Die Ehe

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Barthold Heinrich Brockes: Die Ehe (1727)

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So viel mir von der Eh bekannt,
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Will ich euch itzt zu wissen sügen.
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Es ist ein angenemer Stand,
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Ein Stand voll Anmut und Vergnügen,
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Wenn Mann und Frau, in ihrer Jahrer Blühte,
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Nebst einem billigen verträglichen Gemüte,
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Und guten Mitteln, in die Eh
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Gesunde, wohlgebildete,
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Und starke frische Cörper bringen,
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Auch ein von anderer Verbindung freyes Herz
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Samt einem sanften Geist’ in allen Dingen,
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Der auch beym Ernst zuweilen Scherz
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Herfür zu bringen weiß, und der die Welt,
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Ohn daß sie ihm zu wol gefällt,
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Kennt, braucht, und gleichwol auch es unterlassen kann.
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In solcher Ehe nun, davon ich sage,
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Sind alle Nächte süß, und glücklich alle Tage.
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Kaum bricht der küle Morgen an;
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So kehren Mann und Frau, nach einer sanften Ruh’,
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Jhr lächlend Auge schon einander fröhlich zu.
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Kömmt etwas ernstes vor; erwäg’t mans in der Stille,
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Und stimmt man etwan einst nicht überein;
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So muß nicht die Gewalt, nicht Eigenwille,
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In ihren Sachen Richter seyn.
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Man unterweiset sich, man leitet,
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Man stellt’s einander vor, erklär’t sich, und bedeutet,
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Ohn daß man sich dabey zu weise dünken lasse.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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