Gott, deßen Nahmen schon die Fülle

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Johann Christian Günther: Gott, deßen Nahmen schon die Fülle Titel entspricht 1. Vers(1709)

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Gott, deßen Nahmen schon die Fülle
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Vollkommner Herrligkeit entdeckt,
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Erhör mein Herz, das in der Stille
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Die Früchte deiner Liebe schmeckt
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Und das auch schon im Glauben fühlt,
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Wie gütig deine Vorsicht spielt.

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Du hast und giebst den rechten Frieden;
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Ach gieb ihn mehr und mehr auch mir
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Und zwing, wenn Geist und Fleisch ermüden,
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Welt, Sünde, Satan und Begier.
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Du weist, wie starck die Feinde sind,
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Drum stärcke, bis mein Kampf gewinnt.

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Die Hofnung läst den Muth nicht sincken,
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Sie kennt die Größe deiner Treu;
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Du magst mich ziehn, du darfst nur wincken,
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So folg ich, wie und wo es sey,
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Nachdem du täglich Zeugnüß giebst,
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Wie sehr du deine Menschen liebst.

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Du hast vor uns verirrte Schaafe
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Den Hirten selbst ins Grab gesteckt
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Und uns zugleich vom Sündenschlafe
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Wie ihn von Todten auferweckt;
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Dies Blut, dies theure Testament,
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Macht, daß dein Kind uns Bruder nennt.

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Welch Dancklied kan vor solche Gnade
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Ein rein und würdig Opfer seyn?
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Wir treten vor die Bundeslade
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Und wollen dir Gehorsam weihn.
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Ein Wandel, der dir wohl gefällt,
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Ist doch das reichste Wiedergelt.

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Doch ohne deine Kraft zu wandeln,
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Heist nur in Nacht und Nebel gehn;
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Die Fertigkeit, stets recht zu handeln,
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Muß blos von deiner Hülf entstehn.
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Die Hülf erscheinet aufs Gebeth,
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Das voller Reu um Beßrung fleht.

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Verleih mir Andacht, Wiz und Stärcke,
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Was dir gefällt, wohl einzusehn,
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Und las von mir in jedem Wercke
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Blos deinem Willen gnug geschehn;
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Gieb, daß ich sonder Heucheley
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Dir und dem Nechsten dienstbahr sey.

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Dein Sohn, mein Jesus, hilft vollbringen,
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Das macht sein Amt und Priesterthum;
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Ihm soll mein Hosianna klingen.
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Mein ist der Sieg, sein ist der Ruhm,
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Hier heist es Amen in der Zeit,
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Dort Heilig in der Ewigkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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