Du rühmst umsonst, o Gottgeweihte! Mir

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Joseph Franz Ratschky: Du rühmst umsonst, o Gottgeweihte! Mir Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Du rühmst umsonst, o Gottgeweihte! Mir
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Der Unschuld Reitz, und tadelst meine Wege.
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Dein Mund verdammt die leiseste Begier,
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Und ach! dein Blick macht ihrer tausend rege.

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Du heissest mich den Keim der Sinnlichkeit
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Durch Reu' und Leid aus meinem Herzen reuten:
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Mir aber thut im Grund der Seele leid,
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Dass nichts vermag, zur Sünde dich zu leiten.

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Du sprichst, es sey des Erdepilgers Pflicht,
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Dass er dem Drang der Sinne widerstehe.
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Das weiss ich wohl: allein ich glaub' es nicht,
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So lang' ich dich mir gegenüber sehe.

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Wenn mich dein Mund der Tugend Pflichten lehrt,
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So wünscht mein Herz, du glaubtest meinen Lehren.
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Längst hätte mich dein Eifer schon bekehrt,
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Glaubt' ich nicht stäts, du würdest dich bekehren.

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Lobpreisest du den Schöpfer der Natur,
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O so vergess' ich seiner Macht und Stärke
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Bey deinem Lob, und denke staunend nur
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An dich allein, du schönstes seiner Werke!

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Ich wünsche nie, so rühmlich auch die Bahn
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Zum Himmel ist, als Heiliger zu schimmern;
23
Der, den du liebst, ist hier zu wohl daran,
24
Um sich noch viel um jene Welt zu kümmern.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Franz Ratschky
(17571810)

* 21.08.1757 in Wien, † 31.05.1810 in Wien

männlich, geb. Ratschky

österreichischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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