Anhang zur Seifen-Blase, in welchem eine Erläuterung vieler Geheimnisse in der Natur

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Barthold Heinrich Brockes: Anhang zur Seifen-Blase, in welchem eine Erläuterung vieler Geheimnisse in der Natur (1743)

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Wie ich von der Seifen-Blase dieß Gedicht jüngst
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nachgelesen
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Und derselben Blasen Ursprung, Stand und eigentliches
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Wesen,
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Auch die Art, auf welche Weise sie von uns hervorgebracht,
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Wie sie eigentlich entstehen und vergehen, überdacht;
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Fällt aus dem so schönen Buche,
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tur, mir bey:
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Wie zu den verborgnen Wegen der Natur-Kraft in der
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Luft,
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In dem Regen, Schnee und Hagel, Blitz und Donner,
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Wind und Duft,
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Dieses kindische Betragen fast der beste Schlüssel sey.
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Laßt uns denn mit frohem Ernst, um den Schöpfer zu
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erhöhn,
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Ein bewundernswürdigs Gleichniß im Betrieb der Kin-
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der sehn!

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Zu etwas Wasser nehmen sie in ein Gefäß ein wenig
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Seife:
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Wenn solches nun darinn zergangen; so heben sie mit einer
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Pfeife
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Ein Tröpfgen dieses Wassers auf, und dehnen es durch
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lauen Duft

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Und sanftes Hauchen aus einander, wodurch die bunten
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Kreis' entstehn,
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Die, nicht allein in ihren Augen, auch in der That, recht
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wunderschön.
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Die Quelle dieses Luft-Gesichts ist, daß das Kind die
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warme Luft
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Aus seiner Lunge, durch die Röhre, ins fette Wasser-
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Tröpfgen läßt.
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Das Feuer, welches diese Luft schon ausgespannet, dehnt
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und preßt
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Die Luft, (die in dem Wasser-Tropfen,) die Luft, gedehnt,
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verjagt, vermehrt,
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Durch ein stets unterhaltnes Blasen, wenn es ununter-
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brochen währt,
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Entfernt die gröbere Partikeln des Wassers, auch der
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Fettigkeiten,
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Und aller andrer Seifen Theile. Es widersteht, von allen
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Seiten,
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Die äußre Luft der innern Handlung, wodurch die Wirkung
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denn entsteht,
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Daß das darinn enthaltne Feur, zusammt der Luft, nicht
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Strich-weis geht,
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Nein, sich beständig in der Ründe, und gleichsam als im
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Wirbel, dreht,
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Auf dem das Wasser und das Oel den äussern Rand
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besetzt und zieret.
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Der Stoff nun, von der innern Luft gepreßt und aussen-
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werts gedrückt,
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Von der, die sie ringsum umgiebet, und allenthalben
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drängt, formieret,
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Durch beyder Druck ein glatt Gewölbe, das an der Dicke
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stets verlieret,

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Und dünner wird, je mehr dasselbe gedehnet wird und aus-
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gespannt.

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Die Luft nun in der Wasser-Blase, zusammt dem Oel
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und Wasser, wiegt
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Noch minder, oder doch nicht mehr, als wie die Luft, die um
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sie liegt,
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Und deren Stelle sie beschlägt. Es wird daher denn leicht
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erkannt,
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Auf welche Art sie, von der Luft getragen, in die Höh’ sich
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hält.
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Es kann der allersanftste Wind sie niederdrücken oder
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heben.
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Dieß kann uns nun von allen dem, was mit dem Wasser
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auf der Welt,
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Vom Sonnen-Strahl und von dem Wind betrieben wird,
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ein Gleichniß geben.

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Der Feuer-reiche Stoff, den uns die Quell’ des Lichts
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von oben schickt,
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Wird in der feuchten Cörper Flächen, ohn’ alle Hindrung,
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eingedrückt.
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Er dringt sich in der Lüfte Bläsgen, die machen, daß das
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Wasser fliesset.
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Wenn nun das Feur die Luft verbreitet, sie mit sich zieht, so
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spannt und schwellt
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Es folglich auch das Wasser-Theilchen, in welchem sich die
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Luft verschliesset.

