[johann Heinrich Voß]

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Gottfried August Bürger: [johann Heinrich Voß] (1770)

1
Leckt Votzen, Ihr neun Pindars-Luder,
2
Leckt mit Apoll, der schläfrig geigt;
3
Und dessen kleiner matter Bruder,
4
Nur durch das Fingern aufwärts steigt:
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Priap! beseele meine Leier,
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Und gönne ihr das rege Feuer,
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Das sich durch deine Klöt ergeußt;
8
Und durch die aufgeschwollenen Röhren,
9
Um deine Wollust zu vermehren,
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Dickschäumend in die Votze fleußt.

11
Kommt Hurenbuben, kommt zusammen,
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Zeigt euren Mut und fuchst euch satt,
13
Ein Schauspiel setzt mich jetzt in Flammen,
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Das nie der Himmel schöner hat:
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Ich sehe Brüste, Zitzen strotzen,
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Nebst tausend auserlesenen Votzen,
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Von kaltem Bauer überschwemmt;
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Ich sehe tausend Klöte glänzen,
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Bei tausend auserlesenen Schwänzen,
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In feiste Lenden eingestemmt.

21
O, reiz mich oft mit solchen Bildern,
22
Du meiner Sehnsucht Gegenstand;
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Die Wollust ist nie genug zu schildern,
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Die nur zu sehn mein Herz empfand.
25
Priap! Dir bau ich einen Tempel,
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Und vögle andern zum Exempel
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Zwölfmal, den Altar einzuweihn;
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Statt Gold soll kalter Bauer glänzen,
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Und Votzenhaar die Tür umkränzen,
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Mein Schwanz soll Hoherpriester sein.

31
Hirsch, Adler, Wolf und Walfisch lehren,
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Wie man beständig vögeln soll;
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Der Sperling ist nie genug zu ehren,
34
Denn der ist immer samenvoll.
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Kurz, alles muß gevögelt werden,
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Die Votz enthält, was man auf Erden
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Erhabenes nur denken kann;
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Sie zeigt sich, – tausend Schwänze starren,
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Der Weise vögelt mit dem Narren,
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Der Bürger mit dem Edelmann.

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Sind meine Klöt nur voll von Feuer,
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Und macht mein Schwanz sein Meisterstück,
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Dann bin ich reich bei einem Dreier,
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Und scheiße fast auf alles Glück.
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Zufrieden und entfernt vom Neide,
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Seh ich in meinem schlechten Kleide
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Die Pracht der großen Herren an,
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Weil der, der auf dem Throne sitzet,
49
Wenn er den Samen von sich sprützet,
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Nicht mehr als ich, empfinden kann.

51
Seht auf Athens erhab'nen Plätzen,
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Melkt sich ein Schwanz der Zyniker;
53
Die Menge sieht ihn mit Ergötzen
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Und steht mit Ehrfurcht um ihn her.
55
Es läßt sich Sturm und Donner hören,
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Doch nichts kann unsern Weisen stören,
57
Obgleich der Himmel kracht und blitzt;
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Er fähret fort mit langen Zügen,
59
Bis daß er taumelnd für Vergnügen,
60
Den edlen Samen von sich sprützt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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