[geschlagne Vaterstadt, erlaubt dein heißer Schmerz]

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Johann Christian Günther: [geschlagne Vaterstadt, erlaubt dein heißer Schmerz] (1709)

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Geschlagne Vaterstadt, erlaubt dein heißer Schmerz
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Und hat die wilde Glut dein altes Mutterherz,
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Woran ich vierzehn Jahr den Liebesschlag bekommen,
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Nicht wie der Wind den Rauch mir mit davongenommen,
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So höre deinen Sohn und las es gern geschehn,
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Daß, ob wir gleich dein Leid an jedem Steine sehn,
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Mein angesprochnes Rohr, so scharf befiehlt die Liebe,
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Ein süßes Feldgeschrey in deinen Mauren übe,
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Die Schutt und Elend füllt. Ich weis, bestürzter Ort,
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Daß, wo man Feuer schreyt, kein geil- und süßes Wort
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Ein ofnes Ohr gewinnt und daß bey schwerem Falle
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Ein Lied der Gratien noch viel zu heiser schalle.
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Dies weis ich und zwar längst; jedoch da manche Ruh
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Vom Spielen wiederkömmt, so lern und wis auch du,
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Daß zeitlicher Verlust kein ewig Leid verdiene
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Und daß die Hofnung auch auf magern Triften grüne.
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Der Gram macht doch nichts gut, nachdem der Lauf der Welt
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Sich künftig wie vor dem nach jener Ordnung hält,
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Die nicht verändern kan und wegen ihrer Güte,
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Die Gott vorher verglich, dem ewigen Gemüthe
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Den Rath zur Schöpfung gab. Indeßen traue mir
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Ein kindlich Mitleid zu und glaube, daß ich hier,
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Wo Pleiß und Elster rauscht, dem seufzenden Gepüsche
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Des duncklen Rosenthals manch naßes Ach vermische
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Und zwischen Wald und Gram und unter Graß und Leid
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Ein Thränenopfer weih, woraus die graue Zeit
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Mein Striegau kennen soll, wofern mir Glück und Leben
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Der Musen lezten Wuntsch, ein ruhig Alter, geben.
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Die Zukunft mach es wahr! Vor diesmahl schiebt die Lust
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Die Trauerarbeit auf und steckt die volle Brust
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Mit anderm Zunder an, als jene Flammen waren,
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Worinnen Haus und Hof und Güter aufgefahren.
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Dies macht dein Hochzeitbrief, an welchem, werther Freund,
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Das Blat ein warmer Herd, die Dinte Schwefel scheint
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Und jede Silbe zeigt, als ob dein Brand im Lieben
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An statt des Löschpapiers die Asche drauf gerieben.
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Daraus versteh ich leicht, wie glücklich deine Wahl
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Vor tausend Leuten sey, die unter Horn und Qual
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Ihr angezwungnes Weib aus frommer Einfalt küßen
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Und, weil sie wachen will, auch schlaflos schnarchen müßen.
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Du kriegst ein treues Kind, das wegen schlechter Zucht
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Der Dina glatte Spur nicht vor der Zeit gesucht,
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Und ziehst kein Marterholz wie Selimor ins Bette,
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Der, glaub ich, diesen Tag noch keine Grabschrift hätte,
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Wofern ihm nicht sein Thier nach angemaßter Macht
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Die Hosen aus der Hand, die Furcht ins Herz gebracht,
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So daß der gute Tropf kein Freyheitsmittel wuste,
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Bis endlich noch der Tod sein Heiland werden muste.
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Ja, schiel ich hier und da die liebe Wirthschaft an,
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Die er und sie verführt, so fällt mir fast der Zahn
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Von stillem Lachen aus, wobey ich überlege,
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Was Ehstand, Glut und Meer vor Ungemach errege.
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Man geh die Häuser durch. Dort sizt die Docke blos,
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Bespiegelt ihren Staat, macht Schweif und Schedel groß
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Und drückt den Wagen oft mit angepuztem Rumpfe,
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Als führte sie den Geiz des Ehmanns im Triumphe.
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Hier schickt die Nehria, die junge Näscherin,
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Der Mutter Niftelgut dem Zuckerbäcker hin
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Und macht sich nichts daraus, vor Knips, Rosin und Mandeln
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Kleid, Bettzeug, Wäsch und Schmuck und Ehre zu verhandeln.
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Gargille läuft herum, läst Rähm und Rocken stehn
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Und klatscht mit Jung und Magd, die irgend Brautschaun gehn.
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Serrantens Klapperwerck gehört zur lezten Bitte.
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Zelendris läuft und rennt mit abergläubschem Schritte
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Die ganze Stadt herum, schreibt Leich- und Krancken auf,
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Wird überall befragt, erforscht der Zeiten Lauf,
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Und eh der Türcke schlägt, so riecht sie schon von weiten,
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Wie viel Soldaten jezt im lezten Athem streiten.
