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Begleitet, wen ihr sollt, ihr matten Pierinnen,
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Und hinckt, so gut ihr könt, in Elegien mit;
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Solch Laufen ofenbahrt den Zustand blöder Sinnen,
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Und unsre Schickung macht den schiefen Wechseltritt.
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Verargt man euch den Gang und straft man eure Füße,
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Die Schmerz und Wanckelmuth bald aus-, bald einwärts sezt,
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So sagt es, wie gedrückt der Dichter leben müße,
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Und gebt der Zeit die Schuld, die euch durch ihn verlezt.
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Gesteht es nur der Welt, kein Armer darf sich schämen,
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Verfolgung und Verdruß verderb ihm Grif und Spiel,
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Und sprecht, es grau ihm jezt, die Saythen vorzunehmen,
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Womit er dann und wann den Ohren wohlgefiel.
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Gilt fremdes Eigenlob, was wird wohl jezt nicht gelten,
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Da jeder den Betrug gelehrter Prahler ehrt,
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Die Beßre neben sich so frey und trozig schelten,
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Als hätten sie den Rath der Weißheit angehört.
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So hab ich, gilts auch mir, dem Himmel zwar zu dancken,
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Daß deßen milde Glut mein kaltes Herz bewegt,
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Kraft welcher sich mein Fuß, jedoch in Demuthsschrancken,
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Denn Ehrgeiz stürzt sich selbst, zum Musenhügel trägt.
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Es heist mich die Natur, ich red in Thorheit, singen;
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Es mahlt mir Lieb und Lust die Müh geringe vor
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Und bläst mir öfters ein: Erschrick nicht vor den Schwingen,
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Die Daedals sichres Kind auf heißer Bahn verlor.
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Allein ich bitt euch drum, was thut wohl Lust und Liebe,
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Wenn Ohnmacht und Gewalt das schnelle Blut verdämmt,
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Was hilft die reiche Glut der eingepflanzten Triebe,
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Wenn eußerlicher Frost der Geister Ausbruch hemmt?
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Gebundne Tapferkeit erschlägt auch keine Mücke,
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Wo Haar und Kraft entweicht, da heist es: Simson halt!
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Ein allzulanger Bliz versehrt die schärfsten Blicke,
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Und wen der Strom ergreift, dem wird die Regung kalt.
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Der Vers erfodert Muth, der Muth entspringt vom Himmel,
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Giebt dieser Sonnenschein, so läst sich jener aus;
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Hingegen bringt der Sud ein finstres Luftgetümmel,
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So kriecht die Munterkeit nach Art der Schneck ins Haus.
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Geht, fragt bey David nach, die Angst macht kurze Psalmen,
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Und Hiob, der nur krazt, flucht beßer als er reimt,
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Ja, schweigt doch wohl Homer bey Agamemnons Palmen,
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So bald ihm ohngefehr von bösen Stunden träumt.
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Mein Naso weis es auch, wie schwer der Kummer dichte
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Und daß nicht alle Noth den Worten Kraft verleih;
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Die Hofnung führt ihn dort im Elend um die Fichte,
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Damit vergaß er oft, wo jezt sein Pindus sey.
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Entschuldigt doch dies Blat, ihr Meister guter Lieder!
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Das überhäufte Leid verrückt mir Ziel und Haupt,
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Drum schreib ich, wie es fliest, ohn allen Zierrath nieder;
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Denn Sclaven harter Noth ist wenig Pracht erlaubt.
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Ich würde meinen Schmerz der Länge nach beweinen
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Und brächte, glaubt es doch, zehn Klagebücher voll;
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Nur Striegau hält mich ab und weist in Brand und Steinen,
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Worauf ich als sein Kind die Thränen sparen soll.
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Die arme Vaterstadt verliert sich in der Asche,
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Dies ist von meinem Weh der stärckste Wetterschlag,
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Der Brandfleck geht nicht aus, wie scharf ich ihn auch wasche;
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O, daß mein Seufzen nicht die Flamme dämpfen mag!
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Haß, Unruh, Ärgernüß, Gefahr, Verlust und Wachen,
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Verstellter Freunde Spott und Anverwandten List
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Vermochten sonst mein Haupt so mürbe nicht zu machen
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Als jezo, da die Glut ihr lezter Beystand ist.
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Ein wahrer Schmerz verstummt und sagt nicht, was man fühlet.
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Ich schweig und dencke nur: Der Donner fahre zu!
