoch geehret,
464
die ohren spitzend, stets den kopf hin und her kehret,
465
versilbert mit dem schaum das mundstück und gebiß,
466
bald scharret er den grund, bald darf er aus der nasen
467
mit winzlen überlaut ein dicken dampf ausblasen,
468
zugleich des kampfs und sigs begirig und gewiß.
469
»gelobet sei der höchst, weil nu die stund fürhanden«,
470
sprach alsbald unser held, »der unsern feind mit schanden
471
und mit endloser ehr uns numehr krönen will!«
472
darauf hat er sein heer in ordnung bald gestellet,
473
fußvolk und reuterei gesöndert und gesellet,
474
befehlend, daß sein ampt ein jeder recht erfüll.
475
Also bereit, sein volk auf den feind anzuführen,
476
sah solches under ihm, als einem got, prachtieren,
477
wie es vor oft gethan, sein schön schwarzbraunes pferd.
478
auch sah der held sich selbs von dem heer, welches leben
479
und sterben für ihn will, mit freuden rund umgeben,
480
gleichwie ein lieber hirt von seiner lieben heerd.
481
»gesegnet bist du, held, gesegnet wir soldaten,
482
die dienend under dir, theilhaftig deiner thaten«,
483
sang bald der ganze hauf mit einem mund und mut:
484
»kein glück und kein unglück hat wider dich vermögen
485
und nichts kan dein gemüt und angesicht bewegen,
486
umsunst ist wider dich des feinds gewalt, list, wut.
487
Gleichwie der amboß sich nicht förchtet für den streichen,
488
wie des meers wellen auch die felsen nicht erweichen,
489
also verändert dich kein ernst, gefahr, noch scherz;
490
wie die flüß in das meer sich ohn zunemen gießen,
491
wie aus dem meer die flüß auch ohn abnemen fließen,
492
also ist ihm selbs gleich allzeit dein heldenherz.
493
Wie oft hat unser feind, von dir stets überwunden,
494
mit spater scham und reu gefunden und empfunden,
495
daß dir zuwider sein war nicht ohn tods gefahr;
496
erkennend mit verdruß, daß dir nichts widerstehen
497
und ihm nichts helfen kont, dan fliehen oder flehen,
498
das erst zwar ungewiß, das ander allzeit wahr.
499
Wie oft, wan uns der feind, wan wir den feind erwecket,
500
hat, ohn brustrüstung, uns in höchster not bedecket
501
als unser schirm und schilt allein dein blose brust!
502
da dan dein scharfes schwert ein solche lehr geschriben
503
in unsrer feinde köpf, die ihnen bald vertriben,
504
mehr wider dich und uns zu kämpfen, allen lust.
505
Wie oft, wie oft ist doch, vermischend sich zusamen
506
des feinds verlust und spot mit deinem lob und namen,
507
indem von deinem schwert der feind schon blind, taub, stum,
508
in manchem bach von blut, aus des feinds leib vergossen,
509
dan in den nächsten fluß, dan in das meer geflossen
510
und mit des meers gerausch ganz um die welt herum!
511
Daher, dieweil dein herz, als aller tugend tempel,
512
dieweil dein haupt und faust ein spiegel und exempel
513
der tugend wahren kraft schon durch die ganze welt
514
was immer gut und recht bewehret und gelehret,
515
besorgen billich wir, daß du nicht recht geehret,
516
verlassend uns, nu mehr solt sein des himmels held.« –
517
»gnug, ruf der held damal, mich und euch anzufechten
518
ist jetzund nicht die zeit! nun ist es zeit zu fechten,
519
so haltet euch nu wol, wie ich euch dan ermahn.
520
ich setz mein blut und leib für euch auf, liebe brüder,
521
darum so haltet euch allzumal und ein ieder
522
recht redlich nach gebühr. so wollen wir nu dran.
523
Got weiß, auch wisset ihr, daß ich nicht meinen nutzen,
524
sondern des höchsten ehr und kirchen zu beschützen
525
alhie such und verhoff, daß es auch euer mut,
526
und euer auch der sig; dan, werdet ihr nicht stehen,
527
ist es um die freiheit und gottes dienst geschehen;
528
wolan, erweiset euch von redlich dapferm blut.
529
Das walt der liebe got! got mit uns wie vor zeiten!
530
o Jesu, Jesu hilf, hilf Jesu mir heut streiten
531
zu deines namens ehr! steur unsrer feinden pracht.«
532
Also hat er sein volk anführend mehr ergetzet
533
und mitten in die feind, stets sigreich, selbs gesetzet,
534
da er bald manche that und seinen tag vollbracht.
