Himmel und Erde

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Gottfried August Bürger: Himmel und Erde (1782)

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In dem Himmel quillt die Fülle
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Heiß ersehnter Seligkeit.
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Ich auch, wär' es Gottes Wille,
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Tränke gern aus dieser Fülle
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Labsal für der Erde Leid;

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Für den Wurm, der meiner Tage
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Rosenblüte giftig sticht;
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Dessen Schmerz ich in mir trage,
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Den ich Arzt und Priester klage:
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Aber ach! das hilft mir nicht.

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Längst sind über Thal und Hügel
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Alle Freuden mir entflohn.
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Lahm sind meiner Hoffnung Flügel.
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Rauher Hindernisse Hügel
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Sprechen selbst den Wünschen Hohn. –

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Dennoch setzt' ich auch auf Erden
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Gern noch fort den Pilgerstab.
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Sollte Molly mir nur werden,
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Trüg' ich aller Welt Beschwerden
20
Noch den längsten Pfad hinab.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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