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Er trift ein weiches Herz, auf dem sein Grimm verspielet
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Und stört mir nun nicht mehr die stille Seelenruh.
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Dies Kleinod hof ich mir durch Weißheit anzuschafen.
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Ein Spötter küzle sich, ich gönn ihm seinen Wurm
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Und nehme die Gedult, den Harnisch aller Wafen;
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Wer so am Ufer sizt, belacht den fernen Sturm.
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Der grobe Vorwurf fehlt mitsamt den Weibersprüchen,
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Der Wißenschaften Preis erhalte keinen Leib,
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Der Mangel rieche schon aus viel gelehrten Küchen,
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Und Reimen heiße nur der Faulen Zeitvertreib.
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So altklug schwazt ein Maul, das alle sieben Künste
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So wie ein dähnscher Hund ums liebe Brodt erschnappt.
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Sein bäurischer Verstand ersäuft sich im Gewinste,
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Was Wunder, wenn sein Schluß nach Dreschergrifeln klappt!
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Gott Lob, daß hin und her noch manch Gemüthe kostet,
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Wie herrlich der Geschmack gesunder Dichtkunst sey,
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Die, ist gleich dem und der das Nasensieb verrostet,
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Noch oft den Titul kriegt: Der Klugen Specerey.
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Las, wohlgebohrner Herr, dein eignes Urtheil sprechen,
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Doch mach ein Creuz darzu, sonst wird das Lob beschrien.
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Was gilts, du leugnest nicht, daß Dichter Rosen brechen,
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Die in der Einsamkeit von Selbstvergnügung blühn.
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Du kennest, du begreifst das innerliche Wesen,
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In dem die Eigenschaft der Poesie besteht;
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Es hat mir ja dein Fleiß so manches vorgelesen,
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Das an Vernunft und Kunst weit über andre geht.
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Ich sucht in deiner Brust den Zunder aufzuwecken,
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Und sieh, ich sucht es kaum, so brach sein Glanz hervor;
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Da tausend unter uns nur Misgeburthen hecken,
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So zeugtest du gar bald, was ihm sein Lob verlor.
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Du gehst dem Opiz nach, du witterst Flemmings Spuren,
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Die beide mehr gethan als mancher Stumper glaubt;
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Sie sind es, die Athen und Welschlands alte Fluren,
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O Diebstahl sonder Schimpf! mit deutscher Faust beraubt.
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Dein Caniz speiset dich mit ernstlichem Vergnügen,
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Sein kleiner Überrest verräth den großen Geist,
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Der Hof und Stadt verlies und durch sich selbst gestiegen,
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Wohin noch wohl so bald kein andrer Rachel reist.
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Was trägt der alte Gryph vor Nachdruck in Gedancken,
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Wie künstlich greift er nicht des Lesers Regung an,
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Und was vor Zärtligkeit eröfnet uns der Schrancken,
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In dem es Hofmanns Schritt den Welschen nachgethan!
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Du schäzest Neukirchs Werth und fühlst das edle Feuer,
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Wodurch sein reiner Kiel die Helden ewig macht.
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Du siehst auch, wie der Zahn von Pythons Ungeheuer
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Vergebens und umsonst in Wenzels Wäldern kracht.
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Wo aber las ich denn den groß- und theuren Nahmen,
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Mit welchem ein Papin der Feder Hoheit theilt,
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Und wer sie alle sind, die zum Parnaßus kamen,
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So bald der Bober-Schwan den ersten Kranz ereilt?
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Wohlan, vermehr auch du die Menge solcher Lichter!
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Du hast Gelegenheit, Geld, Ehre, Stand und Ruh
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Und, was das Hauptwerck ist, den Trieb der jungen Dichter;
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Denn was ein andrer sucht, das fällt dir blindlings zu.
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Es ahnt mir, Schlesien verliere seine Schwäne,
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Ich seh sie, seh ich recht, vorlängst nach Norden fliehn
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Und fürchte, wenn ich gleich von Brocksen nichts erwähne,
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Es werd uns Amthors Klang mit Schamröth überziehn.
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Erhalt, gelehrter Nicksch, dem werthen Vaterlande
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Den von der Väter Kunst uns angeerbten Ruhm,
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Tritt künftig vor den Riß, erlös uns von der Schande,
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Als ehrten wir nicht mehr des Phoebus Heiligthum!
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Du hast auch Zeug genug, du darfst nur täglich singen;
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Die Thaten unsrer Zeit begehren einen Mann,
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Der, was jezt Fried und Krieg vor Wunder mit sich bringen,
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In Bildern netter Schrift der Nachwelt liefern kan.
