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Seyd mir gegrüsst! Wie lebt ihr, meine Freunde,
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Seit ich im Land der wilden Lechen bin?
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Bringt ihr, vereint in friedlicher Gemeinde,
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Den Abend noch mit Vater Bachus hin?
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Ist euer Kreis noch stäts an süssen Schwänken,
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An Liederchen und Epigrammen reich?
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Liebt ihr mich noch, und ist mein Angedenken
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Noch unentweiht und heilig unter euch?
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Nun denn, ihr Herrn! hier send' ich euch zum Pfande,
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Dass euer Freund sein Handwerk nicht vergisst,
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Diess Pröbchen zu, gereimt in einem Lande,
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Das wahrlich nicht der Musen Heimath ist.
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Trägt hie und da ein Verschen einen Flecken,
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So fegt ihn aus, wenn's eurer Feile glückt:
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Doch fügt es sich, dass ihr an allen Ecken
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Geistlosigkeit und lahme Vers' erblickt,
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So zücket kühn den Recensentensäbel;
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Ein schlecht Gedicht verdienet keine Huld.
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Nur meiner schont! an meines Geistes Nebel
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Ist bloss der Dunst des dicken Klima Schuld.
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Drum mässigt euch! des Dichters Flamme lodert
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Am Ister selbst in eurem attischen
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Revier noch schwach: zum Geyer! und ihr fodert
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Horazens Geist hier in Böozien?
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Doch diess beyseit'! Erzählt mir, was hanthieren
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Die Skribler Wiens? was macht die Bonzenzunft?
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Verheert die Flut tollsinniger Broschüren
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Noch immerhin die Früchte der Vernunft?
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Wird viel vom Gräul des jüngsten Tags gepredigt,
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Und Witzlingen die Hölle heiss gemacht?
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Hat Pochlin sich die Lunge schon beschädigt,
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Und ist zeither kein neuer Fast erwacht?
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O ganz gewiss! denn eure Kanzelhelden
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Sind stäts bereit zum geistlichen Turnier.
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Da lob' ich mir, nicht ohne Ruhm zu melden,
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Die Priesterschaar der Russniaken hier.
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All das Gezänk um lächerliche Grillen,
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Wodurch bey euch sich Pater Zipf und Zopf
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Ihr Kürbisshaupt mit Hirngespinnsten füllen,
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Erhitzet nie des trägen Popen Kopf.
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Ihm gilt es gleich, was eigentlich das Manna,
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Ob's Butterteig, ob's Pfefferkuchen war:
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Nach welchem Schnitt die badende Susanna
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Ihr Hemdchen trug, macht ihm kein graues Haar:
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Er zankt sich nicht, um wie viel Simsons Wade
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Mehr Pfunde wog, als ein Philisterwanst,
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Ob David auch, als er der Bundeslade
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Nachtaumelte, mitunter deutsch getanzt.
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Sagt, was ihr wollt, er füttert Gäns' und Enten:
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Und hört euch nicht; sein Dorf ist ihm die Welt,
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Er lebt vergnügt, wenn er nebst seinem Zehnten
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Nur hie und da ein Stückchen Huhn erhält.
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Was kümmern ihn polemische Gezänke?
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Der theure Hirt, in schmutziges Gewand
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Gehüllet, sitzt in einer Judenschenke,
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Das Brandweinglas in seiner braunen Hand.
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Hier trägt der Mann Gesetz und Sittenlehre
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Dem Volke vor: er predigt, schreyt und trinkt,
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Bis er, geschwächt vom Eifer für die Ehre
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Des Christenthums, vom Stuhl hinuntersinkt.
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Hier, wenn der Schwarm der Bauern, aufgewiegelt
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Vom Brandweindunst, zum Knotenstocke greift,
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Wird oft zuletzt der Pope derb zerprügelt,
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Und jämmerlich vom Kampfplatz weggeschleift.
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Doch gnug, ihr Herrn! mein Lied hat nun ein Ende;
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Denn sieh! schon schwebt auf hellgestirnter Bahn
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Der Mond einher, streut auf der Berge Wände
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Sein Silberlicht, und spiegelt sich im San.
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Wie öd' und still ist alles! Frösch' und Kröten
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Sind nur noch wach, und singen ihren Chor.
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So lebt denn wohl! auch mir ist Ruh vonnöthen;
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Denn noch steht mir ein weiter Weg bevor.