Wie ist's, Calliope? Wie? Sind wir nicht mehr Freunde

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Johann Christian Günther: Wie ist's, Calliope? Wie? Sind wir nicht mehr Freunde Titel entspricht 1. Vers(1709)

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Wie ist's, Calliope? Wie? Sind wir nicht mehr Freunde,
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Und greift mich irgends auch die Arglist meiner Feinde,
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Die Günthern auf der Welt nicht ruhig leiden kan,
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Nunmehr zu guter Lezt mit deiner Trennung an?
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Dies hätte noch gefehlt, mein Elend voll zu machen.
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Der achte Lenz rückt an, seitdem ich wie ein Nachen
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Auf ungestümer See bald hier-, bald dorthin flieh,
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Verachtung und Gefahr und Kummer nach mir zieh,
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Des Leibes starcken Bau durch Sturm und Wetter breche
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Und, was mein Unglück ist, des Geistes Freyheit schwäche.
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Was hab ich nicht gewüntscht, erduldet und gefühlt,
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Verändert, gut gemeint, beseufzt, gewagt, verspielt,
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Versucht, gehoft, geharrt und eifrig übernommen!
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Wie mancher ist ein Narr, schimpft Kluge, lacht der Frommen,
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Verläst sich auf Betrug und lebt in Tag hinein,
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Läst Gott den besten Mann und fünfe grade seyn
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Und kommt gleichwohl ans Bret, so tumm er angefangen;
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Zum Haben braucht er nichts als Kühnheit und Verlangen
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Und Grobheit vor Verstand. Nur mir (das ist zu viel)
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Erwirbt der beste Fleiß das schlimmste Widerspiel,
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Als wär ich schon versehn, durch ein so mühsam Leben
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Vom Eigensinn des Glücks ein Muster abzugeben.
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Und sollt auch blos darum ein Wunderwerck geschehn,
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So muß der Dinge Lauf sich mir zuwider drehn,
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Bis alles, was ich thu und noch so furchtsam wage,
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Die Hofnung, die mich lockt, auf einmahl niederschlage.
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In solchem Ärgernüß und so viel langer Qual
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Bist du, Calliope, gleichwohl noch allemahl
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Nach dem, der oben herrscht, mein Arzt und Trost gewesen,
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Du, die ich als ein Kind mir schon zur Braut erlesen
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Und ganz entzückt geküst, eh noch mein Wiz errieth,
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Warum ich Flavien so gern ein Hühnchen brieth.
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Was lidt ich dort nicht schon um deiner Liebe Willen!
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Der Vater zog mich ab, verwarf mein Spiel als Grillen
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Und sprach (ich hör es noch): Sohn, wirf den Bettel hin
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Und häng den Brodtkorb an; kein Reimen bringt Gewinn,
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Und wenn die Krancken uns den fetten Zins entrichten,
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So müst ihr faules Volck von magern Kühen dichten.
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So pfif, so schwezt er mir, doch stets vergebens, vor;
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Natur gieng über Zwang, ich nahm dein Lautenchor,
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Kroch hinter Holz und Herd, in Winckel, in den Garthen
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Und lies dabey umsonst Schlaf, Tisch und Kegel warthen.
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Dies sahst, dies mercktestu, und weil, wo nicht mein Spiel,
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Dir doch zum wenigsten die Lust darzu gefiel,
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So gabstu dich mir gern und willig zu erkennen.
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Da wurden wir vertraut, mein Herz fing an zu brennen
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Und lernte nach und nach, zuerst von ohngefehr,
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Daß zweyerley Geschlecht und Lieben Leben wär.
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Jezt kam mir der Besiz von deiner Gunst zu statten,
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Dort, wo mir Roschkowiz im kühlen Lindenschatten
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Durch Filindrenens Kuß den ersten Wuntsch entführt
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Und wo ihr Nahme noch viel glatte Bircken ziert.
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Du weist, Calliope, die Nachtlust im Gefilde,
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Den nahen Aufenthalt von klein- und großem Wilde,
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Die Gegend, so den Blick durch Wiesen, Wald und Feld
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Von weitem und auch nah mit Wollust unterhält,
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Dort, wo die faule Loh durch Forst und Thäler schleichet,
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Wo unser Schlesien sich selbst an Schönheit weichet
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Und wo der heilge Stamm der großen Eiche steht,
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Die Logau, Lohenstein und unser Gryph erhöht.
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O allerliebster Ort, wie sollt es mich ergözen,
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Noch einmahl meinen Fuß auf deine Trift zu sezen!
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Ach kleines Roschkowiz, wie wohl gefällstu mir!
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Mein Ruhplaz ist noch fern; ach, wär er doch in dir!
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Ach, käm es mir so gut, mit Büchern und mit Singen
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Nach überstandner Angst mein Leben hinzubringen!