535
Gleichwie wan ein sturmwind oder windsbraut entstehet
536
und hecken, bäum und thürn urplötzlich stracks umwehet
537
ein trauriges gewülk, ganz finster, schwarz und dick,
538
recht einem traurrock gleich, mit dunst, dampf, rauch erfüllet,
539
den tag, das firmament und die sonn selbs verhüllet,
540
verblindet das gesicht in einem augenblick:
541
Ein allgemeiner graus, geräusch, getös, getümmel,
542
als ob der höllen sitz wär nu mehr in dem himmel,
543
vermischet den abgrund, das erdreich und den luft;
544
aufspalten sich behend mit blitzen, schrecken, wunder
545
die wolken, und den grund erbebet bald der dunder
546
voll flammen, feuer, brunst erscheinet manche kluft;
547
Bald mancher dunderschlag, mit stralen ganz beladen,
548
durchstürmet das gewölk und land mit brunst und schaden
549
bald feurig ist die luft, bald finster um und um;
550
die wolken brechen sich, dan fallet ein schlagregen,
551
verhartet ganz in eis, der bald mit tausend schlägen
552
zerschmettert frucht und volk, daß alles lahm und krum:
553
Also, und greulicher mit krachen, schallen, knallen
554
seind bald die beede heer einander angefallen
555
da war die luft alsbald voll feuer, rauch und dampf;
556
der grund errüttet sich von bölern und cartaunen,
557
darab die thier und leut erstummen und erstaunen,
558
als ob der himmel selbst und erdreich einen kampf.
559
Damal hat unser held, indem es feuer regnet,
560
mit seinem theuren blut, sigreich, die welt gesegnet,
561
da dan das firmament bald krönet seine stirn:
562
damal ist unser held (sprich ich) uns zu entfahren
563
als wahrer Herkules dem himmel zugefahren,
564
da er dan leuchtet klar, ein neues nordgestirn.
565
Kaum, kaum war das gerücht (niemal stum) laut erhöret,
566
wie daß Gustav der groß der götter zahl vermehret,
567
daß sich vermehret auch des heers grim, stärk und macht;
568
mit ganz gerechtem zorn ihr herz und mut nun wachsen,
569
sonderlich tröstet sie Bernhard, der held von Sachsen,
570
daß numehr sterblich nicht ihr schutzherr und obacht.
571
Daher, des helden stell gebührlich zu vertreten,
572
hat er (als heimlich schon den stern sie angebeten
573
und er geführet sie begirig auf den feind)
574
geschleifet auf den grund ohn alle gnad und dauren
575
des eisenin feinds thürn und lebendige mauren;
576
da half kein herrenstand, da galt kein gelt, noch freind.
577
So mächtig war Gustav, und sein volk so andächtig,
578
daß es ihm opfern wolt ein opfer tausendfächtig
579
und tausendfältig mehr von volk und vieh zumal:
580
da Bernhard und sein heer, als ob sie all kriegspriester,
581
geschlachtet ohn anzahl des teutschen reichs verwüster
582
mit des schwerts scharfem blitz und grober stücken stral.
583
Ein regen, dick von blei, stein, erz und feuerschlossen
584
mit schwarzem dunst und brunst wird wider ausgegossen
585
mit scheutzlich herbem tod auf des feinds ganzes heer;
586
dan des nordsterns einfluß kan der feind nicht vermeiden,
587
sondern er muß, er muß des lebens schifbruch leiden
588
in seinem auf dem feld noch rasenden blutmeer.
589
Damal der bleiche feind, den der nordstern verdrieße,
590
hat seinen geiz, ehrgeiz und blutdurst gar gebüßet,
591
sich saufend voll mit blut und beißend die walstat,
592
da dan des helden heer mit aufgehabnen händen
593
ersuchet got mit lob, daß sein werk zu vollenden,
594
durch ihres sterns kraft stark, sie niemal würden mat.
595
Sig- und trostreich zugleich erhöret und gewehret,
596
befand es sich alsbald, und noch dazu gelehret,
597
daß lang in eitelkeit zu leben ganz umsunst;
598
dan unserm lebenslauf ein kurzes zil gestecket
599
und nur der, der sein lob darüber weit ausstrecket
600
der ist den göttern gleich, der hat der tugend kunst.
601
Als nu das heer sigreich den helden wolt beweinen
602
sah männiglich mit trost klar an dem himmel scheinen
603
»der groß Gustav Adolf ist ewiglich gleichlos.«
604
und dieses Ebenbild ward ihm bald aufgerichtet
605
mit dieser überschrift, die keine zeit vernichtet:
606
»gleichlos ist ewiglich Gustav Adolf der groß.«