Ihr Götter, helft! ein Waldgott, dünket mich

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Joseph Franz Ratschky: Ihr Götter, helft! ein Waldgott, dünket mich Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Ihr Götter, helft! ein Waldgott, dünket mich,
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Und Don Quixot' aus Mancha raufen sich.
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Welch eine Scene! Lasst uns näher gehn! ...
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Ey! hab' ich je was Tolleres gesehn,
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So strafe Venus mich mit einem Kuss
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Von Chloens welken Lippen! Bergelfuss,
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Der Barde, balgt mit Niethard Effterkrum,
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Dem Minnesänger, sich auf's Blut herum.
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Ein alter Kranz von Eichenblättern laubt
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Sich bardenhaft um Bergelfussens Haupt:
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Sein schnurrend Instrument, die Harfe, hängt
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Ihm auf dem Rücken: seinen Leib umfängt
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Ein Bärenfell. Den süssen Niethard schmückt
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Ein Panzer, dessen Glanz das Aug' entzückt:
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Der bunte Schild, den seine Linke führt,
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Ist minniglich mit Hulda's Bild geziert,
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Für die er lebt und webt. »O edles Paar!
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»was soll der Zwist? verschonet euer Haar
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Und eure Fäuste!« »Kühner Fremdling! Wir
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Entscheiden nach den Dichterrechten hier
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Den Werth und Vorrang unsrer Lieder. Doch
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Du kömmst uns, wie gerufen: weile noch!
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Du sollst der Schiedsmann seyn.« Sie setzten ganz
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Vertraulich nun, der Barde seinen Kranz,
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Und seinen Schild der werthe Rittersmann,
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Zum Wettpreis auf, und Bergelfuss begann:

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Auf! reichet mir die Leichenruthe
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Und Odins Schlachthemd von der Wand!
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Mich lüstet's, ha! nach Armyrs Blute.
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Den Tyr den Schiffweg hergesandt.

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Hulda! dir nur bin ich pflichtig,
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Keinem Fräulein sonder dir;
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Wank und Trug verschwör' ich: züchtig
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Traun! ist meine Kussbegier.

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Kommt, Klingenröther, Flammenschwinger,
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Zu Gonduls Hagel lad' ich euch:
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Kommt, schickt den feigen Methverschlinger
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Hinab nach Hela's Schlangenreich!

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Deine preislichzarten Hände
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Und dein Mündlein sind fast schön:
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Wonnespenderinn! ohn' Ende
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Wollt' ich dir in's Äuglein sehn.

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Da soll in Naftronds Mördertiefen,
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Wo Lok, der Göttertäuscher, heult,
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Ihm Drachengift in's Antlitz triefen,
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Bis Skoll einst Imers Licht ereilt.

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Hey! wie wär's mir so behäglich,
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Bötst du mir den Minnekuss!
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Und wie ächzt mein Sang so kläglich,
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Weil ich soldlos minnen muss!

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»genug, beym Herkules! genug für jetzt,
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Sonst berst' ich vor Entzücken. So ergetzt
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Mich oft das, Säuseln eines Sturmwinds nicht,
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Als, Bergelfuss, dein göttliches Gedicht.
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Wie wenn Megärens Schoosshund, Cerberus,
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Den Husten hat (des weiten Erebus
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Entfernteste Gewölbe schütteln sich,
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Wenn er sich räuspert) so erschüttert mich
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Ein jeder Ton von dir. Und Niethards Lied
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Fliesst lieblich fort, wie man ein Bächlein sieht
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Gar sanftiglich durch Wüsteneyen hin
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Sich schleichen ... Allerliebst! Verzeiht, ich bin
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Nicht kühn genug, den Urtheilsspruch zu thun.
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Gehabt euch wohl, und lasst die Fäuste ruhn!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph Franz Ratschky
(17571810)

* 21.08.1757 in Wien, † 31.05.1810 in Wien

männlich, geb. Ratschky

österreichischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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