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So bist denn nun auch du, mein wackrer Freund
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Und Günstling meiner Seele! bist auch du
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Der Eingeweihten Einer? Hast du nun
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Nach langem Kampf es über dich vermocht,
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Dein Ehrenwort auf Pflichten blindlings zu
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Verbürgen, die man vor der Weihe dir
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Geheimnissvoll in dichten Schleyer hüllt,
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Und die du doch nachher gewissenhaft
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Als Biedermann, dem Eid und Männerwort
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Mehr ist, als Schellenklang, erfüllen musst?
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Glück zu, mein Bruder, den ein neues Band
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Nun fester noch an meinen Busen schlingt!
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Und dreymal Heil dem Orden, der an dir
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Ein Glied gewann, das seiner würdig ist!
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Doch, junger edler Mann! du, dessen Herz
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An Lauterkeit dem reinen Äther gleicht,
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Und dessen angeborner warmer Hang
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Für alles, was da gut ist, mir schon längst
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Ein Zeugniss deines innern Werthes war,
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An dem ich, seit dein offner freyer Sinn
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Mein Herz an deines schloss, und Sympathie
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Uns eng verbrüderte, mich nie betrog,
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Lass uns nunmehr die Bahn, die du betratst,
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Weil früher es zu thun des Maurers Pflicht
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Nicht zugab, mit der Fackel der Vernunft
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Beleuchten, wie es Wahrheitsforschern ziemt
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Lass uns, dem weisen Scheidekünstler gleich,
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Der das Metall von Schlacken sorgsam trennt,
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Die Hoffnungen, die sich die Phantasie
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Des Neugeweihten schwärmerisch erträumt,
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Von jenen ächten sondern, die der Geist
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Des denkenden geprüften Maurers oft
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In Stunden heil'ger Weihe sich erschafft!
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Die Hoffnung, die das unbefangne Herz
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Des reisern Maurers mit dem Vorgefühl
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Beglückter Zukunft füllt, ist der Vernunft
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Bescheidne Tochter. Ruh, Zufriedenheit
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Und Mässigung sind die Gespielinnen
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Der biederen Matrone. Kunstlos wallt
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Ihr grünliches Gewand den Leib hinab.
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Ihr hehrer feyerlicher Blick verheisst
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Nur das, was weise Prüfung billiget.
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Ernst und bedachtsam tritt sie in den Kreis
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Erfahrner Denker, leitet ihren Rath,
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Wählt und verwirft, und wieget Plan für Plan
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Stäts auf der Wage der Erfahrung ab.
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Ein Wesen andrer Art ist, was der Thor
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Unrichtig Hoffnung heisst: der Kluge nennt
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Die Dirne Täuschung; denn ein luftig Kind
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Der Schwärmerey, von Träumen grossgesäugt,
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Wirft diese freche feile Buhlerinn
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Sich jedem Gecken kosend in den Arm,
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Und füllt ihm das benebelte Gehirn
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Mit tollen läppischen Erwartungen,
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Die oft das weite Reich der Möglichkeit
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Kaum in sich fasst. Erklärten Metzen gleich,
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Schweift sie geputzt, in prahlerischem Pomp,
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Geschminket, bunt wie ein Chamäleon,
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Den lärmerfüllten Heerweg auf und ab.
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Stolz, Unzufriedenheit und Eitelkeit
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Sind ihr zur Seite. Gierig folget ihr
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Ein lächerliches Heer geblendeter
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Glücksritter nach, das theils durch trügende
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Trübangehauchte Brillen sieht, und theils
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Der Sehkraft ganz beraubt ist. Das Gewand
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Der Afterhoffnung ist dem Scheine nach
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Zwar leicht und niedlich, doch von dichtem Stoff,
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Damit kein Auge je die Missgestalt
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Der Schändlichen in ihrer Blösse sieht.
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Sieh! in der Hand trägt sie ein Füllhorn, voll
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Phantastischer Entwürfe, die den Schwarm
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Schwachköpfiger von der geraden Bahn
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Der prüfenden Vernunft in's Labyrinth
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Zweckloser Grillen locken, und sogar
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Genossen unsrer königlichen Kunst
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In's Netz des Wahns am Zauberbande ziehn.
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Das Licht erleuchtete hellschimmernd zwar
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Die Finsterniss: doch sie erkannten's nicht.
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Licht war die tröstliche Verheissung, Freund,
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Die bey der Weihe dir von dem Altar
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Entgegentönte. Lasst den Leidenden
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Das Licht sehn, dessen er seit der Geburt
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Beraubt war, scholl des Meisters ernster Ruf.
