[dass ihr an Gott nicht glaubt]

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Franz Grillparzer: [dass ihr an Gott nicht glaubt] (1839)

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Dass ihr an Gott nicht glaubt,
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Sei euch etwa erlaubt,
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Gott ist überall Er,
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Stellt sich von selbst wieder her.

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Daß euch die Sitten ein Spiel,
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Kümmert mich wieder nicht viel;
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Sitten sind eben Gebrauch,
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Leichtere reichen wohl auch.

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Aber was fehlt und was schlecht,
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Ist das Gefühl für das Recht:
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Daß euch der Nutzen, das Mein,
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Gott und Götze allein,

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Daß der Vertrag euch ein Spiel,
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Nichts als ein Mittel zum Ziel,
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Das, wenn den Zweck ihr erreicht,
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Eben auch brecht wieder leicht,

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Daß, wenn der Nachbar in Not,
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Frech ihr das Unglück bedroht,
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Was jeder mein oder glaub,
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Jeder begierig zum Raub.

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Und eurem Könige feind,
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Wo er es ehrlich meint,
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Schnell mit ihm ihr versöhnt,
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Wenn er das Recht verhöhnt,

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Und ob von rechts oder links,
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Jeder begierig des Winks,
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Andern zu schmieden die Last,
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Die ihm zu Hause verhaßt.

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Andere Länder zwar auch
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Hegen den nämlichen Brauch,
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Doch nur, was heißt Kabinett,
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Dort solche Wege geht.

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Tuns den Erfindern wohl gleich,
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Lerntens eben von euch,
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Politik heißt der Pfiff,
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Auch: fünf Finger, ein Griff.

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Während, was Volk man nennt,
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Mitleid und Anteil kennt,
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Auch bei den andern ehrt,
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Was seinem Herzen wert.
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...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Franz Grillparzer
(17911872)

* 15.01.1791 in Wien, † 21.01.1872 in Wien

männlich, geb. Grillparzer

österreichischer Dramatiker

(Aus: Wikidata.org)

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