Es dürfte mir ein Freund noch manch Gedächtnüß weihen

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Johann Christian Günther: Es dürfte mir ein Freund noch manch Gedächtnüß weihen Titel entspricht 1. Vers(1709)

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Es dürfte mir ein Freund noch manch Gedächtnüß weihen,
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Ich würd im Tode mehr als jezt im Leben seyn;
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Der stille Rosenthal ergözte meinen Schatten
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Und läst sich ihn vielleicht mit Flemmings Geiste gatten.
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Ja, wenn auch ohngefehr in Lieb und Einsamkeit
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Nach viel Veränderung der Länder und der Zeit
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Ein Landsmann hier herum der Liebsten Sträuße bände
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Und etwa noch von mir den lezten Knochen fände,
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Ich weis, er grüb auch den in Blumen, Sand und Bast
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Und schnidte diese Schrift an jenem nechsten Ast:
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»hier starb ein Schlesier, weil Glück und Zeit nicht wollte,
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Daß seine Dichterkunst zur Reife kommen sollte;
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Mein Pilger, lis geschwind und wandre deine Bahn,
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Sonst steckt dich auch sein Staub mit Lieb und Unglück an.«
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Dies dürft ein Landsmann thun. O daß ich jezo stürbe
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Und durch der Jahre May den grünen Ruhm erwürbe!
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Mein Wuntsch ist stets umsonst, es kommt mir nicht so gut:
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Da nichts mehr auf der Welt mir was zu Liebe thut,
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So will mich auch sogar der karge Tod nicht haben,
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Aus Furcht, er möcht an mir mehr Schimpf als Fleisch begraben.
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Ach Gott, ach Lieb, ach Carl, ach Weißheit, ach Eugen,
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Ihr hört mein Saythenspiel zu eurem Dienste stehn,
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Ihr seyd die Mächtigsten im Himmel und auf Erden,
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O last doch meine Noth nicht etwan größer werden!
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Was kostet's euch vor Müh, mein Glücke zu erhöhn?
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Es wär um einen Blick, so könt ich sicher stehn
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Und euer Siegeslied mit aufgelösten Schwingen
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Bis an das Eußerste des Erdenkreises bringen.
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Verlaßne Poesie, wie geht es immer zu!
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Dein Spielen wiegt den Geist der Traurigkeit in Ruh,
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Macht wilde Sitten zahm, kan Leichen Blut und Leben,
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Den Helden Ewigkeit, der Tugend Cronen geben,
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Hingegen uns, dein Volck, verlästu in der Noth.
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O welche Mutter gönnt den Kindern nicht das Brodt?
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Du läst die Deinigen kein schlechtes Gut erwerben
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Und oft durch fremden Ruhm mit Ehren Hungers sterben.
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Verlaßne Poesie, so war es ehmahls nicht.
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Man weis wohl, was Corinth vor Ehrenkränze flicht,
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Man hört noch vom August und Welschlands göldnen Jahren,
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Wo Flaccus und Virgil des Hofes Zierde waren.
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Wo lebt jezt Constantin, der Räth aus Dichtern macht?
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Wo hat in deutscher Luft ein solcher Blick gelacht,
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Als Franckreichs Ludewig den freyen Künsten schenckte,
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So sehr es oftermahls den tummen Hochmuth kränckte?
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Ein Schreiber sieht uns jezt kaum über Achsel an,
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Und keinem wird die Thür im Winter aufgethan,
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Er müste denn zuvor bey seinem Kranze schwören,
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Der Magd zur Danckbarkeit die Stuben auszukehren.
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Was nüzt der dürre Zweig, der Haar und Platte deckt,
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Wenn unterdes die Haut durch Schuh und Strümpfe bleckt?
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Was hilft die Götterkost, womit die Musen laben,
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Wenn unsre Finger nichts als welcke Rüben schaben?
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Im Waßer wächst kein Vers, der ewig grünen soll;
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Wenn Flaccus spielt und jauchzt, so ist er satt und voll
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Vom Weine, nicht von Gram. Zerreißt, ihr mürben Saythen,
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Nun mag ich länger nicht mit so viel Elend streiten,
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Zerreißt und knüpft mich auf und schnürt den Jammer zu!
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Denn eh ich künftig mehr vergebne Wüntsche thu,
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Eh soll mein siecher Leib (was würd ich viel verlieren?)
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Den Nagel und die Wand der Welt zur Schande zieren.
