Dorinde, sieh, die Zeit der Maskeraden

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Joseph Franz Ratschky: Dorinde, sieh, die Zeit der Maskeraden Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Dorinde, sieh, die Zeit der Maskeraden
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Ist nun entflohn,
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Und Komus zieht, mit Geigen schwer beladen,
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Betrübt davon.

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Reumüthig schleicht der frommen Magdalenen
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Zerknirschte Schaar,
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Des Himmels Zorn durch Beten zu versöhnen,
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Nun zum Altar.

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Manch loses Kind, dem noch vom Wirbeltanze
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Die Wangen glühn,
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Wallt sittsam itzt mit seinem Rosenkranze
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Zur Kirche hin.

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Die Priesterzunft ergreift nun statt der Flasche
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Den Weihbrunntopf:
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Das Layenvolk trägt statt des Puders Asche
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Auf seinem Kopf.

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Der süsse Herr, der stolz die Silberflocken
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Des blanken Schnees
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Durch sein Gesicht beschämet, hört erschrocken:

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Die Kirch' ertönt von Psalmen, Litaneyen
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Und Bussgeschrey,
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Und sieh! auch du, Dorinde, stimmst dem Schreyen
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Der Büsser bey.

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Mir aber, Kind! mir predigst du vergebens
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Von Busse vor:
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Gern fleht' auch ich um Besserung des Lebens
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Mit dir empor.

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Gern wollt' ich mich, hätt' ich nur was zu büssen,
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Mit dir kasteyn:
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Doch, züchtige Vestalinn! mein Gewissen
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Ist leider! rein.

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O möchtest du nur eine kleine Sünde
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Mir zugestehn!
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Dann solltest du mich willig, o Dorinde,
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Als Büsser sehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Franz Ratschky
(17571810)

* 21.08.1757 in Wien, † 31.05.1810 in Wien

männlich, geb. Ratschky

österreichischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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