Jüngst kam ein König vor das Himmelsthor

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Jüngst kam ein König vor das Himmelsthor Titel entspricht 1. Vers(1836)

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Jüngst kam ein König vor das Himmelsthor
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Und schien in voller Zuversicht zu hoffen,
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Wenn eine Majestät nur kommt davor,
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So steh' ihr gleich der ganze Himmel offen.
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Der König hört St. Peters Wort:
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Du darfst hier keine Hoffnung fassen!
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Bleib draußen stehn nur immerfort,
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Du wirst fürwahr nie eingelassen.

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Darauf erscheint ein deutscher Jesuit
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Und spricht um Einlaß an den heil'gen Peter.
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Sobald St. Petrus ihn nur eben sieht,
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Da schreit er ihm entgegen Mord und Zeter.
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Was willst du hier? auf! mach dich fort!
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Ich kann euch Heuchler nicht vertragen;
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Geh, setz dich zu dem König dort!
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Im Himmel darfst du uns nicht plagen.

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Zum König setzt sich da der Jesuit
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Und tröstet ihn mit manchem frommen Worte:
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»ich weiß gewiß, auch unsre Qual entflieht,
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Bald öffnet sich auch uns die Himmelspforte;
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Bald findet sich Gelegenheit,
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Dann werden wir auch eingelassen,
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Dann ist vorbei auch unser Leid –
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Drum laß uns ruhig Hoffnung fassen.«

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Der Jesuit weiß die Gelegenheit
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So ganz und gar fürtrefflich abzupassen:
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Gefahren kommt des Papstes Heiligkeit,
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Die wird sogleich von Petrus eingelassen.
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»jetzt, ruft er, Majestät mit mir!
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Jetzt ist es Zeit: nur frisch, Courage!«
31
Doch Petrus fragt: wer seid denn ihr?
32
»wir sind die päpstliche Bagage.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(17981874)

* 02.04.1798 in Fallersleben, † 19.01.1874 in Abtei Corvey

männlich, geb. Hoffmann

deutscher Dichter und Germanist, Verfasser des „Liedes der Deutschen“

(Aus: Wikidata.org)

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