1
Es füllt die Welt, auch bey dem Frost, sich öfters mit so
3
Daß ich mich nicht enthalten kann, wie sehr sie, auch im Win-
5
Dem Schöpfer der Natur zum Preise, nicht nur aufmerksam
7
Ich muß noch eine Winter-Landschaft in meinen Liedern
9
Und zwar, so viel es möglich ist, recht eigentlich und nach
11
So daß sie auch im Sommer sichtbar, und zu bewundern,
13
Der Erden Fläch’ ist weiß beschneit, die Fluht, so weit man
15
Und ganz mit klarem Eis erfüllt. Dadurch erblickt man
17
Wohin man sieht, dem Ansehn nach, fast nichts als Silber
19
Wann nun an einem heitern Tag die scharfen Winde sich
21
Und man sodann im Sonnenschein, wenn sie aufs aller-
23
Am Ufer, oder auf dem Eise, bedachtsamlich spatzieren
25
Glänzt alles, was man um sich sieht, in tausendfach
27
So daß den fast durchstrahlten Augen, dem fast geblendeten
29
Kein Vorwurf schöner scheinen kann. Von angestrahlten
31
Erhebet sich, an tausend Stellen, ein helles bunt-gefärbtes
33
Wenn nemlich, an so vielen Ecken, das aufgefangne Son-
35
In schnell zurückgeschickten Strahlen, und reinem Glanz,
37
Wenn man in einer Landschaft wäre, wo alles voll von
39
Unmöglich könnte sie im hellern, poliert- und reinern
41
Es sieht, zu einer solchen Zeit, der Erden und das Wasser-
43
Am Schimmer, Glanz und buntem Feuer, fast wahren
45
Von selbst geformte Prismata sieht man bald hier, bald
47
Hier Purpur, dorten Gelb, wie Gold, hier Weiß, dort
48
Blau, da Roht, dort Grün,
49
In wandelbarer Farb’ und Glanz, recht als im bunten Feuer,
51
In klein- und grossen Eises Stücken, auf weissen bald, und
53
Mit schwärzlich- blau gemischten Stellen des unbeschneiten
55
Sich oft, so weit man sieht, erstreckt, als wie ein grosses
57
Worinn von abgestreiften Bäumen, von Schnee- von
58
schroffen Eises-Hügeln,
59
Und vielen andern Gegenwürfen, sich mancherley Figuren
61
Ja, worinn oft, selbst von der Sonnen, nicht nur ihr güld-
63
Zugleich auch eine Menge Strahlen den glatten Grund oft
65
Viel’ Stellen, von gedämpften weissen, viel-förmgen krum-
67
Sehn schönem grau-polierten Marmor an Farben, Glanz
69
Der hart gefrorne Schnee-Staub scheint, in seinen kleinen
71
Wie Millionen Edelsteine, wie diamantner Staub, zu
73
Indem darauf, mit ihren Strahlen, die Schönheit-Quell’,
75
Auf Millionen Art- und Orten, sich in so reinem Schimmer
77
Daß man an einem weissen Himmel glaubt so viel’ Sterne
79
Als wie, in einer heitern Nacht, am blauen Firmament
81
Was nun, in so gefärbten Blitzen, sich schimmernd hier vor
83
Wird ihnen, bloß von einer Sonne, wovon sie Bilder, einge-
85
Man sollte denn auf sie den Blick, den so gerührten Blick
87
Ohn’ an den Ursprung, an die Sonne, und deren