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Was du nachher, als du den grossen Schwall
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Der Eingeweihten staunend übersahst,
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Mir in die Ohren rauntest, hat sich tief
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In mein Gehirn geprägt. Wie? sagtest du
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Halb zweifelhaft, hat dieses ganze Heer
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Am Lichte Theil? Fürwahr! ich wähnte nicht,
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Dass unsre Gegend an Erleuchteten
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So, überreich sey ... Wahr ist's leider! Freund!
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Dass sich die ehrnen Pforten, die den Blick
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Profaner Neugier von dem Heiligthum
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Der Maurerey entfernen, heut zu Tag
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Zu willig öffnen. Wahr ist es, dass itzt
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Manch armes Wichtchen in dem Kleid des Lichts
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Einhergeht, dessen Wandel wahrlich mehr
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Von Finsterniss, als von Erleuchtung zeugt.
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In Mitte dieses traulichen Gesprächs
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Kam, wie du weisst, ein Hocherleuchteter
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So feyerlich, als hätt' er eben erst
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Den ganzen Plan zum Tempel Salomo's
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Mit eigner Hand entworfen, auf dich zu.
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Willkommen, sprach er, Bruder! und ergriff
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Dich bey der Hand, willkommen! Freun Sie sich
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Des seltnen Glücks, das Ihnen heute ward!
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Sie näherten dem Quell des Wissens sich.
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Sie sind nun auf dem grossen Scheideweg,
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Wo plötzlich das verworrenste Problem
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Zum klarsten Axiom wird. Nur Geduld,
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Geduld, mein Bruder! Ihre Hauptpflicht sey
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Von Stund' an Hoffen, Schweigen und Vertraun!
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Betrachten Sie nie müde Tag und Nacht
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Die grossen Wunder und Geheimnisse,
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Die dieses Teppichs enger Raum umschliesst!
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Was Sokrates und Aristoteles,
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Was Plato, Epikur und Epiktet,
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Was Newton, Leibnitz und viel andere
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Nur oberflächlich sahn, liegt deutlich hier
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In dieses Teppichs Zeichen aufgedeckt.
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Sie werden einst ... Doch mehr zu sagen lässt
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Mein Eid nicht zu: wohl dem, der's fassen kann!
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Du lächeltest, als dieser Mystagog
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Uns nun den Rücken wies, und sprachst erstaunt:
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Sah dieser auch das Licht? ... Ja, junger Mann!
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Auch dieser sah das Licht. Doch im Vertraun!
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Es giebt der Lichter vielerley, und eins
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Giebt helleren, das andre düstrern Schein.
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Es flammt nicht nur der Sonne goldner Strahl;
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Es leuchtet auch des Irrlichts schwacher Glanz.
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Was aber dich ein Wunder dünken wird,
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Ist, Freund! dass mancher seines Irrlichts Schein
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Für heller hält, als andrer Sonnenglanz.
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So viel es Maurerhallen giebt, beynah
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So viel verschiedne Lichter giebt es auch,
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Und wenig Brüder nur sind eines Sinns,
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Wenn man sie ausforscht, welche Wissenschaft
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Doch eigentlich das grosse Mittel sey,
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Wodurch der Suchende zum Zweck gelangt.
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Chemie! Chemie! raunt nun ein Schwärmer dir
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In's Ohr, und zeiget den geheiligten
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Schmelztiegel dir. Magie! Magie! ruft drauf
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Ein Seher andrer Gattung, und verweist
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Voll Zuversicht dich an die Kabbala.
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Politik! flüstert eine dritte Art
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Von Träumern dir entgegen, und empfiehlt
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Das Ordenskreutz der Tempelritter dir.
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Nun sprich, o Freund! was kann, was soll ein Mann,
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Dem die Natur gesunde Wissbegier
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Und Geist verlieh, von einer Wissenschaft,
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Die hin und wieder schwanket, wie ein Rohr,
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Das jedem leichten Wind zu Willen steht,
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Mit Grund wohl hoffen? Ist es Unvernunft,
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Ist's Hochverrath, wenn er bescheiden sich
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Zur kleinen Zahl der Sceptiker gesellt?
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Sieh! sassen nicht bisher die Weisesten
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Der Brüder mehr als einmal schon zu Rath,
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Und forschten fruchtlos nach, was doch das Ziel
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Des freyen Maurers, ob es Wissenschaft,
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Ob's blosse Tugend sey? Von neuem zwar
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Versammelt nun sich ein Synedrium
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Von Eingeweihten in dem Orient
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Von Gallien, das diesen grossen Punkt
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Entscheiden soll: doch bis dahin, o Freund!
