Ich thu vor diesmahl was, das mir noch weher thut

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Johann Christian Günther: Ich thu vor diesmahl was, das mir noch weher thut Titel entspricht 1. Vers(1709)

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Ich thu vor diesmahl was, das mir noch weher thut,
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Als wenn ich mich gleich selbst ins Herze stoßen müste;
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Du Himmel weist es wohl, wenn die es gleich nicht wüste,
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Die jezt mein Wuntsch beschwert und die mein treues Blut
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Vielleicht zwar etwas kennt, doch noch nicht recht erkennet,
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Daß kein genieslich Docht bey meiner Liebe brennet.

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Indeßen, da die Noth das Eußerste befiehlt,
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Zu wem soll ich wohl sonst die lezte Zuflucht nehmen,
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Da Eltern, Freund und Neid mich überall beschämen
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Und so viel Ärgernüß mit meinen Thränen spielt?
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Und würd auch dir, mein Kind, mein redlich Herz verdächtig,
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So faß ich mich hiermit: Der Himmel ist noch mächtig.

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Die Schwermuth schlägt die Feder hin
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Und schreibt nichts mehr als: Leonore!
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Gedenck an Schweidniz, Roschkwiz, Bore;
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Dies, was ich dort gewesen bin,
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Das werd ich ewig seyn und bleiben.
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Und läst mich auch zulezt dein Herz,
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So soll vor deinen Kuß der Schmerz
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Mir noch den kurzen Rest der Zeit mit Lust vertreiben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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