Gedanken über das Pflügen und Säen

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Barthold Heinrich Brockes: Gedanken über das Pflügen und Säen (1743)

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Jm Herbst, an einem schönen Tage, sah ich, mit innigem
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Vergnügen,
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Den Bauknecht mit vier starken Pferden geschäftig meinen
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Acker pflügen,
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Ich sah ihn lange Furchen zieh’n, und sah den Pflug, wie
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sanft er glitte,
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Den Boden von einander theilt’, den fest- und fetten
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Grund durchschnitte,
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Beschäftigt alles umzustürzen, und kleine Wellen zu er-
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höh'n,
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Die in geraden Strichen all’, ohn’ einige Bewegung,
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steh'n,
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Und überall das Feld erfüllen. Ich sah dadurch das
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Grau der Erden,
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Jm kurzen, in ein schönes Braun verkehrt und lieblich
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dunkel werden.
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Ich setzte mich an einen Hügel, der Arbeit, die so nütz
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als schön,
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Mit einigen Betrachtungen, zu GOttes Ehren, zuzu-
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seh'n.
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Ich dachte: Welche Weisheit liegt in diesem so geringen
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Werke,
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Welch ein erstaunlich grosser Nutz! Je mehr ich mit Be-
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dacht bemerke,
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Je mehr erblick ich in demselben, bey göttlicher Gewo-
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genheit,
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Abseiten unser, abermahl unleidlich’ Unerkenntlichkeit.

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Wer würdigt doch wohl einen Pflug des Anblicks! wer
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betrachtet ihn!
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Man hält ihn für ein plumpes Werkzeug, man zieht von
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ihm so gleich den Blick
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(als wär es schimpflich ihn zu seh’n, man mag ihn stehen,
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oder zieh'n,
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Zu Haus, und auf dem Felde, seh’n) verächtlich mehren-
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theils zurück.
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Da er doch nicht allein so nützlich und nöhtig; da er in
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der That
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Weit mehr, als wie man glauben sollte, viel künstliches
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noch an sich hat.
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Ich ließ mir alle Stücke nennen, und alle seine Theil
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weisen,
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Und fand
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Pflug-Baum, Vorder-Eisen,
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Den Nagel, Gradsuhl, Grad, den Sterz, die Unter-
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Sahl, die Seiten-Sahl,
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Das Ruster-Brett, das Seiten-Eisen, die Pflug-
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Butt, Pfiug-Schaar, Welle-Stecher,
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Den der, so pflügt, in Händen führt, mit welchen er auch
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öftermahl
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Die Pflug-Schaar reinigt, und zugleich den Pflug zurecht
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setzt, welchen man,
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Durch Löcher in dem Baum, erhöh’n, und ihn, wenns
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noht ist, senken kann.

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Wie lange kannte wohl die Welt ein solches nützlichs
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Werkzeug nicht?
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Wer war es, welcher es zuerst so ausgedacht und zuge-
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richt?
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So viel man Nachricht davon weiß, ist der Erfinder in
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den Orden

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Der Götter, aus Erkenntlichkeit, so gar dafür versetzet
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worden.
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So weit sah man die Dankbarkeit für dieß so nützlichs
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Werkzeug geh'n,
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Das wir itzt, durch Gewohnheit blind, kaum würdigen
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recht anzuseh'n.

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Nachdem ich dieses überdacht’; erhub ich mich, das
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Säen und Egen,
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Mit ebenmäßiger Betrachtung, zu sehen und zu über-
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legen.
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Da ich denn, mit vergnügten Blicken, des Sä’manns
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abgemeßnen Tritt
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In stets gerader Linie, und wie die Hand den festen
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Schritt,
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Ohn’ allen Fehl, begleitete, das aus dem Sack gegriffne
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Korn
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In richt’ger Ebenmaasse streute, daß nicht zu wenig, nicht
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zu viel,
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Daß nicht zu dicht, und nicht zu weit, der scharf geworfn
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Saame fiel.
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Oft füllet er von seinem Rücken das weisse Sä’tuch, das
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ihm vorn,
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Zum schnellen Griff, eröffnet hing. Mir schien das
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Säen leicht zu seyn,
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Und nicht so schwehr, als wie das Pflügen, und anders
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Ackerwerk; allein,
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Wie ich darüber mich befragte, ward mir ein anders bald
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belehret,
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Daß auch zu dieser Arbeit Kraft und viele Wissenschaf
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gehöret.

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Dem Säen sah ich emsig zu: und weil der helle Sonnen-
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schein
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Auf den geworfnen Saamen fiel, den auch der dunkle Grund
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erhöhte;
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So schien es wahrlich anders nicht, als ob er güldne
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Körner säte.
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Doch nein, es ließ noch ähnlicher, und recht als wenn
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ein strenger Regen
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Von grossen Tropfen überall, und im beständigen Bewegen,
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Vom Winde stark getrieben, fiel. Die Erd’, als wär
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sie heiß und trucken,
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Schien die empfangne Tropfen schnell, als wie im Sommer,
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einzuschlucken.
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Indem ich dieses, mit Bedacht, noch ferner sehe, fällt mir
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bey,
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Daß ein fast nicht gespührtes Wunder im Saamen noch
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verborgen sey,
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Da, ob er gleich nicht nach der Ordnung, und wirklich
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recht von ungefehr,
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Bald auf-bald unterwerts, bald platt, gerade bald, bald in
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die Queer,
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So wie er fällt, zu liegen kommt, es doch Bewunderns
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wehrt sich zeiget,
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Daß unterwerts die kleine Wurzel, das Hälmchen in die
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Höhe steiget.
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Wenn nun die eine von sich selbst sich abwerts, jene in die
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Höh',
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Durch einen uns verborgnen Trieb, nicht, fast vernünftig,
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wendete;
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Würd’ es für uns unmöglich seyn, mit aller unsrer Kunst,
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zu sä'n.
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Denn welcher Mensch könnt’ jedes Korn nach seiner rech-
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ten Lage dreh'n?

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Erkennet denn, geliebte Menschen! auch hieraus eine neue
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Spur
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Von einer mächtig-weisen Lieb’ in der uns nährenden
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Natur.

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So bald der edle Saame nun dem Schooß der Erden
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anvertraut;
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Wird ein nicht minder nützlichs Werkzeug, im emsigen
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Gebrauch, geschaut.
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Die zackigten geeckten Egen, die theils voll Holz, theils
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Eisen stecken,
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Sind mit bespannten Pferden fertig, den künft’gen Segen
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zuzudecken.
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Sie bringen den gestreuten Saamen nun völlig erst zu
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seiner Ruh,
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Und ziehen vor dem grossen Schauplatz, so wie es scheint,
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die Decke zu.

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Gesegne Du es nun, o GOtt! Du Segens-Quell’! Der
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Ackersmann
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Hat bey dem grossen Nahrungs-Werk nunmehr das
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Seinige gethan.
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Ein mehrers kann er nicht. So laß, was er der Erden
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anvertrauet,
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Bloß durch Dein gnädiges Gedeyen, im Regen, Sonnen-
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schein und Winden,
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Zu rechter Zeit, in rechter Maasse, Kraft, Nässe, Wärm’
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und Wachsthum finden!
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Gieb auch, daß wir mit Preis und Dank den uns von
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Dir geschenkten Segen,
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Wenn er gereifet und gemäht, vergnügt in unsre Scheu-
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ren legen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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