Fernher schallt durch die schweigende Nacht des rauschenden Tanzes

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Ernst Schulze: Fernher schallt durch die schweigende Nacht des rauschenden Tanzes Titel entspricht 1. Vers(1803)

1
Fernher schallt durch die schweigende Nacht des rauschenden Tanzes
2
Wilde Musik, und lind schaukelt die Töne der West
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Durch den umdämmerten Hain zu dem Sehnenden; gaukelnde Ahnung
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Flattert herbei, und süß hallt mir im Herzen der Klang.
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Laulicher Hauch, was säuselst du so? O sink' in der Blüthe
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Duftenden Kelch, und still schlummr' in der Liebenden Schooß;
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Schmiegt, ihr fröhlichen Sänger des Hains, in's wärmende Nest euch,
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Und euch wiege des Zweigs Beben in Träume der Lust.
9
Ach, süß ist's an dem Busen zu ruhn der erröthenden Liebe,
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Süß, wenn das sehnende Herz heiß sich an's sehnende schließt,
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Wenn im erschütternden Taumel der Lust lauttobend die Brust klopft,
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Und in stillen Triumph schweigend die Seele versinkt.
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Komm durch die duftige Nacht, komm, Reizende, leicht wie des Mondlichts
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Zauberisch gaukelnder Tanz, still wie der sinkende Thau,
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Daß nicht neidische Blicke das Fest belauschen und frech dann
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Ihrer eigenen Schmach Fiebergebilde verstreun.
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Mißgunst sieht nur Küsse der Gluth, doch der Grazie Hauch, der
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Ueber uns waltet, erkennt nur der geweihete Sinn.
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Schleiche dich fort aus des Tanzes Gewühl; noch glühe die Brust, noch
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Strahle die Wange vom Rausch flüchtig entgleitender Lust.
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Kühl ist die schaurige Nacht, doch lodernd der Athem der Sehnsucht,
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Flamm' und Flamme verscheucht schützend den eisigen Hauch.
23
Schmiege dich traulich mir an, und lisple Worte des Zartsinns,
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Welche die Grazie nicht, welche die Liebe nicht schmähn;
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Küsse mich still, doch wecke dein Kuß nicht frevelnden Aufruhr;
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Sanft in den Armen der Scham ruhe gebändigt die Lust.
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Also entschlummert der grimmige Leu, wenn der himmlische Amor,
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Wenn ihm die Charis mit Mohn friedlich die Schläfe bekränzt.
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Hangen möcht' ich am Busen dir stets, in ewiger Sehnsucht
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Süß hinbangend und doch schwelgend in stetem Genuß,
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Möchte mit lauterem Sinne die Schuld ausgleichen durch Unschuld
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Und in düsterer Nacht ehren das züchtige Licht.
33
Eros und Anteros kommt, zartfühlende, kommt zu dem Altar,
34
Welchen Uranias Hand freundlich mit Lilien schmückt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Schulze
(17891817)

* 22.03.1789 in Celle, † 29.06.1817 in Celle

männlich, geb. Schulze

deutscher Dichter der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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