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Wer kennt nicht Clelien, die in der Nachbarschaft
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Die abgegrifne Brust mit Müh zusammenraft,
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Um, wenn der Sonntag kommt, den schlauen Buhlerblicken,
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Die auf den Kirchweg sehn, ein Brandmahl einzudrücken.
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O Närrin, werde klug, verschleus den leeren Kram
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Und beuth doch nun nicht erst die vogelfreye Scham
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Den klugen Schülern feil; sie sprechen so zum Hohne
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Und reden aus der Schrift, du seyst des Mannes Crone.
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O Majestät voll Schimpf! So manches Creuz und Weh
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Erblickt man insgemein in schlechtgerathner Eh
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Und tausend Arten mehr, daß, wenn man zehlen wollte,
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Auch Adam Riesens Kunst ein Jahrlang schwizen sollte.
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Dir, werther Bräutigam, verspricht die Redligkeit
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Der Gattin beßrer Art kein solches Herzeleid.
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Denn, wie du selbst gestehst, so mahlen Farb und Tugend,
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Verschwiegenheit und Wiz und Frömmigkeit und Jugend
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Den Spiegel ihrer Treu. Nun sieht es um dein Haus
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Wie damahls um das Feld des ersten Garthens aus,
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Der, eh noch Schlang und Tod die Unschuld flüchtig machte,
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Von grüner Augenlust und göldnen Flüßen lachte.
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Nun könt ich, wie du schreibst, der Feder Kraft verleihn
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Und, da dir Lieb und Brunst erlaubte Freyheit weihn,
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Das feurige Papier mit angenehmen Grillen
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Und mit der Zärtligkeit des netten Naso füllen.
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Vielleicht gehorcht auch mir das süß- und zarte Spiel,
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Denn weis ich anders recht, so winckt mir Amors Kiel
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Auf guten Fortgang zu und läst mich gleichsam wißen,
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Ich schickte mich so gut zum Reimen als zum Küßen.
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Allein ein andermahl; die Welt ist jezt zu toll
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Und flucht dem Dichter oft den kahlen Tittel voll,
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Wenn ohngefehr ein Wort, das Blut und Nier durchdringet,
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Ein weiches Hasenfleisch zur Auferstehung bringet.
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Da heists ein geiler Scherz, der Christen nicht geziemt,
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Da wird der fromme Vers des blinden Thrax gerühmt,
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Der, weil ihm das Gehirn vor Andacht längst verschimmelt,
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Sein Blat voll Sprüche stopft, der Biebel Geist verstümmelt
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Und gar so heilig reimt, daß, wenn die Köchin list,
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Und eh sie fertig wird, das Blat voll Thränen ist.
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Das gute Mensch thut recht. Wer kan Gewohnheit beßern?
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Sie hat es im Gebrauch, den Stockfisch einzuwäßern.
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Nimm du nur jezt dein Kind und führe dich zur Ruh,
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Die Augen fallen ihr aus Scham und Schlummer zu,
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Als winckt und ruft es dir, den Vortheil zu ergreifen
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Und ihrem Jungfernklee die Blüthen abzustreifen.
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Die Brautnacht ist euch hold und zieht den braunen Flor,
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Wie ehmahls Mulziber der Venus Neze, vor.
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Bedient euch dieses Glücks und last die reinen Herzen
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Und noch wohl etwas mehr nach Isaacs Weise scherzen.
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Die Eltern geben euch den besten Seegen mit,
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Woraus ihr schließen könt, daß jeder Gang und Schritt
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Auf Friedenswegen geh und Sicherheit und Glücke
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Das Lager wie den Tisch mit reicher Fülle schmücke.
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Ist irgend noch ein Mensch, der, recht vergnügter Freund,
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In unserm Schlesien mir etwas günstig scheint,
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So meld ihm meinen Gruß und redliches Gemüthe
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Und bitt ihn um Bestand vor dem erwiesner Güte.
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Hingegen jenen Schwarm, der wieder mich entbrennt
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Und unser Ungemach verdientes Leiden nennt,
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Versichre gleicher Gunst. Denn kan ich keinem taugen,
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So ist der beste Rath, ich bleib ihm aus den Augen
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Und schlage mit Vernunft die Misgunst in den Wind
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Und seh, wie schön es steh, wenn Greise Kinder sind
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Und Leute, die doch sonst auf Bart und Übung pochen,
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Sich selbst aus Gift und Zorn viel Narrensalbe kochen.
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Noch eins: Es schimpft vielleicht der angefochtne Neid,
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Es geht nicht anders her, dein junges Hochzeitkleid;
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Allein du must es so wie ich und Günther machen.
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Und wie? Geduldig seyn. Was mehr? Ins Fäustchen lachen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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