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Das Feuer nun, das von der Sonnen aufs Wasser und
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die Erde fällt,
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Springt rückwerts, wie uns ja bekannt, und nimmt das
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kleine feuchte Stück

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Des Wassers, worinn es gedrungen, da es sich hebt, mit sich
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zurück,
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Dadurch formieret sich ein Bläsgen, das es stets in die
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Ründe dreht.
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Und wie das Wasser allerley, was sich mit ihm vermischt,
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enthält;
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So zieht die Hitze, die das Wasser empor zieht, auch mit ihm
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zugleich,
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Von ganz verschiedener Natur, viel’ Theilchen in der Lüfte
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Reich,
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Ein Salz, das flüchtig, Schwefel, Oel, auch Theilchen aus
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dem Fleisch der Thiere,
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Aus Bergwerks-Minen und dergleichen, die sich dem Wasser
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einverleiben,
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Und mehrentheils wie Schaum und Fett auf seiner äußren
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Fläche treiben.

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Indem die Feuer-Theilchen nun viel’ tausend Bläsgen,
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Fluht und Luft,
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Von ihren vor’gen Cörpern trennen, so trennen sie zugleich
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mit ihnen,
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Und nehmen mit sich Salz und Oel, auch Schwefel-Theilchen
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aus den Minen.
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Das Feur und die gedehnte Luft erfüllt der Bläsgen innern
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Raum,
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Das Wasser, nebst den andern Theilchen, getrieben bis zum
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äussern Rand,
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Formiert daselbst der Blasen Rinde. Weil nun der kleinen
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Blasen Stand
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Viel leichter als die grobe Luft, und sie den Platz, der dieser
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eigen,
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Durch Dehnen eingenommen haben, so müssen sie nohtwen-
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dig steigen,

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Und zwar so hoch, bis sie zuletzt die obre Lüfte dünner finden,
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Mit welchem sie, im Gleichgewicht, sich endlich fügen und
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verbinden.

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Das Wasser kann auf keine Weise zu einer solchen Leichte
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kommen,
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Als durch die ausgespannte Luft, die es umschliesset und ver-
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schränkt.
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Die Luft wird, durch das Feur allein, das sich in selbige
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gesenkt,
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So ausgedehnt, und alles steiget im Drehen, weil das Feur
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zum Drehen,
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Nach seiner Weise, sehr geneigt, wozu die Luft, die es
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umringt,
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Und zwar von allen Seiten gleich es um so viel geschwinder
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bringt.

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Das Wesen dieser kleinen Bläsgen ist nicht allein, dem
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Schein nach, wahr;
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Man kann im Wasser, wenn es siedet, dieselben mit den
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Augen klar
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Recht sichtbar in die Höhe springen, und deutlich sich erheben
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sehen,
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Wobey die allerkleinsten denn im Rauch sich fügen, sich erhö-
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hen,
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Und, wenn sie kurze Zeit verbunden, sich schnell zertheilen
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und vergehen.

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Die Bläsgen nun, die von dem Feuer, wie schon erwehnet
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ist, formiert,
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Und, theils von ihm, theils durch die Schwehre der Luft nun
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in die Höh' geführt,

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Die halten sich und bleiben oben, woselbst sie zwischen einer
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Luft,
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Die schwehrer, und noch einer andern, die leichter ist, bestän-
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dig schweben.
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Von weiten scheinet ihr Verband ein dichter Leib, ein fester
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Duft,
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Dem wir denn insgemein den Namen von Wolken und
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Gewölke geben.
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Doch haben tausend Reisende befunden auf der Berge
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Höh'n,
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Daß das, was sie von unten auf für dicke Wolken ange-
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seh'n,
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Nichts anders, als ein feuchter Nebel, so wie er auf der
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Unterwelt
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Zuweilen um uns treibt und schwebet, wenn er von oben
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abwerts fällt.

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Die Winde, die die Luft bewegen, woher dieselben auch
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entsteh'n,
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Vereinen sich mit allen Graden der Luft, bewegen, trennen,
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fügen
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Die in die Höh’ gestiegnen Dünste, daß sie bald hie, bald dort-
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werts fliegen.
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Begegnen diese kleine Bläsgen, die in der obern Luft zerstreut,
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Nun etwan einer kalten Luft, die größre Kraft, hat sie zu
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drücken,
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Als wie das Feur sie auszuspannen; so ziehn die Bläsgen
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allezeit
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Sich in sich selber gleich zusammen, wodurch die Rinden sich
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verdicken.
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Indem sie nun auf diese Weise weit mehr, als wie vorhero,
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klein;
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So nehmen sie auch mindern Raum, als sie vorher befaßten,
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ein.

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Sie werden schwehrer, als die Luft, und deren Platz, worinn
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sie schweben;
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Daher kann sie die äußre Luft nicht mehr, so wie vorhero,
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heben,
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Und folglich sinken sie sodann gemach herunter aus der
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Luft,
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Wie oder fallen plötzlich nieder in Nebel, Regen, Thau
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und Duft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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