Immer sich gelaßen weisen

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Johann Christian Günther: Immer sich gelaßen weisen Titel entspricht 1. Vers(1709)

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Immer sich gelaßen weisen
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Trift nur bey der Großmuth ein,
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Und des Himmels Schicksahl preisen,
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Es mag noch so seltsam seyn,
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Sind zwey solche Wundersachen,
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Die uns alles leidlich machen.

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Es sind nur gemeine Blätter,
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Die man bald verwelcken sieht,
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Wenn das warme Sommerwetter
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Kaum von ihrer Gegend zieht,
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Da uns doch mit tausend Freuden
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Andre stets die Augen weiden.

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Geister, die vom Himmel stammen
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Und die Tugend edel macht,
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Sezen Freud und Leid zusammen,
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Weil ihr beides zugedacht
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Der, den wir mit unsern Sinnen
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Nimmermehr begreifen können.

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Worzu nüzt das viele Dencken,
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Wenn uns alles widrig geht,
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Als daß wir die Sinnen kräncken,
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Da doch nichts zu ändern steht;
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Denn was Gottes Rechte schließen,
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Wird man stets erdulden müßen.

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Rosen in der Welt zu brechen,
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Wo wir uns nicht dörften scheun,
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Daß uns keine Dornen stechen,
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Wird wohl was Unmöglichs seyn;
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Denn dergleichen Rosensträuche
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Wachsen nur im Himmelreiche.

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Drum, du Schaz von allen Schäzen,
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Edelste Gelaßenheit,
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Du solt mich auch noch ergözen,
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Und wenn alle Grausamkeit
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Durch Verhängnüß hier auf Erden
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An mir wollte Meister werden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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