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Doch was der Himmel will und was sein Schluß versehn,
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Das will ich ohne Zwang, das mag, das muß geschehn.
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Du weist, Calliope, dergleichen Sehnsuchtslieder
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Bewegten dort herum das Echo hin und wieder;
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Da lebte Günther wohl, da war noch gute Zeit,
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Da wusten wir noch nichts von Noth, von Dürftigkeit,
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Von Spott und Heucheley, die bald mit Haufen kamen
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Und Glücke, Gönner, Freund und Muth und alles nahmen.
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Mit Wehmuth lies ich dich, geliebtes Vaterland,
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Mit Klagen schlug ich dort den grünen Oderstrand,
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Mit Thränen gab ich oft Albinens Brodt vom Tische
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Und mit Verzweiflungsangst erfüllt ich das Gepüsche
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Der schönen Philuris, die dennoch meiner Noth
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(gott schüze sie davor!) fast Mutterhände both
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Und, wenn es nah und fern auf meine Scheitel krachte,
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Empfindung, Furcht und Last ein gut Theil leichter machte,
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Doch niemahls so geschickt als du, Calliope.
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Dies ist und bleibt dein Ruhm, an dem ich nichts erhöh,
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Als was die Warheit hebt. Die Treu von Leonoren,
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Die ihrem Beßer mehr gehalten als geschworen,
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Die Treu, die Zärtligkeit, die Neigung und die Lust
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Erhielt ich auch von dir; du stärcktest meine Brust,
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Du lidtest freudig mit, erzeigtest dich gelaßen,
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Bewiesest mit Vernunft, ein tapfres Herz zu faßen,
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Und bothest mir den Arm zur sichern Stüze dar.
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So scheinbar und so groß mein täglich Unglück war,
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So wenig kont es dich von meiner Seite bringen.
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Die Feinde brachen ein, du fingest an zu singen,
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Da wich, wie dort bey Saul, der Geist der Traurigkeit.
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Ein Winck war schon genung, so sah ich dich bereit,
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Mein staubicht Instrument dem Hiob nachzustimmen,
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Und fühlte gleich in mir dein hülfreich Feuer glimmen.
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Wie aber hält es jezt so gar erbermlich fest?
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Was ahnt dir, sprödes Kind? Was ist es, das dich preßt?
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Und warum mäulstu dich? Ach, las dich doch bedeuten
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Und spanne nicht zu hoch, sonst reißt mein Zorn die Saythen
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Und greift, verstocktes Ding, wie du schon oft gethan,
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Dich mit der Stachelschrift so scharf und höhnisch an,
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Daß, wenn auch Phoebus selbst dir nicht zuwider wollte,
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Mein Eifer dennoch mehr als Phoebus gelten sollte.
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Bin ich dir nicht mehr lieb, so sey doch nicht so grob
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Und wegre nicht die Hand vor deßen wahres Lob,
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Der dir so gut als mir ein Herz voll Liebe schencket
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Und beßer als wir selbst auf unsre Kinder dencket.
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Geh in dich, hartes Kind, und las den tollen Sinn!
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Nun wohl, ich seh, du kommst; komm her, sez an, schreib hin
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Und rede dies vor mich: Freund, deßen Geist und Mienen
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Auch selbst den Gratien zum Anmuthsspiegel dienen,
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Freund, deßen Lieb und Huld dem, den sie einmahl fängt,
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Den Zweifel, los zu seyn, bis an das Herz verschränckt,
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Nimm, ist es deiner werth, ein unverfälscht Gemüthe
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Vor Hecatomben an; die unverdiente Güte
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Verdient ein Widergelt; mehr kan die Armuth nicht,
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Die allzeit ihren Dorn in unsern Lorbeer flicht.
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Und glaube mir dabey ohn alle Flüch und Schwüre,
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Im Fall mir auch von dir nichts Gutes widerführe,
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Daß deßen ungeacht (dies schreibt die Warheit her)
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Mein Herze gegen dich ein Herz voll Ehrfurcht wär.
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Mein Herz, das fromme Schaaf nicht von gemeinem Haufen,
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Läst niemahls seinen Trieb durch Mammonsblech erkaufen;
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Es sieht auf Redligkeit, es schäzt den treuen Sinn,
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Und wo es diese trift, da läuft es willig hin,
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Da bleibt, da läst es sich zum Freundschaftsopfer schlachten.
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Du wirst es, edler Freund, des Dienstes würdig achten.
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Ist deiner Redligkeit mit Redligkeit gedient,
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So feßle dieses Pfand. Es hat sich viel erkühnt
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Und ofters ziemlich starck auf deine Gunst verlaßen;
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Doch weil du Beuchelt bist, so weis es Trost zu faßen
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Und traut dir alles zu, was edle Seelen ziert.