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Geh mit dir selbst zu Rath, ob du mit Fug
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Erwarten kannst, dass Kell' und Schürze dir,
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So wie zur Stunde noch die Sache steht,
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Ein neues Feld von höhern Kenntnissen
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Eröffnen wird, ob dir's behäglich ist,
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Des Lebens Spanne, die uns die Natur
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So kärglich zumass, einer Wissenschaft
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Zu weihen, deren Daseyn immer noch
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Ein mystisches verworrnes Räthsel ist.
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Ist dir es Ernst, der Seele heissen Durst
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Nach Licht zu stillen, so beschäftige
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Dich mit dem Schatz entschiedner Kenntnisse,
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Den grauer Weisen Mund uns hinterliess,
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Und kein Gewebe von missgünstigen
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Mysterien in dunkle Schatten hüllt.
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Doch wenn dich auch die süsse Hoffnung täuscht,
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Dass König Salomo's gepriesne Kunst
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Je deinem Geist mehr Licht gewähren wird,
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So darf dich's doch des Schrittes nie gereun;
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Denn sieh! ein Strahl von Hoffnung, der die Nacht
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Der ungeweihten Welt nur schwach erhellt,
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Glänzt in dem Heiligthum der Maurerey
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In voller Schöne. Bruderliebe, Trost
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Und Hilfe, wenn des Schicksals strenge Wuth
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Dich anfällt, feste Treu', Ergebenheit
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Und Wohlthun sind des Ordens süsser Lohn,
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Auf den du festes Muths vertrauen kannst.
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Wenn eines Freunds Besitz Entschädigung
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Für den Verlust der Welt ist, welch ein Glück
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Verheisst dir ein Verein, der jedes Glied
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Des ganzen Bunds zu deinem Bruder macht!
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Glaub', edler Jüngling! ächte Maurerey
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Wohnt nicht im Kopf: ihr Wohnsitz ist das Herz.
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Ich neige vor dem theoretischen
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Freymaurer tief und ehrfurchtsvoll das Haupt:
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Den praktischen fass' ich mit traulichem
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Entzücken bey der Hand. Der ist mein Mann,
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Der ein gefühlvoll Herz im Busen trägt,
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Der Mensch zu Teyn nie säumet, und so gern
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Für andrer Wohl und Weh empfänglich ist.
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Gross ist es zwar, wenn der Erleuchtete
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Sich einst des Steins der Weisen rühmen kann:
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Doch süsser ist's, wenn mein Gewissen mir
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An der Vollendung Ziel das Zeugniss giebt:
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Ich war ein guter Mann ... ich half, so viel
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Es meine Habe zuliess, Darbenden ...
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Ich rettete den Bruder mitleidsvoll,
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Als ihn des Schicksals eisernes Gewicht
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Schon halb zu Boden drückte ... meine Hand
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War's, die der Wittwe Thränen trocknete ...
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Ich stillete das wimmernde Geschrey
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Verlassner armer Waisen ... ohne mich
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Wär' itzt die edle Mutter, die ein Kreis
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Von wohlerzognen Kindern eng umschliesst,
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Der Schande Raub, erkaufter Lüste Ziel.
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Der ist beglückt, der andre glücklich macht.
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Wohlthätigkeit ist ein Naturgeschenk,
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Das Kunst und Wissenschaft weit überwiegt.
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Ich kenne, Freund! kein grässlicher Geschöpf
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Auf Gottes Erde, denn ein menschlich Thier,
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Das nie des Mitleids sanfte Regung fühlt.
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Du sahst gewiss hilfloser Menschen Noth
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Nie unempfindlich an, warst jederzeit
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Der Menschheit wärmster Freund: sey es nunmehr.
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Da Schürz' und Kelle dir zur Pflicht es macht,
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Gedoppelt! Lass durch Zeichendeuterey
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Und durch Symbolenkram dir nie die Zeit,
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Die du dem Wohlthun widmetest, entziehn!
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Verirre nie auf Nebenwegen dich!
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Bleib auf der offnen Bahn! Die Stimme des
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Verkünders in der Wüste, wenn doch je
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Solch eine Stimme schallt, wird dir auch hier
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Wohl ruchtbar werden. Ist sie aber, Freund!
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Ein Bild des Wahns, ein nichtig Traumgesicht,
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So opfertest du keinem Hirngespinst
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Dein kurzes Daseyn auf, so glaubtest du
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Nicht ohne Grund, dass ächte Maurerey
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Im Herzen nur, nicht in dem Kopfe wohnt.