[nechst stritten Warheit, Glück und Liebe]

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Johann Christian Günther: [nechst stritten Warheit, Glück und Liebe] (1709)

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Nechst stritten Warheit, Glück und Liebe
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Um Vorzug, Stärcke, Rang und Ruhm
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Und liefen mit erhiztem Triebe
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Zur Themis in das Heiligthum.
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Die Themis saß mit Schwerd und Waage,
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Wie ihrer Majestät gebührt,
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Und hatte sich an diesem Tage
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Mit neuen Strahlen ausgeziert.

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Die Warheit sprach: Mein Bliz muß siegen,
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Er fährt der Boßheit durch den Sinn,
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Er trozt die Zeit, beschimpft die Lügen
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Und wirft den Hohn der Misgunst hin;
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Mein Glanz entspringt vom reinsten Lichte,
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Er reißt der tollen Heucheley
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Die schnöden Larven vom Gesichte
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Und macht die Unschuld allzeit frey.

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Halt, sprach das Glücke, mit dem Prahlen,
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Dein freyes Maul ist so bekand,
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Die Welt vermeidet deine Strahlen,
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Und mir beuth alle Welt die Hand;
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Mein Seegel bringt die reichsten Wahren,
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Schau meine Kugel nur recht an,
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Dies Sinnbild lehrt dich erst erfahren,
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Mir sey der Erdkreiß unterthan.

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Mir opfern all und jede Stände
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Begierden, Leben, Wuntsch und Blut,
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Den Helden geb ich Muth und Hände,
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Den kalten Schönen Lust und Glut.
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Sey auch ein Leibniz im Erfinden
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Und im Regieren Salomo,
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Will ich mich nicht mit dir verbinden,
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So drischt dein Wißen leeres Stroh.

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Das Glücke wollte weiter sprechen,
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Die Liebe fiel ihm höhnisch drein,
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Geh, sprach sie, in die truncknen Zechen
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Und schwaze dies den Kindern ein;
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Geht, sag ich, endlich alle beide
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Und räumt mir gleich und gern den Plaz,
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Ich bin der Menschen Trost und Freude,
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Des Himmels Kind, des Lebens Schaz.

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Ich bin die Mutter aller Dinge
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Und herrsch in jeder Creatur,
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Durch mich wird Gram und Zorn geringe,
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Mein Nectar ist die beste Cur.
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Baum, Vögel, Thiere, Graß und Sträuche
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Sind Zeugen meiner süßen Macht,
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Die öfters auch den Tod zur Leiche
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Sowie aus Fürsten Köhler macht.

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Ich brauche weder Pfeil noch Bogen,
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Die mir der Heiden Dichterkunst
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Aus Scherz und Blindheit angelogen;
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Denn Wafen bringen wenig Gunst.
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Die Kraft, wodurch ich alles binde,
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Ist innerliche Lust und Qual;
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Ein Blick von einem schönen Kinde
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Vermehrt gleich meiner Sclaven Zahl.

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Und daß ich euch nur recht beschäme,
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So seht und nehmt dies Bild in Acht
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Und sagt mir, ob Minervens Rähme
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Was Künstlichers ans Licht gebracht.
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Die Liebe schwieg und wies indeßen
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Ein ungemeines Conterfey,
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An dem der Pinsel nichts vergeßen
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Als etwan blos die Schmeicheley.

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Die Schönheit wies in allen Zügen,
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Was dort Anacreon bestellt;
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Die nette Locke schien zu fliegen,
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Die Haut war Schnee, der jezo fällt,
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Die Lippen schwollen von den Rosen
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Und waren gleichsam schon bereit,
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Mit solchen Küßen liebzukosen
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Als Friede und Gerechtigkeit.

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Was nur von Sanftmuth und Entzücken
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Apellens Kunst entwerfen mag,
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Das schos hier aus den holden Blicken
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Und gab ein Feuer an den Tag,
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Ein Feuer, deßen Geist und Stärcke
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Die Schönheit des Gemüths entdeckt
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Und durch verborgne Wunderwercke
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Auch in der Ferne Glut erweckt.

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Nun, sprach die Liebe, mögt ihr paßen,
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Der Vorzug hebt mich über euch;
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Wen solche schöne Ketten faßen,
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Der spricht wohl: Glück und Warheit weich!
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Das Glücke stund, die Warheit lachte,
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Und beide rißen sich darum,
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Bis Themis die Entschließung machte:
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Dies Bild soll in mein Heiligthum.

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Ihr aber sollt dabey als Wächter
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Mit euren Gaben opfern stehn
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Und durch den Neid der Landestöchter
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Sein Lob noch desto mehr erhöhn.
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Die Liebe that, was Themis sagte,
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Und trug das Bild in ihren Saal,
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Des Glückes Vorwiz aber fragte:
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Wo ist denn das Original?

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Mein Lorbeer flicht in deine Myrthen,
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Vergnügter Bräutigam, ein Blat,
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Das, da dich Lieb und Lust bewirthen,
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Der Koch vielleicht vonnöthen hat,
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Indem der Misbrauch der Poeten
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So viel bereimt Papier verschickt,
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Daß man schon Leuchter und Pasteten
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Mit den gelehrten Grillen schmückt.

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Doch Scherz vorbey. Aus deinem Bunde
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Erscheint ein Zeugnüß guter Wahl.
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Viel lieben nur mit Hand und Munde
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Und ringen nach der Ehstandsqual;
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Sie laßen sich das Kleid verblenden,
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Verachten Wiz, Gestalt und Treu
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Und legen sich mit Mammonshänden
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Ein Kloz von grober Unart bey.

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Daher verfehlt ihr Fuß der Bahne,
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Die zu der Selbstvergnügung bringt.
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Wohl dir mit deiner Christiane,
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Wohl, sag ich, wem es so gelingt!
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Ihr Geist, ihr Alter, ihr Geschlechte
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Blüht wie ihr Antliz andern vor,
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Darum verdient ihr Lob mit Rechte
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Der Musen schönstes Lautenchor.

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Komm, schöne Braut, in Hirschbergs Mauren,
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Verlas die Schwestern um den Queis
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Und las dich nicht die Freyheit dauren,
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Die nichts vom rechten Leben weis.
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Ein treues Herz, ein feurig Küßen
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Erwarthet dich mit Arm und Mund
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Und wird dir den Verdruß versüßen,
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Der auf dein Jawort bald entstund.

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Hat noch die Biebel einen Seegen
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Und meine Wüntsche Geist und Kraft,
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So sey er eurer Eintracht wegen
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Der reinen Flammen Nahrungssaft;
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Lebt, liebt und scherzt nach Art der Tauben,
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Wie in der göldnen Zeit geschehn,
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Und daß die Eltern solches glauben,
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So last sie ehstens Früchte sehn.

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Die Warheit zieht jezt meine Blicke
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Noch einmahl in der Themis Saal;
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Mich deucht, es fragte vor das Glücke:
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Wo bleibt denn das Original?
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Hier, wo der Bober mit dem Zacken
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Sich brüderlich zusammenfügt
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Und wo des Hochzeitbettes Knacken
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Den angenehmsten Kirchhof wiegt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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