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So sprang Selintes auf und hätte was gethan;
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Jedoch ein schneller Schlaf hielt Arm und Unmuth an
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Und warf ihn, wie er war, auf Stroh und Leinwand nieder.
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Da wiegt' ein sanfter Traum die Sinnen und die Glieder
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Mit süßen Bildern ein. Der Phoebus kam ihm vor
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Und gab ihm nebst Gedult ein neu geschnidtnes Rohr
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Und sagte: Spiele fort und nimm dir dies zum Zeichen,
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Die Hofnung wird dich noch zu rechter Zeit erreichen;
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Budorgis hört dein Flehn, und um den schönen Fluß,
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Wo Hofmanns Lauthe noch das Ufer schlagen muß,
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Erschallt dein Klagelied in aufgeweckten Ohren,
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Die Schlesien der Kunst zu Hülf und Trost gebohren.
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Sechs Tage sind vorbey, jezt geht der Traum erst aus.
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Wie schnell erholt sich jezt mein dürrer Lorbeerstrauß,
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Da viel an Glück und Geist berühmte Mäcenaten
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Der armen Ungedult in milder Zuschrift rathen!
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Ihr Kenner rechter Kunst, ihr Väter einer Stadt,
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In welcher Phoebus noch erlaubten Zutritt hat,
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Empfangt nach eurer Huld ein Blat voll Wuntsch und Seegen
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Mit Augen, die das Herz mehr als den Werth erwegen.
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So wie nach Näß und Wind ein tief gebücktes Kraut,
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Wenn Wärm und Sonnenschein den Erdkreis wieder schaut,
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Den müden Gipfel hebt und nach dem Orte steiget,
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Woher ihm Licht und Luft des Trostes Aufgang zeiget,
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So muntert euer Blick die blöde Schwachheit auf.
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Der Reim beschleuniget den sonst verstockten Lauf,
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Begierd und Feder glühn, und Blut und Adern springen,
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Am deutschen Helicon den Schwänen nachzudringen,
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Die nicht mehr sterblich sind. Ich seh, wie Hofmanns Geist
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Auch meinen heißen Trieb durch Klipp- und Wolcken reißt.
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O würd mir eure Gunst durch keinen Neid gestohlen,
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So hoft ich ganz gewis, den Opiz einzuholen.
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Getrost, Calliope! die Saythen angefast!
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Denn da du jezt so viel und kluge Väter hast,
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So darf man dich nicht mehr ein armes Mägdgen nennen;
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Ihr Zuschuß wird dich ja noch wohl ernähren können.
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Hört diese Zuversicht, seht, Gönner reicher Hand,
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So plözlich ändert ihr den unvergnügten Stand,
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So scharf entzündet mich die Ehrfurcht und die Liebe
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Mit einer Zärtligkeit vergnügter Hofnungstriebe,
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Die jezt nach Breßlau gehn. Verzeiht nur, wo mein Lied
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Vor diesmahl nicht sogleich dem Wetter ähnlich sieht.
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Die Freud ist ein Affect, der, wenn er heftig treibet,
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Mehr in Gedancken sagt als mit der Feder schreibet.
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Bald soll es beßer gehn, wenn Nothdurft, Ruh und Lust
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Des Geistes Freyheit schüzt. Jezt äz ich meiner Brust
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Die theuren Nahmen ein, und muß auch die verwesen,
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So soll sie doch die Welt auf meinem Lorbeer lesen.
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Erlaub es mir nunmehr, du lorbeerreiche Schaar,
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Virgil, Horaz, Petrarch, Secundus, Sannazar,
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Und alle, die ihr mir viel Spuren hinterlaßen,
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Den besten nechsten Weg am Pindus abzupaßen,
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Erlaubt mir, daß mein Fuß in eure Stufen tritt!
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Ich bringe von Natur den stummen Zunder mit
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Und will wie ehmahls ihr in süß- und hohen Schriften
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Den Seelen seltner Art ein ewig Denckmahl stiften.
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Es ist kein Hochmuthstrieb, es ist ein Hochmuthszug,
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Der Lust zur Weißheit trägt und durch den Sternenflug,
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Zu dem mir Breßlers Huld die Feder mitgetheilet,
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Den blinden Pöbel läst und nach den Bühnen eilet,
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Allwo das Heldenhaus, das dort den Milchweg ziert,
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Den Gönnern meines Spiels nicht minder Glanz gebiehrt,
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Weil Häupter, die den Ruhm der Wißenschaften schüzen,
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So große Dinge thun als die im Helme blizen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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