Schön sind die blumichten Matten

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Joseph Franz Ratschky: Schön sind die blumichten Matten Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Schön sind die blumichten Matten,
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Hold ist das blühende Reis,
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Mild sind, im kühlenden Schatten
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Gaukelnd, die Lüfte des Mays.

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Aber dir weichen, o Beste!
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Blumen und blühendes Reis,
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Weichet die Milde der Weste,
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Weichet die Anmuth des Mays.

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Und o mein Alles! an Treue
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Gleicht dir kein Weib in der Welt.
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Arm bist du zwar: doch ich freye
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Weder nach Würde, noch Geld.

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Müsst' ich auch alles ertragen,
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Wählen den schmählichsten Stand,
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Brüdern und Freunden entsagen,
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Fliehen mein mütterlich Land;

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Müsst' ich in Wildnissen wohnen,
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Hätt' ich zur dürftigen Kost
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Täglich nur Wurzel und Bohnen,
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Alles ertrüg' ich getrost.

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Alles ertrüg' ich zufrieden;
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Denn was dem Glücklichsten hier
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Je das Verhängniss beschieden,
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Alles das fand ich in dir.

25
Drum sollt' ich je dich verlassen,
26
Dich, die allein mir gefällt,
27
Dann mag der Himmel mich hassen,
28
Und mich verachten die Welt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Franz Ratschky
(17571810)

* 21.08.1757 in Wien, † 31.05.1810 in Wien

männlich, geb. Ratschky

österreichischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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