Unbilliger Gebrauch unserer kurzen Zeit, samt einem bessern Begriff von derselben

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Barthold Heinrich Brockes: Unbilliger Gebrauch unserer kurzen Zeit, samt einem bessern Begriff von derselben (1743)

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In einem ewig-seligen ununterbrochenen Vergnügen
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War, ist, und bleibt die wahre Gottheit von Ewigkeit
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zu Ewigkeit.
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Die Erde währet eine lange uns allen unbekannte Zeit.
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Der Mensch kommt gleichsam, wenn er kommt, aus einem
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tiefen Nichts gestiegen,
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Bleibt, im Vergleich mit jener Zeit, kaum eine Viertel-
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Stunde hier.
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Die Viertel-Stunde wenden viele, die sich selbst Philoso-
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phen nennen,
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Auf welche Weise sie der Gottheit verborgne Weg’ ergrü-
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beln können,
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Mit angespannten Kräften an, gespornt von eitler Ehr-
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Begier.
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Dann tritt der Mensch zur Welt hinaus. Hätt’ er, wofern
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er nachgedacht,
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Wie herrlich GOtt, Der alles macht,
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In Seiner Creaturen Pracht;
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Nicht weit vernünftiger und besser sein Viertel-Stündchen
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zugebracht?
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Zumahl, da etwas in der Zeit, so würklich ein Geheimniß,
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stecket,
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Und wovon folgende Erzehlung uns was verborgenes
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entdecket.
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Durch deren Inhalt mir was grosses, obgleich dieselbe
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nur erdacht,
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Von einem schönen Ort der Schrift, der dunkel sonst, wird
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beygebracht:
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Wie es doch könne möglich seyn, ohn’ alle dunkle Deu-
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teley,
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Daß tausend Jahr für GOtt ein Tag, ein Tag wie tau-
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send Jahre sey.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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