[der Bothe mit der Schlangenruthe]

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Johann Christian Günther: [der Bothe mit der Schlangenruthe] (1709)

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Der Bothe mit der Schlangenruthe
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Kam wieder auf dem Pindus an
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Und schwizt in seinem Flügelhute,
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Mit dem er manche Fahrt gethan;
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Denn Phoebus hatt es ihm befohlen,
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Die hohen Schulen zu besehn
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Und frische Nachricht einzuholen,
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Was etwan hier und dar geschehn.

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Jezt kehrt er, wie gesagt, zurücke,
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Trug Busen, Maul und Schiebsack voll
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Und war von Zeitung fast so dicke
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Als Gretchens Liebesprotocoll.
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Die Musen eilten, ihn zu sprechen,
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So neubegierig und geschwind,
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Wie viel Schmarozer in die Zechen,
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Wo Pursch und Gläser gastfrey sind.

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Was machen denn nun unsre Leute?
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So fragt Apollo den Mercur,
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Der anfangs Red und Antwort scheute,
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Indem er nichts als Leid erfuhr;
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Doch, sprach er, darf ich nicht verheelen
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(weil Phoebus scharf zu forschen pflegt),
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Was Deutschland jezt vor theure Seelen
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Und eure Schoos vor Kinder trägt.

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O säht ihr selbst, wie sie studiren,
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Ihr gäbt die schönste Leyer drum
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Und lachtet über solchen Thieren
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Den allerlezten Backzahn krumm.
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Es brachte mich die erste Reise
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Bey hoher Nacht in ihren Schwarm;
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Hier sezt ich mich verstellter Weise
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Dem ersten an den rechten Arm.

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Da sof man nun mit ganzen Päßen
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Auf aller Huren Wohlseyn los,
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Da gab sich der, so viel gegeßen,
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Mit starck- und fetten Kälbern blos;
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Den andern dämpft es aus dem Munde
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Wie um den Schlund bey Taenara,
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Bis ohngefehr die zwölfte Stunde
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Den vollen Haufen taumeln sah.

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Hier, dacht ich, mag der Hencker bleiben,
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Und schlich mich in ein andres Nest;
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Da fand ich so ein Zeitvertreiben,
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Bey dem sich Mars belachen läst.
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Der gute Graukopf stund von ferne
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Und hielt geduldig Licht und Wacht,
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Als hätten ihm die holden Sterne
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Des Glückes Füllhorn zugedacht.

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So bald Aurorens Rosenfinger
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Der blinden Nacht die Augen schloß,
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Erblickt ich zween lateinsche Ringer,
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Die irgend nur ein Wort verdroß;
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Sie schlugen sich mit Stahl und Flüchen,
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Der eine brach die lincke Zeh
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Und schrie, da jener schon gewichen:
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Halt, Bruder, halt, das Ding thut weh.

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Nach diesem sah ich einen Prahler,
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Dem Marckt und Weg zu enge schien,
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Er lies die alten Mutterthaler
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Mit Hochmuth aus dem Beuthel ziehn;
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Da, wo er Groschen zehlen muste,
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Durchsucht er stets die Hand voll Geld,
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Woraus man leicht zu schließen wuste,
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Wie prächtig sich ein Juncker hält.

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Er grif wohl zehnmahl in die Ficken
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Und guckte nach der Taschenuhr
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Und konte sich so künstlich rücken,
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Daß jeder ihren Werth erfuhr.
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Die Hand kam niemahls von dem Degen,
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Als wenn er es vor nöthig hielt,
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Die güldne Krause gleich zu legen,
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Mit der der Wind zu grob gespielt.

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Es plagt ihn der gelehrte Nabel
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Von vieler Kunst und Wißenschaft,
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Und der noch etwas grüne Schnabel
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Gab jeder Silbe Thon und Kraft.
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Ich wollte seinen Stand erfahren,
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Doch als die Balsambüchse stanck,
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So roch und sah ichs aus den Haaren
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Und sprach: Dem ist der Schwanz noch lang.

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Drauf hört ich einen, der im Zimmer
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Die Manichäer wiederlegt;
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Ach Himmel, grunzt er, wirds noch schlimmer,
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So weis ich, was der Seiger schlägt.
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Der Stiefel lauft schon von den Füßen
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Und muß nun zu Gevattern stehn;
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Was aber werd ich singen müßen,
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Wenn auch die lieben Strümpfe gehn?

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Ich lies den armen Stuzer sizen
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Und kam an einen Jungfernknecht,
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Dem waren Leinwand, Hut und Spizen
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Und alle Moden noch zu schlecht;
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Er brachte vor dem Spiegelglase
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Den Tag mit Complimenten zu
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Und sprach: Du ungeschickte Nase,
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Ich weis nicht, was ich dir noch thu.

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Mein Vorwiz gieng indeßen weiter,
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Da rief ein zänckisches Geschrey:
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Du Funfzehnhut, du Bärenhäuter,
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Verstehst nicht, was das Spielrecht sey;
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Ich hätt es ofenbahr gewonnen,
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Jezt schnellt mich dein verfluchter Stich;
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O Schande vor der lieben Sonnen!
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Es darf nicht viel, so würg ich dich.

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So machens, Phoebus, deine Leute,
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So führen sich die meisten auf.
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Die beste Post ist nur von heute
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Und tröstet meinen schweren Lauf:
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Ich komme gleich von jenen Linden,
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Wo Pallas beßre Kinder zieht;
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Hier läst die Weißheit Kränze winden
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Und ist ums Violet bemüht.

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Sie crönt die Scheiteln ihrer Söhne
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Und theilet des Verdienstes Preis
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Bey solchem Lob- und Lustgethöne,
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Als Orpheus kaum zu machen weis.
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Ein Haupt von seltnen Klugheitsgaben
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Bekommt vor andern ihren Kuß
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Und soll dadurch den Vorzug haben,
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Den Haß und Faulheit darben muß.

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Hier sprach der Fürst der Pierinnen:
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Ich kenne schon den werthen Mann,
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Der dermahleins auf Zions Zinnen
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Ein Licht der Kirchen werden kan.
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Es ist mein schriftgeübter Schneider,
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Der unsern Pindus längst geziert
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Und mit Verachtung geiler Neider
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Den Wandel fromm und klug geführt.

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Jezt schick ich ihn dem Vaterlande
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Mit Ehr und Seegen wieder zu
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Und wüntsche, daß er jedem Stande
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Ein löbliches Genügen thu.
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Ich wüntsch und hof es, weil die Jugend
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An ihm des Alters Früchte sieht
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Und der Besiz der wahren Tugend
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Dem rechten Lobe nie entflieht.

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Die Musen stimmten drauf die Saythen
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Und sungen dir, bescheidner Freund;
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Das Glücke zeigt das Tuch von weiten,
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Womit es dich zu haschen meint:
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Zeuch hin, es wird dich das Verlangen
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Der Eltern brünstig wiedersehn
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Und mit bethränter Hand empfangen,
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Weil ihrer Hofnung gnug geschehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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