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Es flog der Schnee so dick und dichte,
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Daß er dem schärfesten Gesichte
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Kaum zwanzig Schritt zu sehn erlaubt.
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Es schien, durch einen weissen Nebel, was sonst zu sehn
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Es waren Häuser, Bäume, Thürme und Scheunen, die
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Kaum durch den weiss- und regen Duft, ja öfters gar
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Doch, wenn man sie zuweilen sah, konnt’ ihre dunkle
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Uns von dem Nebel-gleichen Schnee,
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Trotz seiner regen Schnelligkeit,
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Wenn er vor sie vorbey flog, eben
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Auf ihres Grundes Dunkelheit
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Die eigentlichste Bildung geben.
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Man kann denselben, ohn’ Vergnügen,
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In reger Emsigkeit nicht fliegen
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Und, ohne Lust, nicht sinken sehn.
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Man siehet lauter lichte Theile,
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In flücht’ger Schnelligkeit und Eile,
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Verwirret durch einander gehn.
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Von Osten sieht man einen Schnee-Strich, von Westen
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In einem ja so strengen Zug, aus tausend weissen Theilchen,
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Man heißt es Schnee-Jagd, und mit Recht, weil alles,
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was man sieht, sich jäget,
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Sich gleichsam stoßt, durchdringt, verfolgt, sich gleichsam
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drenget, preßt und schläget.
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Wenn man darauf die Augen lenket,
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Und auf das Spiel der Flocken denket,
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Bald aber etwan abwerts sieht; so ist inzwischen Land
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Für unsern Blick, als wie verschwunden,
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Und von der Fläche unsrer Welt
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Wird kaum annoch die Spur gefunden.
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Die dick- gefallne Flocken haben
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Die Vorwürf’ alle fast begraben,
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Die Tief- und Höhen gleich gemacht,
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Und was wir sonst in Tiefen und auf Höhen
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Für mancherley Figur gesehen,
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Verhüllet eine weisse Nacht.
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Doch dient’ die neue Augen-Weide,
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In der Verändrung, uns zur Freude.
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An einem andern Ort hingegen, wohin der Schnee so stark
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Sieht man für unsern Blick ein ganz verschiednes Ziel.
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Dort lassen sich von Tiefen und von Höhen,
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Wo sie zumtheil beschneit, so vielerley Figuren
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Von mannigfaltgen Creaturen,
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Die sonst verwirrt, versteckt, und nicht zu sehen, sehn.
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Es sticht sich itzo Schwarz und Weiß,
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Besieht es unser Blick mit Fleiß,
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So deutlich von einander ab,
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Daß es noch mehr, als sonst, mir zu bewundern gab.
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Auf allen halb beschneit-halb schwarzen Zweigen
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Scheint gleichsam ein Gemisch von Tag und Nacht,
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Von Schatten und von Licht,
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Uns eine Dämmerung zu zeigen.
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Kein Zweiglein ist so dünn und zart,
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So weisses Moß, als tausend Kräuterlein,
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Sieht man sie in der Näh’, zu sehen seyn.
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Es scheinet auch der kleinste Ast,
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Zumahl im hellen Glanz der Sonnen,
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Als wär er überall mit Silber-Drat umsponnen,
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In weissem Schmelz-Werk eingefaßt.
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Und kurz, auch in der Winters-Zeit,
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Wo Gott euch nur Bequemlichkeit,
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Daß ihr nicht leiden dürfet, gönnet,
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Sind überall, sind fern und nah
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Viel tausend Gegenwürfe da,
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Woran ihr euch vergnügen könnet.
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Da nun, bey diesem Schmuck, die Welt
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Sich durch den Frost zugleich erneuert und erhält;
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So laßt uns denn, bey dieser Aendrung eben,
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Dem, der die Welt so wunderbar regieret,
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Den Dank, das Lob, das Jhm dafür gebühret,
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Mit Lust, Bewunderung und Ehrfurcht geben,
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Uns seiner weisen Führung freuen,
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Und in gegründeter vergnügter Hoffnung stehn,
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Mit Lust zu rechter Zeit zu sehn,
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Wie Erde, Luft und Fluht,
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Durch der bald nähern Sonnen Gluht,
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Mit tausend Lieblichkeit und Anmuht sich erneuen.