[mein Herz, was fangen wir noch miteinander an?]

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Johann Christian Günther: [mein Herz, was fangen wir noch miteinander an?] (1709)

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Mein Herz, was fangen wir noch miteinander an?
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Es scheint, wir werden bald dem Kummer weichen müßen;
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Vor alles, was wir sonst dem Nechsten Guts gethan,
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Muß unsre Redligkeit mit Noth und Elend büßen.
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Die Weißheit bringt kein Brodt, die Arbeit keine Lust,
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Uns jagt des Himmels Zorn durch Ruthen, Land und Jahre.
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Ein Fehltritt, den du nur aus Übereilung thust,
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Wird, ob er dich gleich reut, ein neuer Schritt zur Baare.
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Der Eltern Angst ist dein, der Schwester Gram trift mich;
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Die Lästrer plagen uns mit unverschämten Zungen,
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Die Armuth macht mich auch den Thoren lächerlich,
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Und was nur Schaden bringt, das wird mir aufgedrungen.
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Du kanst das von Natur dir anvertraute Pfund
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Aus Mangel hoher Gunst auf keinen Wucher legen;
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Kein Zufall macht den Werth von meinem Wißen kund,
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Und was dir gütig scheint, wird elend meinetwegen.
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Man würdigt meine Noth der Untersuchung nicht,
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Die Spötter nennen sie theils Strafe, theils Gedichte;
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Und wer in Gegenwart auch noch so freundlich spricht,
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... mir hinterwärts ein ... Gerichte.
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Nunmehr ist endlich auch der Jahre Lenz vorbey;
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Wem will ein solches Creuz nicht die Gedult ermüden?
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Die Musen sind mir hold, und Lorchen bleibt noch treu,
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Mein Herz, was wiltu mehr? Ich gebe mich zufrieden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christian Günther
(16951723)

* 08.04.1695 in Striegau, † 15.03.1723 in Jena

männlich, geb. Günther

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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