Lust und vergnügen in der pein

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Georg Rodolf Weckherlin: Lust und vergnügen in der pein (1618)

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O wie süß seind meine schmerzen,
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die ich ihrenthalb ertrag,
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weil sie mild in ihrem herzen
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nu empfindet gleiche plag,
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und dieweil sie mit freindlichen anblicken
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versehret vil und will nur mich erquicken.

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Meiner augen leid vermehret
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meines herzens große brunst:
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ich sih, daß ihr herz versehret,
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wol bei ihrer augen gunst;
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dieweil ihr glanz mit lieblichen anblicken
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will strafen vil und nur mein herz erquicken.

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Diese stern zu allen stunden
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zeigen sich so freudenreich,
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daß sie nah und fern verwunden
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dem cephalischen pfeil gleich;
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sie könden auch mit kräftigen anblicken
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auf einmal gleich versehren und erquicken.

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Darum muß die welt bekennen,
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o ihr augen, der welt pracht,
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daß, wa eure facklen brennen,
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da wird es niemalen nacht.
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und daß ihr könt mit seltsamen anblicken
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des menschen herz betröwen und erquicken.

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Mein herz mag sich wol ergetzen,
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wan es findet euch so klar,
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ehrend euch als seine götzen
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auf dem schönesten altar;
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vor dem bit ich, daß mit liebreichen blicken
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ihr wollet mich und niemand sunst erquicken.

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Ich bit euch, nicht zu verschmähen
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mein herz für ein opfer schlecht,
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euch verbrennend anzusehen,
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Phönix gleich, in lieb gerecht;
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als den der schein so lieblicher anblicken
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kan tödtend bald mit freud widrum erquicken.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Rudolf Weckherlin
(15841653)

* 15.09.1584 in Stuttgart, † 23.02.1653 in London

männlich

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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