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Ich bin so wunderlich viel Schulen durchgeführt;
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Du kennst das Herzeleid, womit mich Feinde sichten,
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Und bist allein geschickt, mich endlich aufzurichten.
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Dies kommt nun darauf an, daß so ein Freund wie du
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Mit Sanftmuth und Vernunft den Fehlern Einhalt thu,
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Die Schwachheit überseh, die böse Zeit beklage
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Und alles so zu mir wie zu sich selber sage.
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Dies unterlas doch nicht an mir, mein Jonathan!
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(schau, wie die Liebe sich so wenig bergen kan.)
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Ich weis, ich bin ein Mensch, der leichtlich fällt und gleitet,
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Wenn inn- und eußerlich die Noth das Fleisch bestreitet.
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Erinnre, stelle vor, schreib, rede kräftig ein;
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Ein Scheltwort soll von dir mir allzeit lieber seyn
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Als andrer blinde Gunst und noch so reiches Schmeicheln.
150
Wer Glück und Beßrung wüntscht, der muß sich selbst nicht heucheln,
151
Sonst kommt er um die Frucht, worauf die Strafe zielt.
152
Ich habe von Geburth den edlen Trieb gefühlt,
153
Die an Verstand und Wiz mir anvertrauten Gaben
154
Nicht wie der Knecht sein Pfund aus Faulheit zu begraben;
155
Ich bin der Wißenschaft begierig nachgeeilt,
156
Ich habe meine Zeit in vielen Fleiß getheilt
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Und schon, so jung ich bin (ohn Eigenlob zu dichten),
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Manch lehrbegierig Herz durch stilles Unterrichten
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Zur Warheit angeführt, zur Weißheit aufgeweckt;
160
Ich hab auch jedermann die Neigung frey entdeckt,
161
Wie gern ich, wenn es mir die Ohnmacht nicht verwehrte,
162
Vor andrer Wohlergehn mein eignes Blut verzehrte,
163
Und damit geht auch wohl die rechte Weißheit um,
164
Und darauf gründet sich das wahre Christenthum.
165
Allein, was ist der Danck, so recht und gut ich's meine?
166
Verfolgung, Dürftigkeit, Gram, Misgunst, Lästersteine
167
Und Lügen oben drauf. So schmerzlich frißt kein Schwerd,
168
Als dieses Ärgernüß durch Marck und Beine fährt.
169
Dies macht den Geist verzagt, dies macht den Cörper mürbe,
170
So daß ich seufzen muß: Ach, wenn ich doch nur stürbe,
171
Da endlich auch sogar mein eigen Fleisch und Blut
172
Den Feinden wider mich aus Blindheit Vorschub thut
173
Und der auch, dem – ach Gott, hier kan ich nichts als schweigen;
174
Wer recht, wer unrecht sey, mag deine Vorsicht zeigen.
175
Indeßen fällt der Muth, der Cörper nüzt sich ab,
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Und beide, wie gesagt, begehren Ruh und Grab.
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Du siehest Tag vor Tag, du Ursprung aller Dinge,
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Mit was vor Ungedult die müde Sehnsucht ringe,
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Du zehlst die Thränen ab, du wägst mein schweres Ach,
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Bist gütig, voller Macht, siehst größern Sündern nach,
181
Erkennst mein ehrlich Herz und ernstliches Gebethe,
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Womit ich insgemein vor deine Gnade trete;
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Wie aber kanstu dich von denen, die dich schmähn,
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Ohn alle Hülf und Rath so lange martern sehn?
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Es reißt ja Neid und Groll die Stärcke meiner Glieder
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So wie ein hungrig Thier verirrte Pilger nieder.
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Ich fleh und winde mich. Umsonst. Dein Ohr ist taub,
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Das Leben meine Last und ich der Feinde Raub.
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Bin ich nun Schuld daran, so reiß mich von der Erden!
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Was ist dir denn gedient, noch mehr erzürnt zu werden?
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Macht aber fremder Fluch mein Leben unruhvoll,
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Wo bleibt die Billigkeit, die jeder ehren soll?
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Du bist ja Gott; ist's wahr, so wie ich weis und glaube,
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So wälze doch nur nicht den armen Wurm im Staube,
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Der, wenn ihn auch dein Zorn, dein Eifer ganz zerschmeist,
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Ein schlechtes Heldenwerck der höchsten Allmacht heist.
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So ängstlich, edler Freund, schreyt oft mein Widerwillen,
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Wenn Schatten, Stern und Schlaf Welt, Luft und Auge füllen
199
Und wenn die Einsamkeit der kummervollen Nacht
200
Den Zustand meiner Noth im Finstern klärer macht.
