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Ein junger Musensohn, der, seine Milz zu heilen,
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Nun frische Bergluft schnappt, entbeut durch diese Zeilen
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Der schönen Sängerinn am stolzen Isterfluss
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Hier vom bescheidnen Inn der Freundschaft trauten Gruss.
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Verehrungswerthe Gabriele,
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Die du des Körpers Reitz durch Bildung deiner Seele
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Verschönerst, Häuslichkeit mit Geist und Witz vereinst,
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Und wider den Gebrauch der weiblichen Pagoden,
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Für die das Studium der Moden
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Als das Talent, das Lärvchen weiss zu schminken,
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Von hundert Bändern flugs das schönste zu erspähn,
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Mit Artigkeit Kafee zu trinken,
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Auf weichen Sophen sich recht adelich zu blähn,
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Des Gatten Zuversicht mit schlauer Kunst zu täuschen,
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Und wackrer Leute Ruf mit Anstand zu zerfleischen,
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Wenn meine rohe Zeichnung dir
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Nicht missfällt, so vergönne mir,
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O süsse Schwester der Kamönen,
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Die mannigfaltigen Schattirungen und Scenen
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Der unverkünstelten Natur,
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Die hier zu Land mir zu Gesichte kamen,
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Mit ungeübter Hand, im Schattenrisse nur,
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Auf diesem Blatte nachzuahmen.
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So wie man sich, von Wälschlands Reitzen satt,
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Von der berühmten Vaterstadt
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Des lockeren Katulls (der hier bey manchem süssen
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Gedichtchen, dem es noch an Politur gebrach,
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Nach ältrer Dichter Art die Nägel sich zerbissen)
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Nach Norden kehrt, thürmt allgemach
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Die Erde sich empor, und wolkenhoch erheben,
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Von grauen Nebeln rings umgeben,
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Der Berge Häupter sich, die Wälschlands milder Luft
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Den Eintritt in Tyrols verwachsne Thäler wehren.
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Es reiht sich Berg an Berg: des Thales enge Kluft,
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Voll finstrer Tannen, gleicht der Heimath wilder Bären.
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Hier richtet senkrecht sich bis in der Wolken Saum
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Die steilste Steinwand auf, aus deren dunkler Ritze
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Einsiedlerisch ein halbverwelkter Baum
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Emporzuwachsen strebt: dort streckt die nackte Spitze
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Ein traurigkahler Berg empor,
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Den grünlichgelbes Moos und grauer Kies umhüllen.
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Aus seinem Rücken ragt ein Felsenstück hervor,
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Und droht, zum Sturze reif, der Tiefe Schlund zu füllen.
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Des Thales Raum ist dicht mit Steinen übersät,
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Aus denen hie und da ein Distelstrauch entsteht.
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Es herrschet weit und breit ein schauerliches Schweigen:
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Vergebens sucht man nur ein Hüttchen zu erspähn.
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Nichts regt sich rings umher im Thal und auf den Höhn:
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Kaum ächzt ein Vögelchen auf dürrer Bäume Zweigen.
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Wie freut' ich mich, als dieses wüste Land,
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Mit schroffen Felsenhöhn so wie mit einer Kette
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Umschlossen, mehr und mehr vor meinem Blick verschwand,
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Und ich in eines Thals gewässerreichem Bette,
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In dem, umschanzt von Höhn, auf einer mildern Flur
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Sich Rovereith, Trient und Botzen
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Erheben, beyderseits durch grüne Schatten fuhr!
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Zwar scheint die Erd' auch hier verwildert; denn es trotzen
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Noch, schichtenweis' in blanken Schnee verhüllt,
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Mit Tannenbäumen dicht und wild
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Bewachsen, und mit Wolkenschleyern
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Bemäntelt, steile Reihn von rauhen ungeheuern
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Gebirgen um und um dem nahen Horizont.
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Es stürzen brausende mit Schaum bedeckte Bäche
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Sich rasch von Fels auf Fels hinunter in die Fläche:
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Doch ist der Boden rings bepflanzet, und besonnt
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Blinkt bald ein Thurm, bald eine Hütte,
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Bald der zerfallne Rumpf von einem Ritterschloss
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Durch schattichtes Gesträuch, bald weidet sorgenlos
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Ein Schaafhirt seine Heerd' auf eines Hügels Mitte.
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Aus diesem langen Thal und seiner Haine Grün
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Zieht nun der enge Pfad sich gegen Brixen hin.
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Hier wird, obwohl auch da nicht weniger gigantisch
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Das waldichte Gebirg sich in die Luft erhebt,
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Und oft sein Gipfel frey auf niedern Wolken schwebt,
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Die Aussicht um und um viel heller, und romantisch
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Bald falb, bald grün schattirt, und mit Gesträuch besäumt,
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Erweitert sich das Thal, durch das die Eisack schäumt.
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An Korn und Reben reich, erhöhen stufenweise
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Sich Alpenreihen rings im Kreise.
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Hier zeigt ein Sommerhaus sein rothgefärbtes Dach;
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Dort gleitet sanft ein silberheller Bach
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Den Hang des Bergs hinab, und wässert eine Wiese:
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Kurz, dieses holde Thal gleicht einem Paradiese.
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Doch allen diesen Reitz und mehr noch überwiegt
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Des Hügels Anmuth weit, auf welchem Ambras liegt.
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Hier hat das Auge Raum, sich rings an Matten, Auen,
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Fruchtfeldern, Rebenhöhn und Quellen satt zu schauen.
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Diess alte Schlösschen ist's, wo an der Schwanenbrust
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Der schönen Welserinn im Taumel süsser Lust
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Einst Herzog Ferdinand so manches Stündchen säumte,
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Als er, trotz seines Vaters Drohn
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Und Philippinens Stand, bey Tag' ihr auf dem Thron
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Und nachts in seinem Bett ein kleines Plätzchen räumte.
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O Freundinn, wenn ein Mann von deutscher Biederart
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Bald das, was Ferdinand einst Philippinen ward,
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Auch dir wird, und dich liebt, wie treue Gatten lieben,
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So denkt dabey an den, der dieses Blatt geschrieben,
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Und mit dem warmen Wunsch es schliesst,
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Einst im zufriednen Kreis von Kindern dich zu sehen,
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Die mit Entschlossenheit die Bahn der Tugend gehen,
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Und gut und edel sind, wie's ihre Mutter ist.