Was blitzt in den Büschen so hell, was schallt

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Ernst Schulze: Was blitzt in den Büschen so hell, was schallt Titel entspricht 1. Vers(1803)

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Was blitzt in den Büschen so hell, was schallt
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In dem grünen Gehege so munter?
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Was zieht hervor aus dem dunkelen Wald
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Und fern von den Bergen herunter?
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Wir sind die Jäger, wir ziehn von Haus
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Und wollen zum Feind in das Feld hinaus,
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Zum Krieg,
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Zum Sieg
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Und zum Siegesschmaus.

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Von dem lustigen Harzwald kommen wir her,
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Wo nach Gold und nach Silber sie graben.
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Uns frommet das Gold und das Silber nicht mehr,
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Nur die Freyheit wollen wir haben.
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Drum ließen wir Andern den thörigten Wahn
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Und haben mit Eisen uns angethan;
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Nur das Schwert
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Hat Werth
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Auf der blutigen Bahn.

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Schön ist's, zu lieben, zu trinken schön,
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Schön ist's zu schlummern im Grünen;
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Doch fröhlicher ist's in der Schlacht zu stehn
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Und sich Beut' und Kranz zu verdienen;
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Hell lodert wie Liebe des Kampfes Gluth,
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Und wo Viele schlummern, da schläft sich's gut,
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Und es trinkt
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Wer sinkt,
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Sey's Wein, sey's Blut.

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Oft haben wir wohl in der dunkeln Nacht
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Bey Stürmen und Regenschauern
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Hoch auf dem Fels und in Schluchten gewacht,
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Um das streifende Wild zu belauern;
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Jetzt ziehen wir muthig im Sonnenlicht
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Und sehen dem Feind in das Angesicht.
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Sey's Jagd,
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Sey's Schlacht,
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Uns kümmert's nicht.

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Mag fliehen der Feige durch Wald und Feld,
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Wenn die stärkere Zahl ihn bestreitet;
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Wo das Wild uns in Schaaren entgegenprellt,
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Da wird was Rechtes erbeutet.
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Und wenn auch unzählig der Feind uns droht,
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Uns blitzt aus den Händen der sichere Tod.
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Ein Knall
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Ein Fall,
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Das ist Jägergebot.

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Drum haltet zusammen und stehet fest,
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Der Eine den Andern zu decken;
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Wenn nur vom Freunde der Freund nicht läßt,
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Kann wenig der Feind uns erschrecken.
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Doch steht dein Nam' auf dem tödtlichen Bley,
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So fliegt dir auch nimmer die Kugel vorbey;
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Vom Freund,
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Vom Feind,
54
Es ist einerley.

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Denn der größte Jägersmann ist der Tod,
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Der will an der Lust nur sich laben;
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Wohl färbt er mit Blute die Haiden roth,
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Doch die Beute läßt er den Raben.
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Und er saust und braust mit Sturmes Gewalt
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Hoch über die Berg' und über den Wald,
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Und es bebt
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Was lebt,
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Wenn sein Jagdhorn schallt.

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Doch was frommt's, vor dem mächtigen Jäger zu fliehn,
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Der nimmer vorübergeschossen?
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Viel rühmlicher ist es uns, mitzuziehn,
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Dem Starken als starke Genossen,
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Und wenn er auf uns auch den Bogen spannt,
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Wer kühn ihm das Angesicht zugewandt,
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Der fällt
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Als Held
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Von des Helden Hand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ernst Schulze
(17891817)

* 22.03.1789 in Celle, † 29.06.1817 in Celle

männlich, geb. Schulze

deutscher Dichter der Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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