201
Da sezet sich mein Geist im Umsehn keine Schrancken,
202
Da sinnt er hin und her, da spielt er mit Gedancken,
203
Da seh ich selbst in mir die Händel dieser Welt,
204
Den bösen Lauf der Zeit im Spiegel vorgestellt,
205
Da find ich nichts als List und weder Treu noch Glauben,
206
Da seh ich Narren blühn und kluge Leute schrauben,
207
Da schröckt mich hier und dort Krieg, Hunger, Pest und Brand,
208
In Ehen Zanck und Haß, in Freundschaft Unbestand,
209
Im Tempel Hochmuth, Geiz, Verleumdung, Wechselbäncke,
210
In Schulen Finsternüß und leeres Wortgezäncke,
211
In Themis Heiligthum ein goldnes Spinnennest,
212
Das magre Fliegen fängt und Hummeln schwermen läst,
213
Im reichsten Contoir viel Fluch an schönen Wänden
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Und endlich überhaupt in groß- und kleinen Ständen
215
Das Leben und die Zeit der hundertzwanzig Jahr,
216
Eh Noah mit dem Bau des Kastens fertig war.
217
Ein solches Ärgernüß von allgemeinem Jammer
218
Verjagt mir oft den Schlaf aus Auge, Bett und Kammer,
219
Bis daß zulezt mein Geist auf dich, mein Beuchelt, fällt
220
Und, weil ihn sonst kein Bild vergnügter unterhält,
221
Licht, Blat und Feder sucht, ein Trostlied aufzusezen.
222
Vergönne mir die Lust; denn da mir das Ergözen
223
Der Unterredung fehlt, so sprech ich stumm mit dir
224
Und meine dich zu sehn und seh doch nur Papier.
225
Daraus entwirf dir nun der wahren Liebe Stärcke;
226
Sie thut bey Freunden stets dergleichen Wunderwercke.
227
Mein Creuz sey noch so schwer, ich schleppe, weil es geht;
228
Wer weis, was noch vor mich im Vorsichtsbuche steht
229
Und ob ich nicht vielleicht, des Alters zu genießen,
230
Das, was ich leiden soll, auf einmahl leiden müßen.
231
Erscheint kein holder Stern, so ist es eben das:
232
Gewohnheit schwächt das Gift. Ich will ohn Unterlas
233
Nichts minder eifrig thun und auf die Ruh studiren.
234
Wer nichts mehr übrig hat, der kan nichts mehr verlieren.
235
Entkräftet mich die Müh, im Grabe schläft man aus,
236
Die Nacht ist lang genung. Beschliest kein eigen Haus
237
Mich und ein dienstbahr Volck, ist doch die Welt nicht enge.
238
Betrübt mich dann und wann der Feinde Macht und Menge,
239
Gott stirbt, Gott ändert nicht. Sechs Kluge sind mir hold,
240
Und Beuchelt ist mein Freund. Entbehr ich Geld und Gold,
241
Entbehr ich vieler Furcht; mein Schaz ist ohne Bürde:
242
Die Selbstzufriedenheit. Erhöht mich keine Würde,
243
So stört kein Modegruß die süße Morgenruh;
244
Regier ich keinen Staat, so seh ich sicher zu;
245
Und wird mein siecher Leib von Arbeit mitgenommen,
246
So bleibt der Wiz gesund. Will niemand zu mir kommen,
247
So redet mein Verstand mit Leuten, die nicht sind,
248
Durch deren Beyspiel auch mein Elend Trost gewinnt.
249
Ja, schadet noch zulezt die Misgunst meiner Ehre,
250
So weis ich, daß sie theils zur Eitelkeit gehöre,
251
Theils in mir selbst besteh. Auch geht's vielleicht noch an,
252
Daß meine Ruhmbegier ihr Futter finden kan;
253
Die Hofnung speist sie schon, man werde von mir lesen,
254
Daß Günther und sein Fleiß nicht gar umsonst gewesen.
255
Verhängnüß, wo ich dich noch etwas bitten darf,
256
Ach, so verfahre doch dein Rathschluß nicht so scharf.
257
Ich bitte nur zehn Jahr nebst einem Mäcenaten;
258
Dich kommt es nicht schwer an, und mir ist viel gerathen.
259
Ich will gewis davon den vierten Theil kaum ruhn,
260
Ich will der Welt damit noch manche Dienste thun
261
Und in der Poesie durch unermüdet Wachen
262
Verdienter Männer Ruhm in Deutschland ewig machen;
263
Denn was am Menschen lebt, ist Tugend und Verstand
264
Und Kunst und Wißenschaft, das andre deckt der Sand.
265
Mein Beuchelt, hilf mir auf und gieb mir jezt das Leben,
266
Ich will und werd es dir bis auf die Nachwelt geben,
267
Und daß mein Tod dein Lob nicht übereilen soll,
268
So heft ich schon damit der Zeit den Flügel voll.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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