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Du siehst die Majestät des großen Kaysers blizen,
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Du hörst den gütgen Carl in Ungern schröcklich seyn;
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Wen wollte nicht Eugen, Gradivens Sohn, erhizen,
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Von deßen Tapferkeit sogar die Leichen schreyn?
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Bysanz erschüttert sich und kriegt ein tödtlich Grauen;
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Es spuckt sein Untergang in bösen Zeichen vor,
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Es heult sein wilder Hund dem Adler in den Klauen
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Und wirft dem Mahometh so Jäscht als Fluch empor.
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Wer singt nicht Österreichs und Habspurgs Palmenreiser,
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Das, weil die Vorsicht stets die hohe Demuth liebt,
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Den Ländern Väter schenckt, dem Deutschen Reiche Kayser,
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Dem Himmel Heiligen, der Erde Götter giebt?
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Vielleicht ist auch anjezt ein neuer auf dem Wege,
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Den Sehnsucht und Gebeth dem Höchsten abgeweint;
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Die Allmacht mach es wahr und bähn ihm sichre Stege,
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Bis Leopold dadurch noch gegenwärtig scheint.
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Du siehst, geneigtes Haupt, die Arbeit deiner Flöthe,
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Die Windel und Triumph in kurzem blasen soll,
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Macht anders, trift es nur der niedrigste Poete,
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Ein neugebohrner Prinz die nechsten Siege voll.
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Heut aber zeuch getrost aus Leipzigs Lustgefilden,
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Dir kan sein Paradies so sehr nicht bange thun,
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Dein väterliches Gut wird deßen Abriß bilden
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Und läst dich, wo du wilt, in gleicher Anmuth ruhn.
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Der Rauch von Ithaca erquickt Ulyßens Augen,
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Und unsrem Logau kan das kleine Roschkowiz
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Mehr als Fontainebleau dem großen Ludwig taugen.
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Warum? Er liebte dort der Musen Schattensiz.
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Dein fettes Adelsdorf erwarthet dich mit Schmerzen;
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Die Sehnsucht hält und hemmt der schnellen Deichse Lauf,
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Sie läst des Zephyrs Braut am grünen Rande scherzen
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Und hebt vor ihren Herrn viel naße Schönheit auf.
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O welche Seeligkeit verspricht dir so ein Leben!
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Du wirst ein Herr vor dich, bepflügst dein eignes Land
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Und darfst den Höfen nicht viel gute Worte geben
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Und kriegst des Himmels Gunst bald aus der ersten Hand.
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Die Gegend deines Orts versteckt dich vor den Sorgen,
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Dein Thun verbleibt geheim, dein Ansehn ungekränckt,
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Du hast vom Glücke nichts als Mäßigung zu borgen,
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Die unser Wohlergehn zum höchsten Gute lenckt.
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Die Felder bringen dir des Seegens Augenweide,
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Es wiederholt der Wald dein selbstgemachtes Lied,
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Das junge Wollenvieh gebiehrt dir Nuz und Freude,
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So oft der falsche Merz sich überwunden sieht.
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Du weist dein schönstes Pferd am besten abzurichten
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Und brauchst nur deßen Kunst, die Gränzen zu besehn.
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Es nüzt dir auch kein Buch von viel Naturgeschichten;
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Denn was man hier erzehlt, das siehstu selbst geschehn.
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Nun hastu wenig Grund, den Flaccus zu beneiden,
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Dein Tibur bettet dir die Wollust auf den Klee;
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Hier breite dich allein, bis, wenn die Störche scheiden,
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Noch etwas, das du liebst, mit dir zu Bette geh.
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Dein Blut ist viel zu werth, auf Rasen zu verderben,
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Drum nimmt es Pallas selbst vor Krieg und Streit in Acht
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Und läst damit den Kranz der deutschen Dichtkunst färben,
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Weil so ein Carmesin den Lorbeer kostbar macht.
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Du solt den Ahnen Glanz, den Vätern Ruhm gebähren
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Und außer der Geburth kein Vortheil schuldig seyn,
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Und gleichwohl brauchstu nicht den Degen zu beschweren,
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Der Lohn der Wißenschaft bringt solches doppelt ein.
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Man sieht dein Wappenbild an hundert Cedern gleißen,
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Die unser Helicon den Dichtern vorbehält;
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Hier soll es kein Orcan aus Eifersucht zerschmeißen,
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Als bis es mit der Last des Weltgebäudes fällt.