Wir waren in Knidos, meine holdselige Chloe und ich

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Heinrich Wilhelm von Gerstenberg: Wir waren in Knidos, meine holdselige Chloe und ich Titel entspricht 1. Vers(1780)

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Wir waren in Knidos, meine holdselige Chloe und ich.

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Auf ewig grünem Laube spielen
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Hier Scherz, und Lenz, und Zärtlichkeit.
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Die Blumen küssen, Bäume fühlen,
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Und Grotten, welche Zephyrs kühlen,
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Verbergen manchen holden Streit,
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Wenn eine Dryas hier im Thale
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Dem jungen Faun zum erstenmale
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Mit lautem Zwange Küsse weiht.

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Mit aufgelöstem Gürtel gingen
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Die Grazien leicht vor ihr hin,
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Ein Amor fliegt mit regen Schwingen
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Schnell auf die Brust, schnell auf das Kinn,
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Sucht dort ein Knöspchen anzubringen,
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Und tändelt hier ein Grübchen hin:
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Mit himmlisch sanften Liebesschlägen
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Lohnt ihm die Göttinn seine Müh:
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Froh flattert er der Straf entgegen,
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Und zur Vergeltung küßt er sie.

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Er wars, der im Geräusch der Blätter
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Untreue Küsse rauschen hört,
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Der Sicherheit in Furcht verkehrt,
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Die sanftesten mit Wuth bewehrt,
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Die Edelsten Neid oder Argwohn lehrt,
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Ach! jedes Glück der Liebe stöhrt:
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Ach! der gefährlichste der Götter!

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Mich nagt bey Chloens besten Küssen
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Ein banger schrecklicher Verdacht:
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»wie, wenn bey diesen Nektarküssen
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Ein dritter oft mich still verlacht!
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O Chloe! sollt ich dieses wissen!«
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Dann nenn ich Chloen den Verdacht,
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Und Chloe weint; und ich muß reuig flehen:
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Denn weinen kann ich sie nicht sehen. –
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Ach! Venus, nimm den Gott zurück!
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Er bringt mich ewig um mein Glück.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Wilhelm von Gerstenberg
(17371823)

* 03.01.1737 in Tondern, † 01.11.1823 in Altona

männlich, geb. Gerstenberg

deutscher Dramatiker (1737–1823)

(Aus: Wikidata.org)

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