Motto

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Johann Christian Günther: Motto (1709)

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So aber sucht man ihm die Wege vorzuschreiben:
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Dem soll ich Rolands Stamm in einen Vierzling treiben,
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Der fodert auf ein Blat den ganzen Dichterkram ...
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Dem soll ich den Papa in jede Strophe thun,
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Der bettelt, geht und kommt und kan vor Angst nicht ruhn,
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Bis daß ich Flavien erbermlich vorgeleyret,
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Wie, da sie gestern spät das Sonntagszinn gescheuret,
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Ihr aufgestreifter Arm die Schwanenhaut entblöst
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Und ihm dadurch die Milch der Hofnung eingeflöst,
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Daher in seiner Brust ein neuer Aetna brennte,
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Dem selbst ihr Schüßelfaß die Glut nicht löschen könte.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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