[wie glücklich lebt doch eine Stadt]

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Johann Christian Günther: [wie glücklich lebt doch eine Stadt] (1709)

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Wie glücklich lebt doch eine Stadt,
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Die mit Athen den Preis der freyen Künste hat,
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Wo sich das Chor der Musen reget
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Und wo der Weißheit Musterplaz
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Das Kleinod und den edlen Schaz
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Der guten Wißenschaft uns in die Herzen präget.

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Die Nacht der bangen Finsternüß,
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So dir, Elysien, der Weißheit Glanz entriß,
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Wird durch des Phoebus Licht vertrieben.
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Die Klugheit steigt, die Thorheit fällt,
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Seitdem nun die gelehrte Welt
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Den Irrthum und den Wahn des Pöbels aufgerieben.

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Wo vor Gradivens Tempel war,
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Da baut die Tugend jezt der Pallas ein Altar,
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Und wo der Helden Blut geschwommen,
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Geust man vielleicht die Dinte hin,
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Da, wo Minervens Schüler knien,
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Hat etwan Lechus einst den Fußfall angenommen.

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Fleuch hin, verdammte Barbarey!
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Dein Scepter ist zerstückt, dein Purpurrock entzwey,
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Wir aber deiner Last entbunden.
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Die Künste blühn und nehmen zu,
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Nachdem des Friedens süße Ruh
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Den Oelzweig um den Hut des Fürstenthums gewunden.

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Beglücktes Schweidniz, nimm in Acht,
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Wie das Verhängnüß dich vor andern herrlich macht,
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Schau deiner Söhne Wohlergehen;
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Durch ihrer Arbeit Müh und Schweiß
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Grünt deines Nahmens Ehrenpreis,
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Dein Nachruf wird durch sie einst bey den Sternen stehen.

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Mein Freund, dein Abschied stellet mir
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Die Blumen deiner Müh schon als im Traume für.
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Nun wird die Lindenstadt erfahren,
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Was deiner Lehrer Fleiß gethan.
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Mich deucht, sie hebt verwundernd an:
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Kommt dann in Schlesien das Alter vor den Jahren!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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