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Es läßt das sanfte Morgen-Licht im bunten Osten sich
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Die kühle Milch der grünen Pflanzen, der Thau, sinkt aus
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Man siehet an der dünnen Luft unsichtbarn Kreyses äussern
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Und, in und durch derselben Cörper, der Dämmrung annoch
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Sich mit den dunklen Schatten mischen, und sie gemach,
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Die Nacht entweicht mit trägem Schritt, der junge Tag
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Formieret eine schöne Weite, um unsre Augen zu vergnügen.
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Er zieht vor einem schönen Schauplatz die Decke weg, macht
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Und stellet, was vor unser Aug’ sich durch die Dunkelheit
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Als würd’ es fast aufs neu’ erschaffen, uns, durch den Wech-
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Der fernen Berge neblicht Haupt, der hohen Felsen feuchte
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Der träuflenden gebognen Bäume gewölbte Wolken-gleiche
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Erscheinen, nehmen sichtbarlich, mit dem gestärkten Tage, zu.
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Was bis daher im Schlaf begraben, wird munter, und ver-
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Auf Feldern hinkt schon hie und dort, im feuchten grünlich-
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Mit einem ungeschickten Hüpfen, der feige lang-geohrte
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In Wäldern sieht das leichte Wild den unverhofften Wan-
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Mit stutzigen verstöhrten Blicken, und ausgereckten Hälsen,
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Ein’ unvermuhtete Music erwachet gleichsam hin und
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In ganz verschiednen Tönen schallen der Creaturen Morgen-
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Der Vögel angenehmes Gurgeln, der Ochsen und der Schafe
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Das helle Wiehern muntrer Pferde, der frühen Hähne
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Das hohle Girren treuer Tauben, der Enten schnatterndes
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Formieren eine Harmonie. Sie scheinen gleichsam zu
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Daß sie Dem, Der sie schuf, zur Ehr’, mit Freuden leben,
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Will denn der, sich zum Schaden, faul- und träge Mensch
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Des kühlen Morgens zu geniessen, den lieblichen Geruch zu
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Der aus bethauten Bluhmen quillt? Will er der stillen
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Denn nicht erfreuen, die zum Denken und frohen Danken
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Bestimmt und ihm geschenket scheinen? Will man, da so viel
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Denn, in der That sich selbst bestehlend, so viele Lust mit Fleiß
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Will man die schönste Zeit des Lebens, die eigentlich für uns
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Nur unvernünft’gen Thieren lassen, und sie verschnarchen
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Ist es erlaubt, in gleichsam todter Vergessenheit, in schwar-
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Den schönsten Theil von unsrer Zeit, den frischen Morgen,
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Da, leyder! tausend Menschen sterben, die, wie die frühe Zeit
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Wie lieblich denn die Welt geschmückt, auch nicht ein einzigs
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Wie werden wir, da GOtt der HErr uns so viel Gutes wollen
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Und wir es gleichsam von uns stossen, doch unser Thun
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Erwacht! dort steigt des hellen Tages durchlauchtiger
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Mit güldnem Glanz und Licht gekrönt. Es überschwemmt
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Die ganze sichtbare Natur, als wie mit einem Segens-
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Es wird der, erst durch Jhn so schön geschmückt gewes’ne,
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Durch seine Gegenwart, beschämt. Jhr erst so schöner
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Da man des Lichtes Quelle selbst noch tausend mahl so herr-
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Die sich nunmehr vermindernde, verdünnend’ und zertheiln-
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Das sich nunmehr verschönernde, durch ihn gestärkte Blau
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Der hohen Felsen äußre Spitzen, die prächtig in die Höhe
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Indem derselben äußre Rand, mit Himmels-Gold, als wie
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Bemerken, selbst darob erfreut, sein’ Ankunft. Bis zuletzt
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Und endlich auch die niedern Flächen der Aecker, Wiesen,
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Durch seinen schrägen Strahl beflossen, in güldnem Glanz
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Wodurch des Grases und der Blätter vorher schon angeneh-
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Noch tausend mahl verschönert wird, die Bluhmen noch viel
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Nun glänzet alles, was man sieht, Luft, Erde, Felder, Thal
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Absonderlich empfängt die Fluht, als ein polierter Himmels-
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Den hellen Glanz gedoppelt helle,
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Es blitzt nicht nur vom regen Schimmer ein’ jegliche bewegte
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Und suchet einen Fluß von Silber in Schuppen-förmgen
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In einer zitternden Bewegung, und schnellem Spielen uns zu
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Man siehet ihre glatte Flächen auf einer jeden stillen Stelle,
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Worinn im reinen Wiederschein, als in geschliffene Kry-
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Die allerzierlichsten Figuren des Himmels und der Erden
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(die itzt im hellen Sonnen-Strahl
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Sich gleichsam überall vergülden)
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Von aller schönen Creaturen so herrlichem Original,
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Noch eine liebliche Copie, die Anmuht zu verdoppeln,
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Muß man bey so viel Herrlichkeiten denn fast gezwungen
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Zu ihres grossen Schöpfers Ehren, die Welt sey wunder-
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Und ist nicht jedermann verpflichet, mit Lust und Dank sie