Beschreibung eines herrlichen Morgens und einer schönen Landschaft

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Barthold Heinrich Brockes: Beschreibung eines herrlichen Morgens und einer schönen Landschaft (1743)

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Man sah annoch auf grünen Feldern, vom jüngst gefall-
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nen kühlen Thau,
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Ein durch der Dämmrung graues Licht gefärbtes saftigs
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Silber-Grau.
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Das Morgenroht fing eben an, der Berge Gipfel zu ver-
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gülden,
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Des glatten Wassers Fläche gleichfalls die nahen Vorwürf’
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abzubilden.
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Die Mücken machten denen Fliegen, dem Licht die dunklen
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Schatten, Raum.
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Der Vögel gurgelnde Gesang erschallte fast von jedem Baum;
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Als ich, nachdem ich wohl geruht, mich fröhlich auf das Feld
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verfügte,
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Und, halb erstaunet, an der Pracht der Creaturen mich
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vergnügte.

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Wie nun der Cörper Seel’ und Wonne, der Sonnen Licht
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und Lebens-Strahl,
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Der Erden Fläche ganz befloß, und Wälder, Felder, Berg’
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und Thal
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Ins helle Licht-Reich eingetreten; ward alles, was das Aug’
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erblickt,
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Mit einem mehr als irdschem Glanz, verklärt, erleuchtet
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und geschmückt.

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Kurz: Alles, was man auf der Erden, in Luft und Wasser
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sehen kann,
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Fällt uns voll Anmuht in die Augen, und fieht uns gleichsam
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lächelnd an.

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Man sah bereits den Sonnen-Strahl sich mit der grauen
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Dämmrung mischen,
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Und ihn vom nassen Felde schon der Wolken Thränen gleich-
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sam wischen.
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Die Welt, durch ihr erquickend Feuer und heitern Schimmer
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angestrahlt,
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Ward überall mit einem Glanz, wodurch sich, samt den grü-
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nen Büschen,
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Der Kräuter und der Bluhmen Heere, recht, als aufs neu
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belebt, erfrischen,
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Und der auf ihren Blättern schwebet, mit einer grünen
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Gluht bemahlt.
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Es streckte nah an diesem Walde, voll Nahrungs-reicher
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fetter Weide,
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Ein angenehmer grüner Hügel den bunt-beblühmten Rücken
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her,
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Von vielen Wollen-reichen Heerden und Horn-Vieh schien
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er gleichsam schwehr,
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Der Seiten sanfter Abhang glänzt’ vom gelben reifenden
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Getrayde.

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Dort sah man weisse, fette Schafe beschäftiget, das feinste
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Gras,
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Mit regem Zahn und kurzem Ruck, von unten aufwerts
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abzurupfen,
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Dort, durch verwachsne dunkle Büsche, oft muntre junge
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Lämmer schlupfen,
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Hier, wie so manches glatte Kalb das Laub von schlanken
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Reisern fraß,

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Da, das poßierliche Geschöpf der bärtigen, gehörnten
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Ziegen,
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Hier eine Menge satter Küh’ gestreckt, in frischer Kräutern,
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liegen,
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Und, ohne den geringsten Schein, von Unruh Gram und
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Unvergnügen,
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Auf angenehm-beblühmten Rasen,
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Mit kräftig-schnaufendem Getön,
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Theils stehn und wiederkau’n, theils graser.
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Hier sieht man manchen raschen Gaul, voll Muht, den
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stolzen Nacken drehn,
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Des Halses wallendes Gepränge, die Mähne, hin und wieder
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schwingen,
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Bald, mit gestrecktem leichten Fuß, durch Büsch’ und über
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Gräben springen,
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Bald wieder, mit gespitztem Ohr, hell-wiehernd plötzlich
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stille stehn,
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Und, als mit einem Hohn-Geschrey, die ihn beschauen, auch
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besehn.
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Als ob er sie zum Wettlauf locken, und ihrer spotten wollt,
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indessen,
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Daß andre, mit gesenktem Haupt, Klee, Bluhmen, Gras
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und Kräuter fressen,
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Mit knarschendem, geschärftem Biß, und, um die Fliegen zu
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verjagen,
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Mit dem behaarten regen Schweif sich stets die glatten
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Seiten schlagen.

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Doch, was ich dort mit Anmuht seh, ist fast das lieblichste
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von allen.
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An des bebüschten Hügels Fuß, dort in der Silber-reinen
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Fluht

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Des Rohr- und Binsen-reichen Bachs, als in beweglichen
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Krystallen,
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Sieht man, vom angestrahlten Vieh, das theils im bunten
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Grase ruht,
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Theils stille seht und wiederkau’t, im Wiederschein, die Bilder
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fallen
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So deutlich, als in einem Spiegel. Es spiegelt sich zu
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gleicher Zeit
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Der nahe Busch, und füllt das Wasser mit einer grünen
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Klarheit an,
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Daß man, vom Baum, den Schatten-Baum kaum kaum
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nur unterscheiden kann.

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In diesem klaren Wasser-Spiegel, in diesem dunkel-
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grünen Grunde,
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Wodurch das Bild der bunten Heerde noch deutlicher erhoben
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stunde,
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Erblickt man eine neue Schönheit, da oft ein Wasser-Liljen-
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Blatt
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Ein hell-grün Inselchen formiert, und, nebst noch kleinern
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Wasser-Linsen,
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Bald an dem Fuß vom hellen Schilf, und bald bey dunkel-
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grünen Binsen,
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Die schöne Landschaft noch verschönert, indem sie von der
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Sonnen Schein,
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Der gleichsam übers Wasser gleitet, allein nur angestrahlet
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seyn.
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Seht, wie bald hier ein helles Grün, bald dort ein lieblich-
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helles Licht,
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Das hier am jungen Schilf am Ufer, und dort in bunten
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Bluhmen, glimmet,
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Die klar’ und grüne Dunkelheit, die auf der glatten Fläche
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schwimmet,

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Ja, unser Auge fast bezaubert, mit holdem Wechsel unter-
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bricht,
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Und, durch den Gegensatz, erhebt. Kurz, scheint nicht dieses
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klare Naß,
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Von der formierenden Natur, ein recht formiertes Spiegel-
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Glas,
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Um nicht allein der Erden Schmuck, Laub, Bluhmen, Bäume,
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Kraut und Gras,
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So gar des Himmels hellen Schmuck, den Schöpfer desto
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mehr zu preisen,
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In solchem hellen Wiederschein, gedoppelt angenehm zu
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weisen?

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Wer nun, bey solchem hellen Morgen, der schönen Erde
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Schönheit sieht,
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Wie alle Creatur, verjüngt, in einem bunten Schimmer
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glüht;
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Wie kann der ungerühret bleiben, wie kann der, kälter als
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ein Stein,
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Vor aller Schönheit grossem Ursprung, ohn’ Ehrfurcht,
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unempfindlich seyn!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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