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Indem ich jüngst, zur kalten Winters-Zeit,
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Da Berg und Wald bereift, das Feld beschneyt,
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Die Fluht gefroren war, im Zimmer, beym Camin,
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Ein helles Feur theils lodern und theils glühn,
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Mit Freuden sah, mit Anmuht fühlte,
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Und, da ich eben ganz allein,
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Bald auf der Flamme regen Schein,
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Die mit gefärbten Spitzen spielte,
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Mein angestrahltes Auge lenket;
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Bald in der Kohlen rohte Gluht,
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Recht als in einer Feuer-Fluht,
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Die neu-begier’ge Blicke senket;
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Beschloß ich, nicht so sehr des Feuers Kraft
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Und dessen wärmend’ Eigenschaft,
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(dieweil es schon vorhin von mir geschehn)
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Als dessen Form und Farb’, aufmerksam anzusehn.
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Jhrer Flammen wallend Licht
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Schnaubet, zischet, rauschet', sauset,
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Lodert, knallet, prasselt, brauset.
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Fast entsetzlich, und doch schön
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Ist ihr Glanz und ihr Getön.
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Nicht glaublich ist, wie mancherley,
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An buntem Glanz, an Schimmer, Farb’ und Licht,
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Für ein betrachtendes Gesicht,
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In stiller Einsamkeit, im Feur, zu sehen sey.
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Oft strahlt, in rohiem Glanz, ein Blau wie ein Sapphir
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Durch einen weissen Rauch, der gleichfalls glänzt, herfür.
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Wenn oberwerts, mit gelblich-weissen Blitzen,
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Die schnellen Flammen sich mit hellem Lodern spitzen;
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So scheinet unterwerts, gleich funkelndem Rubin,
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Der rohten Kohlen Heer fast schrecklich-schön zu glühn.
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In tausendfach geformt-bald klein- bald grossen Stücken
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Erblickt man Spalten, Höhlen, Lücken,
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Geborstnen Felsen gleich. In ihren Tiefen glimmt
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Der kleinen Flammen Rest; sie wallen recht wie Wellen,
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In denen hier und dort an unterschied’nen Stellen,
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Nebst einem zarten Dunst, von Asch ein Anfang schwimmt,
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Der sanfte seinen Fortgang nimmt,
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Und, eh man sichs versicht, die rohte Gluht verstecket.
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In ihrer, bloß allein im Reiche der Natur,
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Das Feur besiegenden Gewalt
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Wird in der Loder-Asch oft mancherley Figur,
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Oft manche sonst fast nicht zu bildende Gestalt,
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Die oft vergrössert wird, und oft verkleint, entdecket.
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Man ist geschickt, bald kleine Bäum’ und Wellen,
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Bald kleine Köpfgen, Augen bald,
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Bald Männerchen, bald Nas- und Lippen,
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Bald Häuser, Büsche, Thürme, Klippen,
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Sich selbst willkührlich vorzustellen;
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Die aber, wenn wir sie kaum finden,
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Durch stete Aenderung, nach kurzer Dauer, schwinden.
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Die Mannigfaltigkeit von so verschied’nen Zügen,
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In meiner Phantasey zu trennen und zu fügen,
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Giebt mir in Einsamkeit oft ein Vergnügen.
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Oft dienet ihrer Flüchtigkeit,
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Fast von den meisten ird’schen Dingen
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Mir ein Erwegen beyzubringen.
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Oft denk’ ich selbst dabey an meine flücht’ge Zeit.
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Oft dient es mir, von meinem Leben
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Ein Bildniß selber abzugeben.
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Wird, denk ich, (wie die Gluht)
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Das rege Feur in meinem Blut
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Erloschen, stille seyn und kalt!
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Wie bald werd’ ich zu Staub und Erden,
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So, wie das Feur zu Asche, werden!
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Doch fühl’ ich dadurch keinen Schrecken,
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Gott Lob! in mir erwecken.
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Ich nehme von den regen Flammen
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Zu meinem Troste, diese Lehr:
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Wie sie, da sie von oben stammen,
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Auch wieder in die Höhe steigen,
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Und, ob sie gleich sich hier nicht zeigen,
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Sie, ihrem Wesen nach, doch nicht vergehn;
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Daß meine Seel’, auf gleiche Weise,
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Nach ihrem Ausfluß, der von oben,
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Zu ihres grossen Ursprungs Preise,
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Auch, wie die rege Gluht, erhoben,
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Auf gleiche Weise sich erhöhn,
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Und nicht bedeckt von Asch und Erde,
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Verschlungen und vernichtigt werde.