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Kein Gut, und wenn es auch das
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Wird nach Verdienst geehrt, so lang man es geniesst:
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Erst, wenn es uns den Rücken kehrte,
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Erst dann schätzt man's nach seinem wahren Werthe.
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Vergieb mir (falls dein Ohr, o Theuerster! den Witz,
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Der, Flammen gleich, aus deinem Munde lodert,
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Auch von den Lippen andrer fodert)
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Wenn meines Briefes Frontispitz
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Vermuthlich dich durch diesen längstbekannten
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Gemeinsatz gähnen macht, der in den Folianten
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Der steifen Moralistenschaar
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Schon hundertmal der Motten Speise war!
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Alt ist das Sprüchlein zwar, und tüchtig
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Genug durchdroschen, Freund! doch seit mir das Geschick
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Jüngst, wie ich hoffen will, nur deines Umgangs Glück,
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Nicht auch dein Herz entzog, ward es mir neu und wichtig.
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Ich fühle nun, geliebter Pylades!
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Mit banger Sehnsucht fühl' ich es,
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Was du mir warst, und bist, wie sehr ich dich vermisse.
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Oft seit dem letzten unsrer Küsse
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Gedenk' ich, wenn mein Blick beym Glanz des Hesperus
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Mit stillem Neid zu euch den stolzen Isterfluss
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Hinunter eilen sieht, der frohen Abendstunden,
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Die beym sokratischen Pokal
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Halb ernst, halb lächelnd uns entschwunden.
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Bald wurde feyerlich vor unserm Tribunal
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Das Schicksal eines Reims entschieden:
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Bald rächten lachend wir an dummen Verseschmieden
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Des Musengotts beschimpfte Majestät:
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Bald gab ein plumper Musaget
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Und unsrer kritischen Tagschreiberzunft verstecktes
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Gefühl zum Spott uns Stoff, bis endlich unverhofft
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Die schwarze Mitternacht zu Bett uns rief. O noctes
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Caenaeque Deum! ruf' ich oft
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Mit unserem Horaz inbrünstig auf, und eile
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Nach meiner Stube hin, wo ich die lange Weile,
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Die manchmal unversehns mich armen Robinson
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Auf meiner kleinen wüsten Insel
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Zu unterjochen sucht, durch Maro's Heldenton,
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Horazens muntern Witz und Naso's Klaggewinsel,
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Durch Swifts verwägnen Muth und Popens Energie,
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Durch eine schlaue Blasphemie
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Des leidigen Voltärs, durch Wielands zauberreiche
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Urbanität von Zeit zu Zeit verscheuche.
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O Freund, wie öd' und leer scheint mir mein Aufenthalt,
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Wo keiner Muse Lied erschallet, wo man, kalt
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Für Wollust feinrer Art, für geistiges Vergnügen,
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Nur thierische Begierden kennt,
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Bloss für des Pöbels Freuden brennt,
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Die Herz und Geist in dumpfen Taumel wiegen,
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Nur stäts dem Ombregott und seiner Kebsfraun Schaar,
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Der allvermögenden Spadille,
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Der flugs, wie Proteus, sich verwandelnden Manille
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Und ihrem jüngern Schwesternpaar,
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Der Balta und der Ponto, fröhnet,
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Und dieser Götzen Lob von allen Lippen tönet!
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Oft nah' ich mich, von Eifer angefacht,
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Apolls verschmähten Dienst zu rächen, einem Tempel
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Des schnöden Ombregotts: doch muthlos leider! macht
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Mich manches Märtyrers Exempel;
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Denn weh dir, wenn du nur mit einem freyern Wort
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Die Allmacht der papiernen Götter
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An diesem hochgeweihten Ort
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Zu profaniren wagst! weh dir verruchtem Spötter!
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Ein solches Sakrilegium
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Wird nicht so leicht verziehn: ein lautes
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Ertönt durch's ganze Heiligthum,
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Und, wer kein Waghals ist, sucht gern den Weg zur Stiege.
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Entwaffnet von dem kühnen Muth
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Des Götzendienerschwarms, verwandelt meine Wuth
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Sich allgemach in bittre Klagen:
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Ach! lass in meiner Noth, o Herr! mich nicht verzagen,
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Fang' ich mit David inniglich
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Zu psalmodiren an, und denke, Freund! an dich.
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Wenn nun, wie's einem Freund von biedrer Art gebühret,
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Die Stimme meines Flehns dich rühret,
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So komm, bevor der Hauch der Sommerlüfte flieht!
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Vertausch' auf kurze Zeit Wiens lärmende Quiriten
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Mit einem stillen Eremiten,
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Der dir so sehnsuchtsvoll, so froh entgegensieht!