Horch, es ertönte der Park von des Volksschwarms dumpfem Gemurmel

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Ernst Schulze: Horch, es ertönte der Park von des Volksschwarms dumpfem Gemurmel Titel entspricht 1. Vers(1803)

1
Horch, es ertönte der Park von des Volksschwarms dumpfem Gemurmel,
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Rasch in den Gängen des Hains wogte die Welle der Lust;
3
Freund' und Freunde begegneten hier sich im bunten Gedränge:
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Traulich vereinte das Fest Jene, die nimmer sich sahn.
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Rauschend streifte das seidne Gewand an dem leinenen Kleid hin,
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Gegen die Perle von Glas blitzte der goldene Schmuck;
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Was sich gepflegt in der Sonne des Glücks, was bang' in des Unglücks
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Frosthauch bebte, vereint prangt' es im Kranze der Lust.
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Magisch umfloß das romantische Bild hellschimmernd der Lampen
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Irrender Schein, durchs Grün gaukelte golden der Glanz;
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Ringsum schien's als sänken zum irdischen Pfad die Gestirne,
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Daß sich dem Himmel genaht wähnte das selige Herz.
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Beide durchwandelten wir des Gesträuchs dufthauchende Dämmrung,
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Traulich schmiegte dein Arm weich an den meinigen sich;
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Kaum erst kannten wir uns seit wenigen Stunden, der Zufall
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Führt' uns zusammen, und schnell fesselt der spielende Gott.
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Damals nannt' ich dich Gnädige noch, doch ahnte mein Herz schon,
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Freundliche würd' ich dich einst nennen und reizende Frau.
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Schnell wie die Bien' um den rosigen Kelch, so spielt um den Mund dir
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Tändelnder Witz, doch er hielt friedlich den Stachel zurück.
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Fröhlich entschwamm auf dem Silbergewölk des beweglichen Leichtsinns,
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Haschend die wechselnde Lust, rasch der beflügelte Geist:
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Doch oft kettet' ihn süß das Gefühl, und den luftigen Flüchtling
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Führt' in des zarteren Glücks stillere Lauben die Huld.
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Vielfach wandest du mir um den Sinn die bezaubernde Fessel,
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Mächtiger ward dein Reiz stets mit des Sieges Begier,
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Lächelnd sahst du mich an, und es schwebt' in dem Blick der Triumph dir,
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Daß du gesiegt, und leicht schien dir der spielende Kampf.
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Aber dich trog dein Wahn, Schlausinnige; sieh, es ermannte
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Rasch sich der Geist, vom Netz wand der Gefangne sich los.
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Keck nun hob er das eigne Panier, und es kämpfte mit Leichtsinn
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Leichtsinn, und mit dem Stolz rang der erwachende Stolz.
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Was du mich lehrtest, ich gab es zurück, und ein schützender Gott lieh
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Geist mir und Wort und der List täuschendes Gaukelgewand.
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Doch es entstahl der Idalische Gott schlau spähend des Schicksals
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Wage dem Zeus, und warf doppelte Loose hinein;
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Hoch nun hob er sie auf; doch sie hing gradlinig, und Keinem
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Drohten die Band' und es sank Keinem die Schale des Siegs.
39
Lächelnd sahst du mich an und beschämt: doch ehrt' in des Gegners
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Listigem Spiel dein Geist willig die eigene Kunst.
41
Schlauer, sprachst du, wir kämpften um Ruhm jetzt: aber es künde
42
Künftig ein schwererer Kampf, ob in der Liebe du siegst.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Schulze
(17891817)

* 22.03.1789 in Celle, † 29.06.1817 in Celle

männlich, geb. Schulze

deutscher Dichter der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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