Herbst-Gedanken

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Barthold Heinrich Brockes: Herbst-Gedanken (1743)

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Wie ich im Herbst in einem güldnen fast mehr, als gelben
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Walde ging,
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Und wie von roht- und gelber Farbe ein Feuer-gleicher
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Glanz ihn schmückte,
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Der überall zu lodern schien, mit ungemeiner Lust erblickte;
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So deucht mich, daß ein jeder Baum, ja jedes Blatt, das
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an ihm hing,
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Zu denen, die vorüber gingen, so gleichsam anzusprechen fing:

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Du wolltest durch mein schönes Grün,
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Ob es gleich noch so lieblich schien,
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Nicht vom Gewohnheits-Schlaf erwachen;
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So laß mein Feuer-farbner Schein
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Dir itzt, statt eines Feuers, seyn,
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Der Andacht Flammen anzufachen!
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Ich müh’ mich, mich aufs neu zu mahlen,
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Um besser dir ins Aug’ zu strahlen,
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Beschaue mich! noch bin ich da;
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Beschaue mich! noch bin ich schön.
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Doch mußt du mich noch heute seh’n,
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Denn morgen ists um mich geschehn,
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Ich spühr es, mein Vergehn ist nah.
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Wenn du mich noch beschaust, und denkest:
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Wie schön ist dieses Baumes Pracht!
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Wie schön ist, was der Schöpfer macht!
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Wenn du nur ein GOtt-Lob Jhm schenkest;
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So hast du deine Pflicht vollbracht,
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Und da du mich dazu erlesen,
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Und auch, in mir, an GOtt gedacht;
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So hin ich nicht umsonst gewesen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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